Ausgaben von insgesamt 6,4 Millionen Euro

Leinburg verabschiedet einen Rekordetat

Mit insgesamt 3,2 Millionen Euro nimmt das Gesundheits- und Gemeindezentrum einen dicken Posten bei den Ausgaben der Gemeinde Leinburg ein. Mit 6,4 Millionen Euro greift die Gemeinde heuer tief ins gut gefüllte Geldsäckel. Foto: privat2015/03/leinburg_gesundheits_gemeindezentrum_maerz2015.jpg

LEINBURG – Es war eine harmonische Haushaltsverabschiedung. Mit Lob von allen Seiten segneten die Leinburger Gemeinderäte einstimmig einen neuen Rekordetat ab. Der gesamte Haushalt verfügt insgesamt über ein Volumen von 17,2 Millionen Euro, etwa 3,8 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Dabei muss unterschieden werden zwischen Verwaltungs- und Vermögenshaushalt. Erster betrifft die Pflicht- und Kernaufgaben der Verwaltung, wie etwa Ausgaben für Personal oder Zuschüsse für Vereine oder Schulen. Die Einnahmen sprudeln durch Steuern etwa im Einkommens- und Gewerbebereich. Der Vermögenshaushalt hingegen umfasst die Projekte wie Bauvorhaben, Grundstückskauf und -verkauf sowie Sanierungen, Straßen- und Kanalbau.

Die Gemeinde Leinburg steht gut da. Dank einer niedrigen Arbeitslosenquote ist die Einkommenssteuer mit über vier Millionen Euro die größte Einnahmequelle des Verwaltungshaushaltes. Gewerbetreibende spülen weitere 2.05 Millionen Euro in die Kasse. Nicht nur dadurch konnten 1,63 Millionen Euro vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt überführt werden, der nun bei 6,42 Millionen Euro liegt (Vorjahr: 3,88 Millionen Euro). Bürgermeister Joachim Lang spricht von einer „tollen Einnahmesituation“.

Die größten Ausgaben für das Jahr 2015 im Vermögenshaushalt liegen mit über vier Millionen Euro im Hochbau. Größtes Bauprojekt sind das Gemeinde- und Gesundheitszentrum: 1,8 Millionen Euro sind für das Gemeindezentrum veranschlagt, 1,4 Millionen Euro für das Gesundheitszentrum. Die Gemeinde nimmt dafür einen Kredit in Höhe von einer Million Euro auf. Durch die Kreditaufnahme steigt der Schuldenstand auf 3,5 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt mit 540 Euro noch immer unter dem Landesdurchschnitt von 700 Euro.

Ende des Jahres soll der Neubau des Gesundheitshauses sowie die Umgestaltung der Alten Schule in ein Gemeindezentrum abgeschlossen sein, sagte Rathauschef Joachim Lang in der Sitzung des Gemeinderats.

Eine längere Diskussion löste der geplante Anbau am Kindergarten in Gersdorf aus. Gelder von über einer halben Million Euro sind in den Haushalt eingestellt. Der Tagesordnungspunkt 2, bei dem die Planungen dazu genehmigt werden sollten, stieß bei vielen Räten auf Kritik. Sahen die Planungen doch nun 80.000 Euro mehr vor – immer wieder war der Preis in der Vergangenheit nach oben korrigiert worden. 505.000 Euro sind veranschlagt, allein für den Anbau. Die Sanierung des Altbaus und der Außenanlagen sind da noch gar nicht mit eingerechnet.

Vom Architekturbüro Hertel und Ilg war bei der Sitzung keiner anwesend. Die Gemeinderäte stimmten dem Vorhaben per se zu. Über die genaue Planung, Details und Preisgestaltung wollen sie in den nächsten Sitzungen gemeinsam mit dem Architekten diskutieren.

23.000 Euro für Breitbandausbau

Freude kam bei den Gemeinderäten angesichts des Breitbandausbaus auf. Die Kosten liegen mit 23.000 Euro weit niedriger als erwartet. „Was vor hundert Jahren der Ausbau des Trinkwassernetzes mit Wasserleitungen war, sind heute die schnellen Datenleitungen“, sagte Günther Kuhn (FWG).

Die Renovierung des Rathauses wird mit 45.000 Euro im Haushalt veranschlagt, der Einbau von Digitalfunk für die Feuerwehren mit 25.000 Euro. Die Entenberger können sich zudem über ein neues Feuerwehrauto für 100.000 Euro freuen. Ein Anbau für die Feuerwehr Leinburg schlägt mit 120.000 Euro zu Buche.

Noch ein dicker Posten im Vermögenshaushalt: Die Gemeinde erweitert und saniert in diesem Jahr ihre Kläranlage. Für die Kanalbauarbeiten fallen Kosten in Höhe von 680.000 Euro an, für die Kläranlage sind weitere 150.000 Euro veranschlagt.

Der Verwaltungshaushalt verfügt über 10,8 Millionen Euro. Die Personalkosten nehmen 15 Prozent ein, Zuweisungen und Zuschüsse 20 Prozent, Umlagen 29 Prozent und die bereits genannte Zuführung zum Vermögenshaushalt 16 Prozent.

Die Gemeinderäte zeigten sich mit dem aufgestellten Haushalt sehr zufrieden: Alle Fraktionssprecher bedankten sich für die konstruktive Zusammenarbeit.

N-Land Kai Mirjam Kappes
Kai Kappes