Haushalt für 2014 verabschiedet

Leinburg bewegt mehr Geld als je zuvor

Das Diepersdorfer Gewerbegebiet ist für Firmen attraktiv und für Leinburg lukrativ: 1,47 Millionen Euro Gewerbesteuer bringt es. Foto: Buchner-Freiberger2014/03/78808_haushaltleinburgtafelgewerbegebiet_New_1394557564.jpg

LEINBURG — Einen laut Bürgermeister Joachim Lang „rekordverdächtigen“ Haushalt hat der Leinburger Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend verabschiedet. Und das – trotz der bevorstehenden Wahl – einstimmig und völlig ohne politische Nickeligkeiten.

Tatsächlich ist in Leinburg noch nie so viel Geld bewegt worden. 9,53 Millionen Euro (Vorjahr 8,57 Millionen) umfasst der Verwaltungshaushalt, in dem alle laufenden Kosten aufgelistet sind, 3,88 Millionen Euro (Vorjahr 2,17 Millionen) stehen im Vermögenshaushalt für Investitionen zur Verfügung. Das Erfreuliche dabei: Im Verwaltungshaushalt wird ein satter Überschuss von 1,01 Millionen Euro erwirtschaftet, der dem Vermögenshaushalt „zugeführt“ (Vorjahr 710 000 Euro), also für Investitionen verwendet werden kann. Manch andere Kommune kann diese gesetzlich vorgeschriebene Zuführung schon nicht mehr leisten.

Trotzdem kommt Leinburg nach Jahren des konsequenten Schuldenabbaus 2014 nicht um eine Kreditaufnahme herum. Eine Million Euro leiht man sich von der Bank. Geld, das als Anfinanzierung für das geplante Gemeinde- und Gesundheitszentrum in der Alten Schule in Leinburg benötigt wird. Hierfür soll im Mai der Spatenstich erfolgen. Da aber gleichzeitig rund 208 000 Euro Schulden getilgt werden, beträgt die Netto-Neuverschuldung „nur“ 791 000 Euro. Damit steht Leinburg am Jahresende mit 3,73 Millionen Euro in der Kreide (Vorjahr 2,63 Millionen Euro).

Der Umbau der Alten Schule ist gleichzeitig die größte Investition, die in Leinburg im Jahr 2014 ansteht. 1,5 Millionen Euro sind für das Gemeindezentrum heuer eingeplant, noch einmal 987 000 Euro für das unmittelbar angeschlossene „Gesundheitszentrum“ mit Arztpraxen. 170 000 Euro wird der zweite Sanierungsabschnitt der Straße von Unterhaidelbach nach Weihersberg kosten. Hier werden jedoch die Anwohner über die Straßenausbaubeitragssatzung an den Kosten beteiligt, außerdem will Bürgermeister Lang die Stadt Röthenbach bei der Finanzierung ins Boot holen. Schließlich führt die Straße auf den Moritzberg hinauf, der Röthenbacher Ortsgebiet ist. Insgesamt gibt Leinburg 230 000 Euro für bessere Straßen aus.

170 000 Euro kostet die Planung der Kläranlagensanierung, der Bauhof bekommt ein dringend benötigtes, neues Fahrzeug für 150 000 Euro, der Ausbau des Lohleitenwegs in Gersdorf schlägt mit 110 000 Euro zu Buche und für 50 000 Euro wird eine Fluchttreppe an die neuen Mittagsbetreuungs-Räume an der Diepersdorfer Schule angebaut. Hier steht bisher ein provisorisches Gerüst. 50 000 Euro fließen in den Breitbandausbau.

Größte Posten bei den laufenden Ausgaben sind die Kreisumlage, also das Geld, das Leinburg an den Landkreis überweist, in Höhe von 2,5 Millionen Euro (Vorjahr: 2,24 Millionen) sowie die Personalkosten mit 1,39 Millionen Euro. Letztere bleiben jedoch seit Jahren einigermaßen konstant und auf vergleichsweise niedrigem Niveau, wie Bürgermeister Lang betonte.

Steigende Steuereinnahmen

Damit Leinburg all diese Aufgaben schultern kann, braucht die Gemeinde natürlich Einnahmen. Die kommen vor allem aus der Einkommensteuer mit 3,63 Millionen Euro (Vorjahr 3,3 Millionen), aus der Gewerbesteuer mit 1,47 Millionen Euro (Vorjahr: 1,2 Millionen), aus Schlüsselzuweisungen vom Land (490 000 Euro, Vorjahr: 690 000 Euro) sowie aus der Grundsteuer B (435 000 Euro, Vorjahr: 430 000 Euro).

Ausgesprochen zufrieden zeigten sich Bürgermeister Joachim Lang sowie die Fraktionen mit dem von Kämmerer Horst Kühnhakl erarbeiteten Etat. Leinburg stehe gut da. CSU-Sprecher Konrad Ringel lobte die hohe Zuführung an den Vermögenshaushalt und die niedrigere Pro-Kopf-Verschuldung, die weit unter dem Landesdurchschnitt liege. Matthias Hummel von der SPD freute sich, dass erstmals Geld für die Seniorenarbeit bereitgestellt wurde (4000 Euro). Er gab aber zugleich zu bedenken, dass der nächste Gemeinderat die Sanierung zahlreicher Straßen angehen müsse. Eine unbequeme Aufgabe deshalb, weil die Anlieger an den Kosten beteiligt werden müssen. Und Günther Kuhn (FW) hob unter anderem den Ausbau der Breitbandversorgung hervor, der eine wichtige Aufgabe für die Gemeinde darstelle. „Was vor 100 Jahren das Trinkwassernetz war, sind heute die Datenleitungen.“

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger