Stadtwerke Lauf geben kosten weiter

Strompreis steigt ab Januar

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LAUF — Die Laufer Stadtwerke erhöhen ab Januar 2017 den Strompreis um rund vier Prozent. Damit ist auch eine dreijährige Preisstabilität zu Ende. Der Grund dafür liege aber nicht am Betrieb in Lauf, so Werkleiter Jürgen Ferfers, sondern ausschließlich an höheren Kosten für die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG-Gesetz) und an höheren Netzentgelten für die Durchleitung des Strom durch überörtliche Leitungen, die von den Stadtwerken nur an den Verbraucher durchgereicht werden.

„Das drückt uns schon sehr“, sagt Jürgen Ferfers. Denn ohne diese externen Kostenerhöhungen hätte der Strompreis in Lauf in neuen Jahr vermutlich sogar gesenkt werden können, „weil wir den Strom selbst etwas günstiger einkaufen können“. Die entlastenden Effekte daraus werden allerdings aufgrund erheblicher Mehrkosten ins Gegenteil verkehrt. „Daher ist eine Anhebung des Stromtarifes zum 1. Januar 2017 sowohl beim Arbeits- als auch beim Grundpreise leider nicht zu vermeiden“, sagt Jürgen Ferfers.

Für den immer als Beispiel dienenden Dreipersonenhaushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 3500 Kilowattstunden bedeutet die Preiserhöhung in der Grundversorgung von vier Prozent monatliche Mehrkosten von 3,62 Euro brutto. Die Preiserhöhung im Privatstromtarif liegt ebenfalls bei circa vier Prozent und bedeutet monatliche Mehrkosten von 3,42 Euro bei 3500 kWh.

Zum 1. Januar 2017 steigt die staatliche Umlage zur Förderung Erneuerbarer Energien (EEG-Umlage) kräftig an. Mit der EEG-Umlage werden die Kosten, die aus der Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen – wie Wind- oder Solarstrom – entstehen, auf die Strom­endverbraucher umgelegt. Allein der Preisbestandteil „Steuern, Abgaben und Umlagen“ macht dann ab dem Jahr 2017 etwa die Hälfte des Strompreises aus.

Stromschwankungen sind teuer

Die durch staatliche Behörden regulierten sogenannten Netzentgelte sind ein weiterer wesentlicher Preisbestandteil des Strompreises, sie machen 2017 etwa 25 Prozent des Strompreises aus, so die Rechnung der Stadtwerke in ihrer Pressemitteilung. Diese Gebühren für die Netzinfrastruktur werden für die Durchleitung von Strom durch die Netze erhoben und auf die Netznutzer und damit die Endverbraucher verteilt.

Diese Netzentgelte für den Netzbetreiber Tennet steigen zum 1. Januar 2017 um fast 80 Prozent an. Der Grund dafür ist allein die ungleichmäßige Stromerzeugung durch Wind und Strom, die durch das sogenannte Redispatch ausgeglichen werden müssen. Hierunter sind Eingriffe in die Leistung von Kraftwerken zu verstehen, um die überlasteten Stromleitungen oder fehlenden Strom im Gleichgewicht zu halten und die Netze zu stabilisieren. Dieses Einschreiten ist aufgrund des starken Wachstums der erneuerbaren Energien und der Schwankung immer öfter notwendig.

Die Städtischen Werke Lauf und die Stromversorgung Neunkirchen werben vor dem Hintergrund der Preiserhöhung für nachhaltiges Energiesparen und ihre Klimaschutzprogramme. Außerdem könnte ein Wechsel vom Grundversorgungstarif zum Privatstromtarif eine Einsparung bringen.

Über die Preisänderung informieren Stadtwerke und Stromversorgung Neunkirchen ihre Kunden in den kommenden Tagen noch in einem persönlichen Anschreiben.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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