Vermessung in der Laufer Unterwelt

Johannes Henschel vom Schnaittacher Architekturbüro Henschel nimmt die Vermessungen in einem der Laufer Felsenkeller vor. Foto: Privat2009/06/20090608_vermessfelsenk_altstadtfr_big.jpg

LAUF – Die Altstadtfreunde Lauf forschen weiter in den Kellern unter dem Marktplatz: Erstmals gibt es nun eine vollständige Karte der historischen Gewölbe auf der Nordseite, die für Führungen zugänglich sind. Wichtig ist sie vor allem für Bauarbeiten im Erdreich.

Die Geschichte der exakten Vermessung der Keller, die bis zu zehn Meter unter der Erde liegen, beginnt schon 1994, und zwar westlich der Falknerstraße – im Rahmen einer Diplom-Arbeit der Fachhochschule Mainz wurden damals die ersten 1500 Quadratmeter an Fläche erfasst, im Bereich vom «Betten-Karsten» bis zur Straße. Nun haben die Altstadtfreunde nachgelegt: Mit einem Lasermessgerät hat das Landschaftsarchitekturbüro Henschel aus Schnaittach im Auftrag des Vereins das Areal auf der östlichen Seite vermessen und dazu etwa 500 exakte Messpunkte aufgenommen.

Die rund 1000 Quadratmeter großen Keller waren erst von Dezember 2007 bis Juni 2008 von freiwilligen Helfern vom Schutt befreit worden. Rund 395 Tonnen wurden ans Tageslicht geschaufelt (die PZ berichtete).

Mithilfe der genauen Ortskenntnis des Vorstands der Altstadtfreunde, Baldur Strobel, konnten nun die Ergebnisse der Vermessung zu einem übersichtlichen Plan umgesetzt und mit der digitalen Flurkarte vernetzt werden. Bürgermeister Benedikt Bisping nahm die Pläne in Papierform und digital im Rathaus entgegen.

Sie sollen dabei helfen, Bauarbeiten zu planen – damit nicht etwa zu tief gegraben wird. Doch längst nicht alle Keller sind erfasst: «Wir wissen bei manchen Häusern gar nicht, was darunter liegt», erklärt Strobel. Eine Lücke besteht etwa noch im Areal direkt am Hersbrucker Tor. Dort halten die Besitzer ihre unterirdischen Gewölbe für die Altstadtfreunde verschlossen.

Und auch die Südseite des Marktplatzes ist oft noch unbekanntes Terrain für die Vereinsmitglieder. Baldur Strobel würde gerne weitere Keller begeh- und vorzeigbar machen, ist dafür aber auf die Mithilfe der Eigentümer angewiesen. Unter dem ehemaligen Gasthaus «Birkel», sagt er, ist ein sehr interessanter und großer Raum. Das Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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