Am Pegnitzufer in Lauf

Lehrpfad vermittelt Wissen über die Welt unter Wasser

Dieter Wölfel – hier links neben der Tafel bei der Einweihung – hatte die Idee zu dem Fischlehrpfad. Zwischen Anna-Dietz-Steg und Siechenlohsteg, auf einer Strecke von einem Kilometer, stehen nun sieben Infotafeln. | Foto: Sichelstiel2018/06/fischlehrpfad-lauf-eroffnung.jpg

LAUF — Dass in der Pegnitz Forellen schwimmen, weiß jedes Kind. Aber wer kennt schon Bitterlinge, Lauben und Nerf­linge? Mehr über diese teilweise gefährdeten Arten ist auf sieben Metalltafeln zwischen Anna-Dietz- und Siechenlohsteg in Lauf zu erfahren – dort gibt es jetzt einen Fischlehrpfad.

Mindestens 25 Fischarten schwimmen rund um Lauf in der Pegnitz, schätzt Jörg Zitzmann, der Präsident des Mittelfränkischen Fischereiverbands. Wer am Ufer entlang­ radelt oder spaziert, bekommt von der Vielfalt im Wasser aber nur wenig mit. Der neue Fischlehrpfad soll das ändern, er soll Wissen rund um den Lebensraum Pegnitz vermitteln. „Nur was man kennt, kann man lieben und schützen“, bringt das Ulrich Fitzthum, der Leiter des Wasserwirtschaftsamts Nürnberg, auf den Punkt.

Zwei Jahre bis zur Umsetzung

Dieter Wölfel, bei der Stadt Lauf zuständig für Naturschutz sowie Baum- und Landschaftspflege, hatte die Idee zu dem Fischlehrpfad, „ich habe das in Fürth gesehen und fand es gut“. Bis zur Umsetzung am linken Pegnitzufer dauerte es rund zwei Jahre. Bezahlt haben die rund 7000 Euro teuren Tafeln, die von der Designerin Katja Prechtl gestaltet wurden, indirekt die mittelfränkischen Fischer selbst: Wer einen Fischereischein beantragt, muss eine Abgabe bezahlen. Dieses Geld wird unter anderem für Bildungsprojekte verwendet.

Der Laufer Lehrpfad ist folglich nicht der erste in Mittelfranken. Ähnliche Infotafeln stehen bereits in Schnaittach, in Henfenfeld, aber auch am Altmühlsee oder am Wöhrder See in Nürnberg.

Für Benedikt Bisping, den Laufer Bürgermeister, passt der Fischlehrpfad perfekt zu Lauf – schließlich gebe es die Stadt nur wegen des Flusses, meint er. Bereits im 11. Jahrhundert soll am nördlichen Ufer eine erste Siedlung entstanden sein. Mehrere Mühlen nutzten das an dieser Stelle starke Gefälle („Laufen“) des Flusses. Auch diese historischen Aspekte sind Teil des Lehrpfads. Entsprechende Texte hat Doris Utzat vom Laufer Industriemuseum beigesteuert.

Zur Stadtgeschichte gehören auch die Laufer Wehre – obwohl diese sogenannten Querverbauungen für Fische definitiv ein Problem sind, weil sie nicht an ihnen vorbeischwimmen können. Was vor Hunderten von Jahren noch niemanden gestört hat, beschäftigt inzwischen die Naturschützer. Fisch­treppen, wie es sie vielerorts schon gibt, sollen den Fluss wieder durchgängig machen.

Angedacht sind unter anderem Führungen für Schulkassen. Wer hierzu Informationen haben möchte, kann Dieter Wölfel von der Stadt Lauf kontaktieren (Telefonnummer 09123/9623413).

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel