Wasserversorger N-Ergie unterhält Kooperationsvertrag mit Landwirten

Zum Stickstoff-Check ins Schutzgebiet

Lagebesprechung vor der Probenentnahme (von links): Heiko Meurer, Siegfried Schmidt, stellvertretende N-Ergie-Pressesprecherin Dr. Heidi Willer, das Team des Franken-Fernsehens und ein Mitglied des Maschinenrings Franken. | Foto: Spandler2015/11/n-ergie-und-landwirte.jpg

WEISSENBRUNN – Landwirte wollen auf ihren Feldern möglichst hohe Erträge erzielen, der Wasserversorger im Schutzgebiet braucht unbelastetes Grundwasser und als Voraussetzung dafür unbelastete Böden. In diesem Spannungsfeld bewegen sich die Aufgaben von Agraringenieur Heiko Meurer von der N-Ergie AG, die die Stadt Nürnberg und den Ortsteil Brunn mit Trinkwasser versorgt. Damit beide Seiten zu ihrem Recht kommen, gibt es seit einiger Zeit Kooperationsvereinbarungen zwischen dem Versorger und den betroffenen Landwirten, denn auch im Nürnberger Land liegen etliche Hektar Ackerland im Wasserschutzgebiet. Regelmäßig werden Bodenproben entnommen, damit der Agraringenieur feststellen kann, ob die vorgeschriebenen Werte eingehalten werden. Am Freitag traf man sich zur Kontrolle vor Ort.
Das Prinzip ist einfach: Meurer versucht, die Landwirte dafür zu gewinnen, dass sie ihre Felder grundwasserschonend bewirtschaften und zwar, wie er angibt, weit über die in der Schutzgebietsverordnung ohnehin festgelegten Einschränkungen hinaus. Verpflichten sich die Betriebe dazu, den Einsatz von Düngemitteln – insbesondere solche, die das Wasser mit Stickstoff belasten – zu reduzieren und auf bestimmte Pflanzenschutzmittel ganz zu verzichten und Zwischenfrüchte anzubauen, dann leistet die N-Ergie attraktive Ausgleichszahlungen.
Symbiose funktioniert gut
Seit vielen Jahren funktioniert diese Symbiose gut, stellt Meurer fest. Seine Arbeit ist an den landwirtschaftlichen Zyklus gekoppelt: Im Juni prüft er, welche Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, im Juli und August folgt die Zwischenfruchtkontrolle, im September und Oktober kartiert er die Winterfrüchte. Nun, im November, untersucht er den Boden nach Stickstoffspuren und misst dadurch den Erfolg seiner Arbeit.
200 landwirtschaftliche Betriebe kooperieren auf diese Weise mit dem Wasserversorger. Einer von ihnen ist Siegfried Schmidt aus Reuth, stellvertretender Kreis-obmann des Bayerischen Bauernverbands. Im Bereich des so genannten „Ursprung“ auf Weißenbrunner Gebiet hat er 15 Hektar, die in der Wasserschutzzone liegen. Er kann bestätigen, dass die Vereinbarungen mit der N-Ergie keineswegs eine Gängelei der Landwirte darstellen, sondern dass auch sie von den Boden-untersuchungen profitieren. Denn die Kontrollen im November versorgen die Bauern mit genauen Werten, was den mineralischen Stickstoffgehalt im Boden angeht.
Je nachdem, wie die Ergebnisse der Proben, die ein Mitglied des Maschinenring Franken durchführt, ausfallen, weiß er, ob bzw. wie viel Düngung er noch zugeben muss, damit die Pflanzen ordentlich gedeihen, die Böden und damit das Grundwasser aber nicht überdüngt werden.
Bei der Probenentnahme am Freitag war auch ein Team des Franken-Fernsehens dabei, das einen Beitrag über die Kooperationspartner N-Ergie und Landwirtschaft drehte. Er wird am heutigen Montag um 18 Uhr ausgestrahlt.

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