Montessori-Gründschüler auf Säuberungsaktion in Vorra

Mit Greifer und Müllsack für eine saubere Umwelt

Stolz zeigen die Schüler die Müllberge, die sie in Vorra eingesammelt haben. | Foto: Privat2022/02/MonteMuellPrivat.jpeg

VORRA/ LAUF – „So können wir das doch nicht lassen!“ Weil sie die zunehmende Verschmutzung entlang ihrer wöchentlichen Route vom Bauernhof nicht mehr ertrugen, griffen die Schuler der Montessori-Grundschule Lauf zu Greifer und Müllsack und befreiten in Eigeninitiative Wege und Grünanlagen in Vorra von Abfall. Drei Schubkarrenladungen und zwei prall gefüllte gelbe Säcke von Müll kamen dabei zusammen.

Jeden Montag verbringen die Kinder der Lerngruppe 3 der Montessori-Grundschule Lauf nicht in ihrem Klassenzimmer, sondern auf einem Bauernhof in Vorra. An diesem wöchentlichen Lebenspraktischen Tag übernehmen die Kinder die Pflege von Pflanzen und Tieren, sie erledigen kleinere Arbeiten im Garten, lernen zu organisieren und sich bis zu einem gewissen Grad selbst zu versorgen – das Mittagessen wird gemeinsam mit den Erwachsenen geplant und vor Ort gekocht.

Schmutziger Weg

Vor allem aber beschäftigen sich die Kinder mit der Umwelt, die sie am Bauernhof und auch schon auf dem Weg zu ihm hin umgibt. Was ihnen dabei in den letzten Wochen immer wieder sauer aufstieß: die zunehmende Verschmutzung von Wegen und Grünanlagen in Vorra. Sie beschlossen kurzerhand, selbst etwas an diesem traurigen Zustand zu ändern – und befreiten den Weg, den sie jede Woche von Bahnhof zu Bauernhof zurücklegen, mit großem Engagement von Müll.

„Die Initiative dazu ging von den Kindern aus“, berichtet Klassenlehrerin Alexandra Hirschmann. Sie erzählt, dass viele Kinder aus ohnehin schon sehr umweltbewussten Familien kämen und ein feines Gespür für Missstände hätten. Dazu kommt: „Wir haben uns in den letzten zwei Jahren intensiv mit Umweltschutz und Recycling beschäftigt“, sagt Hirschmann. „Gerade die älteren Kinder in unserer Lerngruppe haben ein großes Problembewusstsein entwickelt, und sie waren es dann ja auch, die gesagt haben: ‚So können wir das doch nicht so lassen!‘“

Mit Müllgreifern und Handschuhen

In Rücksprache mit dem örtlichen Bauhof zogen die Kinder deshalb los, gut eingepackt, mit Müllgreifern in und Handschuhen an den Händen. Sie klaubten Plastikreste vom Boden, fischten Müll aus Büschen und zogen zu guter Letzt noch ein altes Fahrrad aus der Pegnitz. Den gesammelten Abfall brachten sie anschließend zum Bauhof, wo sie ihn in bereitgestellten Tonnen entsorgten.

Damit getan sein soll es übrigens noch nicht: In einem nächsten Schritt wollen die Schüler auch den Montessori-Campus Lauf und seine nähere Umgebung von Müll befreien. „Es ist immer leicht, auf andere zu zeigen“, sagt Alexandra Hirschmann: „Mit der Aktion auf unserem Schulgelände wollen wir prüfen, ob wir selbst denn schon so weit sind, wie wir es sein könnten.“

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