Projekt rund um Landwirtschaft

Montessori-Schüler ackern für eine gute Ernte

Ran an die Spaten: Die Schüler haben bereits begonnen, den Rasen umzugraben und von Wurzelwerk zu befreien. | Foto: Privat2022/02/MontessoriAckerPrivat.jpeg

LAUF – Wie funktioniert Landwirtschaft? Wie viel Leben steckt im Boden und was muss man tun, um einer ertragreiche Ernte einfahren zu können? Das lernen Kinder der Montessori-Grundschule Lauf in einem neuen Projekt rund um die Drei-Felder-Wirtschaft.

Hinter der Montessori-Grundschule, dort, wo sich eine große Wiese erstreckt, auf der die Kinder sonst gerne spielen und toben, haben die Schüler aus dem „Lebensraum Schule“ (eine klassenübergreifende und von mehreren Pädagogen betreute Zeit nach dem regulären Unterricht) einen Teil abgesteckt, der künftig als kleine landwirtschaftliche Übungsfläche dient.

Viel Arbeit auf dem Teller

,,Wir wollen den Kindern ein Gefühl dafür vermitteln, wo ihr Essen herkommt und wie viel Arbeit hinter dem steckt, was später auf ihrem Teller landet“, sagt Pädagogin Sibylle Hiemsch, die das Projekt betreut. ,,Außerdem wollen wir den Kindern natürliche Kreisläufe und Zusammenhänge näherbringen. Wir werden die Eigenschaften der Nutzpflanzen untersuchen und auf die Fruchtfolge achten.“

Der neue Schulacker wird deshalb künftig unterteilt, heißt es in der Pressemeldung der Schule. Wie bei einer klassischen Drei-Felder-Wirtschaft werden im Wechsel schwach- oder starkzehrende Pflanzen angebaut, außerdem soll der Boden sich immer wieder auch erholen können. Für welche Feldfrüchte sich der Boden am besten eignet, sollen die Schüler im laufenden Projekt selbst herausfinden. Als Erstes versuchen wollen sie es mit Kartoffeln.

Boden als Lebensraum

Bis die Setzlinge in den Boden können, müssen die Schüler allerdings noch ordentlich ackern. Sie haben begonnen, den Boden umzugraben und von Wurzelwerk zu befreien. Dabei haben sie schon das eine oder andere Lebewesen zutage gefördert – Insektenlarven und Würmer zum Beispiel – und so gelernt, dass der Boden Lebensraum vieler Organismen ist. Nach einer regen­ und schneereichen Woche eine alles in allem matschige, aber spaßige Angelegenheit – und ein schöner Einstieg in spannende Monate.Theorie im Kosmos

„Lebensraum Schule“

Zunächst soll in den nächsten Wochen die Ackerfläche vorbereitet werden, woran sich alle Kinder aus dem „Lebensraum Schule“ beteiligen dürfen. Parallele Angebote im „kosmischen Zimmer“ der Montessori-Schule werden die praktische Arbeit auf dem Feld ergänzen.

Im März wird eine Kinderkonferenz darüber entscheiden, was im Rahmen des im Saatplan Möglichen gepflanzt wird, blickt Hiemsch voraus. Samen werden zur Vorzucht in Kübel und Kästen, teilweise aber auch in Plexiglasbehälter gesetzt, um das Wachstum von Pflanzen und Wurzeln noch besser verfolgen zu können.

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