Christian Nikol ist einziger Gemeinderat der „Franken“ im Landkreis

„Von Fraktionszwang halte ich nicht viel“

Christian Nikol ist Ortsvorsitzender der Partei für Franken. Er war zum ersten Mal als Gemeinderatskandidat aufgestellt und sitzt ab Mai im Gremium. Foto: Kappes2014/03/feucht_christian_nikol_partei_fuer_franken.jpg

FEUCHT – „Die Partei für Franken – Die Franken“ konnte neben Roth und Hof auch in Feucht einen Erfolg einfahren: Christian Nikol (42), Verkehrsplaner bei DB Regio, sitzt ab Mai im neu gewählten Feuchter Gemeinderat. Der Bote sprach mit ihm über Ziele und Überraschungen.

Herr Nikol, Ihr achtköpfiger Ortsverband hat zum ersten Mal bei der Kommunalwahl in Feucht teilgenommen und prompt einen Platz im Gremium erhalten. Waren Sie überrascht?

Christian Nikol: Eigentlich schon. Wir sind Neulinge in der Parteienlandschaft. 2009 hatte sich die Partei gegründet, im September 2013 der Ortsverband in Feucht. Wir haben zwar die 160 nötigen Unterschriften in Feucht erreicht, um auf die Wahlliste zu kommen. Aber für einen Platz im Gemeinderat braucht es dann doch mehr Unterstützer. Ich bin dankbar, dass die Leute so gut mitgemacht haben, schließlich geht der Trend bei der Wahlbeteiligung nach unten.

In Feucht lag die Wahlbeteiligung bei mageren 59 Prozent …

Nikol: Nach der Wahl loben sich die Parteien selbst für ihren Erfolg. Dabei bilden die Ergebnisse gar nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung ab. Die junge Generation muss besser angesprochen werden. Vielleicht ist bald eine Wahlbeteiligung via Internet möglich.

Wie erklären Sie sich, dass Sie in Feucht die nötigen Unterschriften für eine Aufstellung erreicht haben, während Sie in Städten wie Fürth und Nürnberger nicht einmal 20 Prozent der nötigen Unterschriften sammeln konnten? Auch in Lauf waren es gerade einmal 54 Prozent.

Nikol: Das liegt an der Geographie. In Feucht hatten wir unseren Stand direkt am Pfinzingplatz. Die Leute, die uns unterstützen wollten, konnten schnell ins Rathaus gehen, um sich in die Liste einzuschreiben. Viele Unterschriften kamen übrigens von Moosbacher Bürgern. In Nürnberg und Lauf waren die Wege vom Infostand bis zum Rathaus hingegen bis zu einem Kilometer lang.

Ihre Partei möchte sich stärker für Franken einsetzen und die Kluft zwischen Nord- und Südbayern verringern. Wie soll Ihnen das in einem Gemeinderat gelingen?

Nikol: Egal in welchen Rat wir gewählt werden, stärken wir die Partei und werden dadurch immer mehr gehört. Andere Parteien versuchen gegenzurudern. Das ist eine gute Sache. Als wir uns 2009 gegründet haben, hatten auf einmal die Freien Wähler einen Frankenbeauftragten. Auch das Heimatministerium in Nürnberg geht in diese Richtung.

Haben Sie keine Angst, dass Ihrer Partei dadurch das Wasser abgegraben wird?

Nikol: Das müssen sie erstmal schaffen.

Was sind Ihre Ziele für Feucht?

Nikol: Ich will den Nahverkehr verbessern, besonders für Moosbach, mit einer Bürgerbuslinie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Kaufladen ohne Bezuschussung in dem Ortsteil halten kann. Wichtiger ist es, dass die Moosbacher auch ohne Auto nach Feucht zu Edeka oder Rewe kommen. Auch in das Gewerbegebiet fährt nur vier- bis fünfmal am Tag ein Bus. Doch nur, wenn eine gute Vertaktung da ist, nehmen die Leute die Linie auch an. Das weiß ich aus beruflicher Erfahrung.

Und im sozialen Bereich?

Nikol: Ich werde dem Verkauf der altengerechten Wohnungen in Feucht nicht zustimmen. Alle Parteien diskutieren über die Altersarmut und in Feucht sind die Mieten exorbitant angestiegen. Ältere Menschen sollten die Möglichkeit haben, in Feucht bleiben zu können, solange sie noch mobil sind.

Wie geht es nun bei Ihnen weiter?

Nikol: Nächste Woche will ich Gespräche mit den anderen Parteien führen. Wir wissen noch nicht, ob wir uns mit den Kleinen zusammenschließen (bislang UCS, FWG und FDP, Anm. d. Red.). Mir ist es wichtig, Profil zu zeigen. Von einem Fraktionszwang halte ich nicht viel. Schließlich machen Menschen Politik für die Bürger, nicht für die Parteien.

Interview:

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