Ottensooser Gemeinderat gegen Einbau

Nein zu Abluftanlage

Der Ottensooser Gemeinderat hat Abluftanlagen für die örtliche Grundschule abgelehnt. | Foto: Buchner-Freiberger2021/11/grundschule_ottens_abluftanlagen_au_enansicht-crop-scaled.jpg

OTTENSOOS – Der Ottensooser Gemeinderat hat eine fest installierte Abluftanlage für die örtliche Grundschule mit 9:5 Stimmen abgelehnt und damit gegen den Vorschlag der Verwaltung gestimmt.

Rund 20 000 Euro hätte der Einbau der Abluftanlage in fünf Klassenzimmer gekostet, die nach dem selben Prinzip funktioniert hätte wie das System, das in Laufer Grundschulen und aktuell auch immer mehr Kindergärten verwendet wird (die PZ berichtete). Statt der großen Hauben über den Pulten wären jedoch kleinere Tellerventile zum Einsatz gekommen, so Jochen Häberlein, der geschäftsleitende Beamte der Gemeinde Ottensoos.

Die Stadt Lauf baut eine solche Anlage aktuell in der Grundschule Schönberg ein, die mit Ottensoos einen Schulverband bildet. Das heißt, Kinder aus Ottensoos gehen in Schönberg zur Schule und umgekehrt. Auch, um keine Ungleichbehandlung entstehen zu lassen, habe Bürgermeister Falk als Schulverbandsvorsitzender für die Installation des Systems im Ottensooser Schulgebäude gestimmt, sagt Jochen Häberlein.

Der Gemeinderatssitzung voraus gegangen war ein „Besichtigungstermin“ in der Grundschule Heuchling mit Vertretern der Verwaltung, der Schulleitung und des Elternbeirats. In der Sitzung wurden dann laut Häberlein jedoch Zweifel laut. Vor allem die Frage des „Mehrwerts“ einer solchen Anlage stand im Raum. Sprich: Schützt sie wirklich vor Quarantäne oder gar Schulschließungen? Auch das regelmäßige Lüften ersetze das System nicht. Außerdem gab der Geräuschpegel Anlass für Zweifel.

Deshalb stimmte der Gemeinderat am Ende mit 9:5 gegen den Vorschlag der Verwaltung. Neben Bürgermeister Falk und Gemeinderat Hans-Peter Schmidt von der CSU votierten die SPD-Gemeinderätinnen Birgit Heinsohn und Ulrike Prass sowie Grünen-Gemeinderätin Judith Birkmann für die Abluftanlage.

Die SPD hat kein Verständnis für die Entscheidung. „Kinder, die in Schönberg unterrichtet werden, haben eine höhere Chance, im Winter durchgehend am Präsenzunterricht teilnehmen zu können, als Schüler in Ottensoos“, heißt es in einer Stellungnahme an die PZ. Der gewählte Anlagentyp hätte einen „sicheren, kostengünstigen und wirkungsvollen Betrieb“ gewährleistet. „Die Erfahrungen an der Grundschule Heuchling seien positiv. 20000 Euro wären im Verhältnis wenig gewesen“, meint Gemeinderätin Birgit Heinsohn.

Ob statt der Abluftanlage vielleicht Luftfiltergeräte eingesetzt werden können, darüber wird in der nächsten Sitzung des Schulverbandes diskutiert. Dieser ist nämlich für „bewegliche Einrichtungen“ an der Schule zuständig, für fest installierte dagegen der Gemeinderat.

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