Umweltgruppe der Moritzberg-Werkstätten

Menschen mit Behinderung sammeln säckeweise Müll – und das jede Woche

Ein Teil der Umweltgruppe der Schönberger Lebenshilfe. | Foto: Schreier2022/06/a468932409i0010_max1024x.jpeg

LAUF – Eine Gruppe der Schönberger Moritzbergwerkstätten ist seit einem Jahr regelmäßig in und um Lauf unterwegs. Sie säubert den Wald von Unrat.

„FFP2-Masken, Hundekotbeutel, Dosen und Getränkeflaschen, Kippen, Feuerzeuge, Verpackungen aller Art, sogar Autoreifen oder Sperrmüll finden wir jede Woche bei unserer Runde“, erzählen Rico Mähner und Ramon Rose von der Umweltgruppe der Moritzberg-Werkstätten in Schönberg.

Jeden Dienstag ist die Gruppe, zusammen mit ihrem Gruppenleiter und Ergotherapeuten Martin Balewski eine gute Stunde zwischen Lauf und Wetzendorf rund fünf Kilometer unterwegs. Hier sammeln sie jede Woche bis zu vier große Säcke voll an Unrat. „Es ist unglaublich, was die Leute achtlos wegwerfen“, empören sich die Teilnehmenden.

„Da müssen wir doch was tun!“

Die ursprüngliche Idee der Umweltgruppe war, für betreute Mitarbeiter, im Rahmen des wöchentlichen Persönlichkeitsbildungsangebots der Moritzberg Werkstätten, in Corona-Zeiten ein „Outdoor-Angebot“ zu schaffen und dabei Flora und Fauna ihrer Umgebung näher zu bringen. Es kam anders, denn den achtlos weggeworfenen Müll am Straßenrand oder im Wald wollten die behinderten Frauen und Männer nicht hinnehmen: „Da müssen wir doch was tun!“ – Martin Balewski reagierte und organisierte für seine Gruppe Greifer und Müllbeutel. Seit einem guten Jahr sammeln Brunhilde Jahn, Rico Mähner, Stefan Knorr, Walter Strabl und Ramon Rose nun jede Woche Unrat.

Lob und Scheck vom Bürgermeister

„Ihr seid ein tolles Vorbild für unsere Gesellschaft“, lobte jetzt Bürgermeister Thomas Lang die engagierte Umweltgruppe der Moritzberg-Werkstätten. Lang sei sein persönliches Danke wichtig, wie er betonte. Ebenso der Obolus, von dem die Gruppe nun einen Bollerwagen anschaffen konnte.

„So ein Müllsack, auch wenn wir diesen zwischendurch, so gut es geht, in die oft ungebrauchten Abfallbehälter entleeren, wird auf unserer Fünf-Kilometer-Tour schwer“, berichtet Martin Balewski. Weil der ausgesuchte Bollerwagen mit rund 100 Euro den mitgebrachten Rathaus-Scheck über 50 Euro überstieg, stockte Bürgermeister Lang die Differenz spontan aus seiner eigenen Tasche auf.

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