Freiman geht in den Ruhestand

Wolf Kraus wird Chef am Laufer CJT

Wolf Kraus und Thomas Freiman sind beide Biologie- und Chemielehrer und geben sich nun als Schulleiter des CJT-Gymnasiums in Lauf die Klinke in die Hand. | Foto: Beck2019/02/CJT-Lauf-Freimann-und-Kraus-Direktorat-abe.jpg

LAUF — Generationenwechsel im Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium: Wolf Kraus (49), seit zwei Jahrzehnten Lehrer am Laufer Gymnasium und seit fünf Jahren schon Stellvertreter des Schulleiters, ist von der Regierung Mittelfranken zum Nachfolger des 15 Jahre älteren amtierenden Obertstudiendirektors Thomas Freiman bestimmt worden.

Als Thomas Freiman beginnt, von den vergangenen neun Jahren zu erzählen, bilden sich kleine Lachfältchen um seine Augen. Er wirkt zufrieden, ist mit diesem Abschluss des letzten Kapitels seines Berufslebens vollkommen einverstanden. „Im Laufer Gymnasium ist mir von Anfang an die Liebenswürdigkeit und das Interesse der Schüler aufgefallen. Auch die gute Zusammenarbeit mit den Eltern ist nicht selbstverständlich“, sagt Freiman. Und Wolf Kraus war sein Wunschkandidat für die Nachfolge.

Der 65-Jährige Freimann tritt am 15. Februar seinen Ruhestand an und blickt gerne auf die Zusammenarbeit am CJT zurück. „Das Kollegium ist innovativ und den Schülern zugewandt. Wir haben schnell festgestellt, dass die pädagogischen Zielvorstellungen übereinstimmen. Wir wollen den Schülern eine Hilfe sein, wollen sie unterstützen, besonders in schwierigen Lebensphasen“, sagt der scheidende Schulleiter.

In seiner Amtszeit hat sich am Laufer Gymnasium viel verändert. „Eines der erfolgreichsten Projekte ist für mich die Einführung des Doppelstundenprinzips. Es schafft eine andere Form von Unterricht, sorgt für Entspannung und ermöglicht mehr Effizienz für die Lehrer“, erzählt Freiman. Unter anderem im digitalen Bereich sei ein sinnvoller Unterricht in 45 Minuten nicht möglich.

„Kraus ist die richtige Wahl“

Dass Freiman entspannt los lassen kann, liegt augenscheinlich auch an seinem Nachfolger. „Ich könnte mir keinen Besseren wünschen. Unsere langjährige Zusammenarbeit hat mir gezeigt, dass er die richtige Wahl für diese Schule ist“, sagt Freiman und sorgt mit diesem Lob für ein verlegenes Lächeln auf dem Gesicht von Wolf Kraus.

Dieser kam 1999 im Alter von 30 Jahren an das CJT. Seit zwei Jahrzehnten unterrichtet er dort unter anderem Biologie und Chemie und übernahm mit der Zeit auch immer mehr organisatorische Aufgaben, wie etwa als Initiator der Suchtprävention und als Oberstufenbetreuer. Seit fünf Jahren ist er Freimans Stellvertreter und freut sich nun auf seine kommenden Aufgaben.

„Ich bezeichne mich selbst als ,Gewächs des Hauses‘ und schätze das CJT für seine innovativen Projekte. Ich war in meiner Zeit als Lehrer an vielen anderen Schulen zu Informationszwecken und ich wäre nirgendwo lieber als in Lauf“, sagt Kraus.

Verwaltung kann Spaß machen

Es falle ihm schwer, das Lehramt ab dem 16. Februar abzugeben, da das Unterrichten von Kindern ein besonders schöner Beruf sei. „Andererseits habe ich in den letzten Jahren erstaunt festgestellt, dass auch Verwaltung Spaß macht“, sagt Kraus und erntet dafür ein zustimmendes Nicken von Freiman.

Das zuvor erhaltene Lob gibt Kraus gerne zurück: „Ich kenne kaum jemanden, der so empathisch ist wie Thomas Freiman. Er ist ein wahrer Menschenfreund und merkt sofort, wenn jemand Sorgen hat. Die Schüler stehen bei ihm im Mittelpunkt, und wenn ein Fünftklässler mit Tränen in den Augen ins Sekretariat kommt, nimmt er einfach den Autoschlüssel und fährt das Kind nach Hause.“

Auch im Kollegium sei das Eis schnell gebrochen gewesen. Als eines der zahlreichen gemeinsamen Projekte kommt Kraus plötzlich der neue Kicker in den Sinn, der unter Freiman angeschafft wurde. „Ein guter Kauf! Ich war erstaunt, dass ich es noch kann. Immerhin habe ich den schnellsten Rechtszug der Lehrerschaft“, sagt Freiman mit stolzem Unterton.

In seinem neuen Amt steht Kraus nun die Organisation der Wiedereinführung des G9-Systems und die Entwicklung von digitalisiertem Unterricht bevor. „Mit dem schönen Wort ,mittelfristig‘ plant das Landratsamt auch eine Sanierung des Gebäudes. Unsere Rohre sind nun mal 50 Jahre alt und ab und zu muss schon mal ein Wassereimer herhalten“, sagt Kraus. In Sachen Sanierung sind sich die beiden einig. „Die Klassenzimmer des CJT sind schön und die Gänge sind weit. Einen Neubau wollen wir deswegen unbedingt verhindern“, sagt Freiman.

N-Land Andrea Beck
Andrea Beck