E.-Coli-Bakterium in Trinkwasser nachgewiesen

Es muss abgekocht werden

Die Gemeinde und das Gesundheitsamt hoffen derzeit, dass bis Ende der kommenden Woche das Leitungswasser wieder bedenkenlos getrunken werden kann. | Foto: Brian Jackson/stock.adobe.com2020/10/Leinburg-Trinkwasser-adobe-scaled.jpg

LEINBURG – Im Trinkwasser Leinburgs und von Teilen Röthenbachs wurde ein Bakterium nachgewiesen. Leitungen werden derzeit gespült,
Wasser gechlort. Man hofft, dass Ende nächster Woche das Lebensmittel wieder bedenkenlos genossen werden kann.

In der Gemeinde Leinburg und den Röthenbacher Stadtteilen Haimendorf und Renzenhof ist das Wasser verunreinigt und muss derzeit abgekocht werden. Wasser aus der Leitung, das nicht abgekocht ist, darf nicht für die Lebensmittelzubereitung verwendet werden, hat das Gesundheitsamt Nürnberger Land angeordnet. Bürgermeister Thomas Kraußer spricht von einem einzigen E.-Coli-Bakterium, das man nachgewiesen hat, das aber eine gewaltige Maßnahmen-Maschinerie in Gang gesetzt hat, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.

Bereits am Montag hat man eine Routinekontrolle durchgeführt, am Dienstag lag dann das Ergebnis vor, dass an einer der Messstellen das Bakterium nachgewiesen wurde. Sofort habe man für den Mittwoch eine Kontrollmessung angeordnet, um auszuschließen, dass es sich nur um einen Messfehler gehandelt habe, so der Bürgermeister. Seitdem ist man ständig mit dem Gesundheitsamt des Landratsamtes in Kontakt. Am Donnerstagnachmittag bereits um 14 Uhr hat man sich zur Krisensitzung getroffen, um 15 Uhr kam das Egebnis, das die Verunreinigung bestätigte.

Hier habe sich die vorbereitete Checkliste des Notfallplans für derartige Fälle bewährt, so der Bürgermeister, die man sofort abgearbeitet habe. Mit im Gremium saßen Kreisbrandinspektor Christian Falk, Leinburgs zweiter Bürgermeister Günther Kuhn, Röthenbachs Bürgermeister Klaus Hacker, Vertreter der Wasserwerke sowie natürlich das Gesundheitsamt. Auch die Gemeinderäte wurden einbezogen, ebenso der Rundfunk.

Information der Bürger an erster Stelle

Wichtigster Punkt zunächst war die Information der Bürger. Für sie wurden umgehend 4000 Handzettel gedruckt und in alle Haushalte verteilt, alle Telefone im Rathaus wurden bis abends um 20 Uhr besetzt, um die zahlreichen Fragen der Anwohner beantworten zu können, die Feuerwehr fuhr mit Lautsprecherdurchsagen durch die Ortschaften, um vor dem Konsum des Leitungswassers zu warnen.

Auch an viele kleine Dinge musste gedacht werden. So versorgte man alle Kindergärten im Gemeindegebiet mit zusätzlichem Mineralwassser. „Die Kleinsten sind am empfindlichsten“, ist Kraußer klar, der erfreut darüber ist, dass alles Hand in Hand lief und sich viele Eherenamtliche und Rathausmitarbeiter in diesem Akutfall engagierten. Besonderen Kontakt suchte man zu den lebensmittelverarbeitenden Firmen, aber auch zu Landwirten, die zum Beispiel auch zur Reinigung ihres Milchgeschirrs nur abgekochtes Wasser verwenden dürfen.

Daneben wurden sämtliche Brunnen und Hochbehälter überprüft. Dabei stellte man fest, dass diese komplett sauber waren, da das Bakterium offensichtlich irgendwie ins Netz eingeschleppt worden sein muss. „Wie, das wird man wohl nie herausfinden“, nimmt Kraußer an. Froh ist man, dass das Bakterium keine schweren Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen hat, allenfalls verursache es leichte Magenbeschwerden.

Es wird laufend gemessen

Und dies ist nun natürlich die zweite wichtige Aufgabe der Krisenmanager: Das Trinkwasser muss wieder komplett frei von Bakterien werden. Zu diesem Zweck werden nun die Leitungen permanent gespült, und es wird auch laufend gemessen. Damit ist auch der leichte Chlorgeruch verbunden, denn um die Verunreinigung so schnell wie möglich zu beseitigen, wird dem Wasser derzeit Chlor zugesetzt.

Das Gesundheitsamt rechnet mit einer Woche“, informiert Kraußer und hofft, dass die Leinburger und Röthenbacher Ende nächster Woche wieder wie gewohnt das Wasser aus dem Hahn trinken können.

Info:
Fragen aus der Bevölkerung werden im Leinburger Rathaus „zu den üblichen Dienstzeiten“ unter den Telefonnummern 09120/1877-0, -11 und -14 beantwortet.

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