Am Laufer Gymnasium

Sport mit Ball und Band ist „in“

Am morgigen Donnerstag zeigen die Gymnastinnen auf dem Foto in der Bitterbachhalle ihre Choreografie.2019/02/Training-Sportgymnastik-CJT-abe1.jpg

LAUF — Kinder sitzen ständig vor dem Computer, hängen am Smartphone und haben keinen Bock auf Sport? Die Rhythmische Sportgymnastik am Laufer Gymnasium beweist das Gegenteil. Der Tanz mit bunten Bändern und Seilen in glitzernden Kostümen lockt jedes Schuljahr Dutzende Mädchen in den Nachmittagskurs von Mercedes Manzke.

30 bis 40 neue Mädchen schlagen zu Beginn jedes Schuljahres bei der Sportlehrerin auf. Mit ihrem Kurs möchte Manzke fördern, was laut Schulen, Politikern und Ärzten in Deutschland unbedingt wachsen muss: Die sportliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen.

Aufwendige Choreografien mit Geräten, ästhetische Bewegungen und Körperbeherrschung im Einklang mit der Musik, das sind die Elemente, die die Rhythmische Sportgymnastik ausmachen und die Mädchen begeistern. Am kommenden Donnerstag, 28. Februar, dürfen sie das im Training Einstudierte in einem öffentlichen Wettkampf zeigen. Dann findet von 10 bis 14.30 Uhr das Turnier der Rhythmischen Sportgymnastik für Mittelfranken in der Laufer Bitterbachhalle statt.

Diesen Wettkampf organisiert die Laufer Sportlehrerin Mercedes Manzke jedes Jahr. Seit 2006 unterrichtet sie am Laufer Christoph–Jacob–Treu–Gymnasium (CJT) und führte in die Nachtmittagsangebote der Schule eine neue Sportart ein – die Rhythmische Sportgymnastik. Manzke selbst trat in Kindheit und Jugend als professionelle Sportgymnastin bei Turnieren an.

„Durch Rhythmische Gymnastik wird man Herr über seinen Körper“, sagt Manzke. Anders als beim Turnen stehe die Verbindung zur Musik und die Beherrschung von Geräten im Mittelpunkt. „Zum CJT mit seinen ganzen Tanzkursen passt die Sportart gut“, findet Manzke.

Turnier ist ein Erlebnis

Während der professionelle Wettkampf, wie in jeder Sportart, von harter Konkurrenz und extremen Training der Sportler gekennzeichnet ist, verfolgt Manzke mit dem Turnier für Mittelfranken ein anderes Ziel. „Ein Turnier ist ein besonderes Erlebnis für die Mädchen. Es ist mal etwas anderes als das gewohnte Training“, sagt Manzke.

Für sie selbst ist der Wettkampf vor allem anstrengend. Das Orga–Team aus Lehrern muss jährlich von Neuem Kontakte zu Schulen und Vereinen herstellen und Richterinnen finden. Es dauere schon Wochen, um nur die Startlisten zu erstellen, erzählt Manzke. In diesem Jahr werden rund 80 Gymnastinnen in drei Wettbewerbsklassen antreten.

Auf die Frage, warum sie diesen Stress jährlich auf sich nehme, lacht Manzke. Trotz des Aufwands habe das Turnier natürlich auch viel Gutes. Der sichtliche Spaß ihrer Schülerinnen und der Werbeeffekt für den Sport seien ihre Motivation. „Wenn die Fünftklässlerinnen bei diesem Turnier zusehen, wollen sie danach alle in die Gymnastik“, sagt Manzke.

Eine der Gymnastinnen ist die zehnjährige Maelle Maué. Sie ist in der fünften Klasse und wurde durch ein Video auf die Gymnastik aufmerksam. „Ich will bis zum Abitur mitmachen“, erzählt das Mädchen mit Überzeugung in der Stimme. Sie will sich anstrengen, um am Turnier teilnehmen zu können. In jeder Wettkampfklasse darf eine Gruppe aus höchstens fünf Gymnastinnen bestehen. Maelles Kurs der jüngsten Mädchen hat mehr als doppelt so viele Mitglieder.

N-Land Andrea Beck
Andrea Beck