Saniert, aber mit Macken

Eigentlich frisch saniert, aber dennoch eine Fahrbahn mit Rillen und Wellen: Die Ortsdurchfahrt Leinburg präsentiert sich nach den Arbeiten, die das Staatliche Bauamt in Auftrag gegeben hatte, in keinem guten Zustand. Nachgebessert wird aber nicht.2012/03/ortsdurchfahrtleinburg_New_1332508501.jpg

LEINBURG – Bis vor wenigen Tagen war es noch ein Fahrgefühl wie auf einer Schlaglochpiste – und das auf einer frisch sanierten Strecke. Kein Wunder also, dass sich zahlreiche Bürger über den Zustand der Ortsdurchfahrt Leinburg beschwerten.

Ende September/Anfang Oktober sanierte das Staatliche Bauamt Nürnberg den Bereich vom Ortsende Diepersdorf bis fast zur Ampel unterhalb der alten Schule in Leinburg. Die Gemeinde wurde erst auf den letzten Drücker informiert.

Nach den Reparaturen auf der Strecke Gersdorf-Gersberg hatte die Nürnberger Behörde für diesen Bereich kurzfristig noch Gelder und zeitliche Kapazitäten frei. „Sonst hätten wir 2011 dort gar nichts mehr machen können“, begründet Ulrich Lang, Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt, die überraschend angesetzten Bauarbeiten.

Ursprünglich war vorgesehen gewesen, nur eine Dünnschicht aufzutragen. Dann entschloss sich die Behörde zu einer etwas aufwändigeren Sanierung mit einer zusätzlichen Dünnschicht im Kalteinbau. Der Haken dabei: Damit lagen die Schieber und Schächte fünf bis sechs Zentimeter tiefer als bisher. Fuhr man mit dem Auto darüber, holperte es wie bei einem Schlagloch.

Für die Gullydeckel ist die Gemeinde und nicht das Staatliche Bauamt zuständig, erklärt Lang gegenüber unserer Redaktion. Sie musste nun eine Firma beauftragen, die Schächte etwas anzuheben. Diese Arbeiten konnten erst in dieser Woche durchgeführt werden, weil dazu eine längere frostfreie Phase herrschen musste. Den Winter über hatten die Verkehrsteilnehmer mit den Mängeln leben müssen.

Ärgerlich aus Sicht der Gemeinde ist außerdem, dass man erst im Juli die Gullydeckel hatte erneuern lassen. Hätte man im Rathaus vorher schon gewusst, dass das Staatliche Bauamt die Ortsdurchfahrt 2011 noch sanieren möchte, so wären die Schacht-Arbeiten auf dem betroffenen Streckenabschnitt verschoben worden. Die Reparaturen der vergangenen Tage kosteten rund 6500 Euro – Geld, das man an anderer Stelle sinnvoller hätte ausgeben können.

Gefahr durch Rillen?

Viele Beschwerden kamen auch zum unregelmäßigen Asphalt. Statt einer gleichmäßigen Schicht scheint der Belag zu „schwimmen“ und weist immer wieder Rillen auf. Ganz extrem ist es im Bereich der Supermarkt-Zufahrt. Ulrich Lang berichtet dazu, dass hier ein Autofahrer trotz Absperrungen auf den noch weichen Asphalt fuhr und die Schäden verursacht hatte. Nachbesserungen machen seiner Ansicht nach aber keinen Sinn, denn dafür müsste der betroffene Teil abgefräst und eine neue Schicht aufgetragen werden. Das werde zu kostspielig. Kleinere Schönheitsreparaturen würden die Situation nur „verschlimmbessern“, meint er. Für einige Leinburger Bürger ist das nicht nachvollziehbar. Sie fürchten, dass es für Motorradfahrer und Radler zu gefährlichen Situationen kommt, und kritisieren, dass das Staatliche Bauamt die unsauberen Arbeiten der Baufirma in dieser Form überhaupt abgenommen hat.

Zumindest darf man hoffen, dass die Verlängerung der Ortsdurchfahrt Leinburg besser saniert wird. Das Staatliche Bauamt hat seinen Kostenrahmen für Maßnahmen auch im Nürnberger Land zur Genehmigung eingereicht. Darin ist auch die Straße in Leinburg enthalten. Allerdings werden derzeit die Winterschäden erhoben. Wenn dringliche Reparaturen erledigt sind, ist absehbar, für welche Maßnahmen zum Bestandserhalt noch Mittel zur Verfügung stehen, erläutert Lang. Auch in die andere Richtung, der Ortsdurchfahrt Diepersdorf, besteht Handlungsbedarf. Hier präsentiert sich der Straßenbelag noch stärker als „Fleckenteppich“. Jedoch sind die Reparaturen hier aufwändiger und damit kostspieliger als in Leinburg. Angesichts knapper Kassen geht die Tendenz beim Staatlichen Bauamt deshalb eher dahin, im Hauptort tätig zu werden – das aber wohl noch in diesem Jahr.

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