241 Bürger entscheiden, ob die Dorferneuerung und/oder die Flurbereinigung kommt

Abstimmung: Am Sonntag fallen die Würfel

Ein repräsentatives Aushängeschild ist der Dorfplatz mit Brunnen in Entenberg nicht gerade. Da kann man mehr draus machen, findet der Arbeitskreis Dorferneuerung. Wenn die Abstimmung morgen positiv ausfällt, wird das in Angriff genommen. Foto: Spandler2014/07/entenberg_dorfmitte_als_Smart-Objekt-1.jpg

ENTENBERG/OBERHAIDELBACH – Am Sonntag sind 241 Bürger der beiden Leinburger Ortsteile Entenberg und Oberhaidelbach zur Abstimmung an die Urnen gerufen. Sie werden darüber entscheiden, ob es in beiden Dörfern zur Flurneuordnung und/oder Dorferneuerung kommt oder nicht. Betroffene Bewohner setzen sich seit eineinhalb Jahren mit diesen Fragen auseinander, beraten in Arbeitskreisen die mögliche Entwicklung ihrer Ortschaften und diskutieren eventuelle Kosten. Bürgerbeteiligung soll bei diesem Prozess großgeschrieben werden.

Aufgerufen zum Votum pro oder contra Dorferneuerung bzw. Flurneuordnung sind nur jene Bewohner der beiden Dörfer, die auch Grund oder/und Immobilien besitzen, denn auf sie kommen schließlich auch die Kosten zu, die etwaige Entwicklungsmaßnahmen mit sich bringen. Nach den Beratungen in der vorbereitenden Phase unter der Moderation von Heidi Kaiser aus Nürnberg im Auftrag des Amtes für Ländliche Entwicklung Mittelfranken wurde ein Abschlussbericht verfasst. Darin finden sich eine Schilderung der Ausgangslage, der Zielsetzungen und Maßnahmenplanungen der einzelnen Bereiche. Einzusehen ist er unter www.leinburg.de

Das Interesse an der Mitarbeit in den Arbeitskreisen war von Anfang an groß. Etwa 22 Bürger engagierten sich im AK Flurneuordnung unter der Führung von Heinz Engelhardt, 15 waren es bei der Dorferneuerung mit ihrem Leiter Matthias Hummel, im Laufe des Prozesses ließ die Beteiligung leicht nach.

Über die Monate kristallisierten sich etliche Anliegen der Mitglieder für den AK Flurbereinigung heraus, die als erstes in Angriff genommen werden sollten.

Weitere Versammlungen

Wenn sich am Sonntag eine Mehrheit für die Neuordnung entscheidet, werden in einer weiteren Bürgerversammlung die Details zum Ablauf des Verfahrens festgelegt. Sollten Flächen zum Verkauf anstehen, wird die Teilnehmergemeinschaft diese aufkaufen, um den Flächenabzug für die einzelnen Eigentümer zu reduzieren. Sicher wird es zehn bis zwölf Jahre dauern bis es zur Neuverteilung der Grundstücke kommt, wie sich in anderen Verfahren bereits gezeigt hat.

Ausdrücklich ist im Bericht festgehalten, dass die bestehende Kulturlandschaft erhalten bleiben, die Flächenaufteilung aber einfach zeitgemäßer gestaltet werden soll. Denn oft seien die Grundstücke zu klein, als dass sich der Einsatz moderner landwirtschaftlicher Gerätschaften lohne. Die Bewirtschaftung müsse gewährleistet werden, was auch bedeute, dass alle Grundstücke angefahren werden können. Aber: Das Wegenetz soll nicht komplett umgebaut werden, denn die vorhandene Struktur soll im Groben ja erhalten bleiben

Beim Arbeitskreis Dorferneuerung steht die Sanierung von maroden Ortsstraßen in Entenberg ganz oben auf der Wunschliste, denn vier dieser Straßen sind recht sanierungsbedürftig. Hier rechnet man mit großzügigen Zuschüssen vom Amt für Ländliche Entwicklung. Weitere Baustellen sind das Pfarramt in Entenberg und in Oberhaidelbach das Bachbett, dessen Einfassung altersschwach ist und langsam wegbricht. Nicht zu vergessen ist die Neugestaltung der Dorfplätze in beiden Ortsteilen, die ein „ganz zentrales Anliegen“ des Arbeitskreises sind, wie Hummel festhält.

Egal wie die Würfel am Sonntag fallen, für den Gemeinderat ist das Ergebnis der Abstimmung im Feuerwehrhaus von Entenberg (10 bis 18 Uhr) verbindlich. Sollte eine Mehrheit für die Erneuerungsmaßnahmen sein, dann wird sich das Leinburger Gremium damit beschäftigen und für beide Projekte jeweils einen siebenköpfigen Vorstand wählen. Und auch dann wird der Bürgerwille wieder oberste Priorität besitzen und in weiteren Bürgerversammlungen zur Diskussion stehen.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler