Pläne für Diepersdorfer Kindergarten

Mehr Platz für Kinder und Kirche

So sieht der Entwurf für den Neubau von Westen (also von der Haimendorfer Straße) aus. Links ist der Gemeindesaal zu erkennen, im Hintergrund das zweigeschossige Gebäude für die Kita. Unten zieht die Krippe ein, oben der Kindergarten. Ob der alte, charakteristische Glockenturm stehen bleibt, ist noch unklar. | Foto: Plan: Architekturbüro Scherzer Nürnberg2020/09/kita-rappelkiste-plan-frontansicht-scaled.jpg

DIEPERSDORF – Seit Jahren wird über einen Neubau diskutiert, jetzt liegen erstmals konkrete Pläne auf dem Tisch: In der letzten Sitzung des Leinburger Gemeinderates hat das Architekturbüro Scherzer aus Nürnberg seinen Entwurf zum Neubau der Diepersdorfer Kindertagesstätte „Rappelkiste“ vorgestellt.

In seinem Kern stammt das Kindergartengebäude an der Haimendorfer Straße aus dem Jahr 1961. Zweimal wurde angebaut, nämlich 1986 und 1993, um der steigenden Nachfrage nach Kindergartenplätzen Herr zu werden. Drei Gruppen werden hier aktuell betreut, doch die Anordnung der Räume in dem verschachtelten Haus ist nicht mehr zeitgemäß. Aber vor allem fehlt Platz für eine dringend benötigte Krippe. Betrieben wird die Einrichtung von der evangelischen Kirchengemeinde, die unmittelbar nebenan einen Gemeindesaal mit dem charakteristischen Glockenturm hat.

Aufgabe der Planer war es deshalb, gleich mehrere Anforderungen unter einen Hut zu bringen: Platz für drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen zu schaffen sowie einen separat nutzbaren Raum für die Kirche anzugliedern. All das auf einem „interessanten Grundstück“, wie Architekt Rudolf Scherzer das hängende, schmale Gelände am Fuß des Moritzbergs charmant umschrieb.

Das Nürnberger Architekturbüro setzte sich nach einer europaweiten Ausschreibung und einem anschließenden Wettbewerb mit seinem Entwurf durch. Insgesamt sechs Büros waren in die engere Auswahl gekommen, die Pläne waren von einem Gremium aus Kirchen- und Gemeindevertretern sowie einem Architekten beurteilt worden.

Der Siegerentwurf sieht ein von Nord nach Süd angeordnetes, dreigliedriges Gebäude vor, das durch zwei Lichthöfe abgeteilt ist. Im Untergeschoß sollen zwei Krippengruppen samt zugehöriger Funktionsräume sowie ein Mehrzweckraum entstehen. Im Obergeschoß ist Platz für drei Kindergartengruppen. Größere Freibereiche zum Spielen sind im Norden und im Südwesten geplant, außerdem erhält jeder Gruppenraum eine eigene „Spielterrasse“. Weil das Gebäude barrierefrei sein muss, wird ein Aufzug eingebaut. Ein komplett ebenerdiger Bau sei auf dem Grundstück nicht möglich, erklärten Rudolf Scherzer und sein Bruder Ronald Scherzer-Heidenberger, immerhin müssen rund 1400 Quadratmeter Geschoßfläche untergebracht werden.

Nach Westen, zur Haimendorfer Straße hin, wird der neue Gemeinde­saal der Kita vorgelagert, der einen eigenen Innenhof bekommt und bei Bedarf auch vom Kindergarten genutzt werden kann. Ob der Glockenturm allerdings erhalten werden kann, steht noch nicht fest. Falls ja, wird er nach vorne versetzt, falls nein, würde ein Ersatz-Glockenturm gebaut, so Bürgermeister Kraußer.

Noch nicht festgelegt ist in den Plänen die energetische Komponente des Neubaus. Diese sei Gegenstand weiterer Diskussionen, meinten die beiden Architekten auf Nachfrage von Gemeinderat Gerhard Pfeiffer (SPD). Der Bau biete aber ein „hohes Maß an Kompaktheit“, selbstverständlich sei es das Ziel, regenerative Energien sinnvoll zu nutzen.

Bis die Bagger anrollen, wird es allerdings noch dauern. Fest steht bereits, dass die Kinder und Erzieherinnen der „Rappelkiste“ für die Bauzeit in Container ziehen, die neben der Diepersdorfer Schule aufgebaut werden sollen.

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