Eichen statt Kiefern und Fichten

Laufer Wald soll fit werden für den Klimawandel

Ortstermin im Wald: Mitglieder des Bauausschusses und Mitarbeiter der Stadt Lauf mit Steffen Taeger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und Förster Michael Bayerer (von links), dem für Lauf zuständigen Revierleiter. | Foto: Buchner-Freiberger2019/10/bauausschuss-waldumbau-lauf2.jpg

LAUF. Der Klimawandel setzt den heimischen Nadelwäldern zu. Kiefern und Fichten haben langfristig keine Zukunft. Im Rahmen der „Initiative Zukunftswald“ (IZW) hat die Stadt Lauf deshalb mit dem Umbau des eigenen Waldes begonnen und hofft, dass private Forstbesitzer nachziehen.

Noch sehen es vor allem Fachleute: Gerade an den Rändern der Wälder im Nürnberger Land mehren sich rot oder braun verfärbte Kiefern. „Das ist der langsame Anfang von dem, was uns mittelfristig überall blüht“, sagt Steffen Taeger, Abteilungsleiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Ein Ampel-Index, den die Bayerische Forstverwaltung erstellt hat, zeigt für das Jahr 2100 „rot“ für Fichte, Tanne, Kiefer oder Lärche. „Diese Bäume werden sich aus Franken definitiv verabschieden“, so Taeger. Hitze, Trockenheit, Stürme und daraus resultierend der Borkenkäfer-Befall setzen ihnen schwer zu.

Die Forst-Experten des AELF treiben deshalb den Umbau des Waldes hin zu stabileren Mischbeständen voran, die den Klimawandel besser vertragen. Gepflanzt werden sollen vor allem Laubbäume und hier speziell Eichen, Buchen oder Ahorn. Kommunen sind genauso gefordert wie Privatwaldbesitzer. Die Stadt Lauf zum Beispiel verfügt über 250 Hektar Stadt- und 80 Hektar Spitalwald, die Flächen liegen größtenteils rund um Schönberg und Nuschelberg.

Begonnen wurde mit dem Waldumbau jetzt aber im Gebiet „Ziegelholz“, nördlich von Neunhof. Bereits im Dezember 2018 wurden hier auf einer Fläche von drei Hektar Bäume gefällt, insgesamt 391 Festmeter Holz. So wurde auch Licht geschaffen, das die jungen Bäume, die in diesem Herbst oder im nächsten Frühjahr gepflanzt werden, zum Wachsen brauchen. „Für den Waldumbau müssen wir verstärkt in die Holzernte einsteigen, wir waren hier in den letzten Jahren sehr zurückhaltend“, erklärte Steffen Taeger den Mitgliedern des Laufer Bauausschusses.

Probleme dabei: Wo im Wald große Maschinen zum Einsatz kommen, wird schnell Kritik aus der Bevölkerung laut. Weil der Holzpreis aktuell im Keller ist, ist es schwierig, private Waldbesitzer zum Holzeinschlag zu motivieren. „Manche Wälder wurden über Generationen vererbt, viele Besitzer kennen heute ihre Flächen nicht einmal genau“, sagt der zuständige Revierleiter Michael Bayerer, der auch die Stadt Lauf berät und den Waldumbau vor Ort betreut.

Dass Holzeinschlag zurzeit eben finanziell kein lukratives Geschäft ist, macht das Beispiel Ziegelholz deutlich: Einem Erlös von gut 17 300 Euro stehen Kosten für die Holzernte von 11 600 Euro gegenüber. Immer noch ein schöner Gewinn, möchte man meinen, doch zieht man die Kosten für das Setzen der jungen Bäume (die aufwändig umzäunt werden müssen) heran, steht unter dem Strich eine knappe schwarze Null.

Wie und wo es mit der IZW im Raum Lauf weitergeht, hängt denn auch stark von den Vermarktungsmöglichkeiten (im Landkreis übernimmt das die Forstbetriebsgemeinschaft) ab, so Michael Bayerer auf Nachfrage der PZ. Den Wald sich selbst zu überlassen, ist jedenfalls keine Option, sind sich Bayerer und Taeger einig.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger