MdB Marlene Mortler lehnt organisierte und gewerbsmäßige Sterbehilfe ab

Mortler: Leben in Würde bis zum Ende

Marlene Mortler. Foto: Blinten2014/11/mortler_blinten.jpg

NÜRNBERGER LAND – Über vier Stunden debattierte gestern der Deutsche Bundestag in einer sogenannten Orientierungsdebatte das Thema Sterbehilfe. Die Meinungen und Ideen dazu, ob und wie man Menschen beim Sterben helfen darf, gehen quer durch die Fraktionen weit auseinander.

Die heimische Abgeordnete Marlene Mortler (CSU) meldete sich in der Debatte zwar nicht zu Wort, wir haben sie aber gebeten, uns ihren Standpunkt dazu zu erläutern:

„Die Diskussion um Suizidbeihilfe bewegt die Menschen – auch bei mir daheim. Sie wird hoch emotional und kontrovers geführt, betrifft sie doch jeden Einzelnen und die grundsätzliche Frage: Wie geht unsere Gesellschaft mit dem Thema Alter, Krankheit und Tod um?

Eine politische Entscheidung ist gefordert, da so genannte Sterbehilfevereine derzeit eine rechtliche Lücke nutzen und schwerkranken, aber auch altersmüden und psychisch kranken Menschen in unserem Land geschäftsmäßig und organisiert Beihilfe zum Suizid gewähren.

Im Deutschen Bundestag werden derzeit Positionspapiere von fünf Parlamentariergruppen diskutiert.

Gefragt, was ihnen an ihrem Lebensende wichtig ist, wünschen sich rund 70 Prozent der Menschen, ihr Lebensende schmerzfrei und selbstbestimmt im vertrauten, sozialen Umfeld erleben zu können. Dies sehe ich als Richtschnur für meine politische Entscheidung an.

Ich will einen wirksamen Schutz des menschlichen Lebens, ein Leben in Würde von seinem Anfang bis zu seinem Ende. Organisierte, gewerbsmäßige Sterbehilfe, die mit dem Tod Geschäfte macht, lehne ich ab.

Ein Verbot organisierter Beihilfe zum Suizid muss für mich einhergehen mit einem umfassenden Aufbau der Palliativ- und Hospizversorgung, um allen Patienten flächendeckend einen verlässlichen, gleichen Zugang zur Hospiz- und Palliativversorgung gewähren zu können.

Eine gute Hospiz- und Palliativversorgung verringert den Wunsch nach „Sterbehilfe“, weil durch sie dem Sterbenden Schmerzfreiheit und Selbstbestimmung zurückgegeben werden kann.

Einzelne Maßnahmen, sei es im Bereich von Pflege, Medizin oder Gesetzen, werden jedoch nicht reichen.

Wir brauchen eine gesamtgesellschaftliche Solidarität mit schwerstkranken, sterbenden Menschen. Das ist eine große Gemeinschaftsaufgabe für Bürger und Staat.“

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl