Neues Regal im Laufer Jugendzentrum

So landet Brot nicht im Müll

Der „Juz-Teiler“, vor dem sich Christine Platt, Julia Hacker, Bürgermeister Thomas Lang und Sozialpädagogin Doris Müller (v. l. n. r.) aufgereiht haben, bietet frische Backwaren von lokalen Bäckerein. Bald könnte das Sortiment erweitert werden. | Foto: Haase2020/09/Juz-Teiler-Fairteiler-Lauf-Juz.jpg

LAUF – Rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel landen weltweit pro Jahr auf dem Müll, obwohl man sie eigentlich noch essen könnte. Einen kleinen Beitrag gegen diese Verschwendung leistet seit dieser Woche der so getaufte „Juz-teiler“ im Laufer Jugendzentrum.

In dem Regal am Eingang des Juz stehen zunächst Backwaren, Brötchen und Brot von lokalen Bäckereien kostenlos zu Verfügung. Wer sich dort etwas abholt, rettet das Lebensmittel nicht nur vor dem Weg in die Tonne, sondern schont auch den eigenen Geldbeutel. Verläuft die erste Testphase mit den Backwaren gut, so soll es später auch andere Lebensmittel geben.

Foodsharing im „Juz-teiler“

Initiiert haben den „Juz-teiler“ die Laufer Stadträtinnen und Jugendbeauftragten Christine Platt und Julia Hacker, gemeinsam mit Martina Vogel, Ehrenamtliche der Laufer „Foodsharing“-Gruppe.

In Lauf setzen sich rund 50 „Foodsaver“ für die Rettung von Lebensmitteln ein, holen Backwaren ab, die Bäckereien nicht verkaufen, Wurstabschnitte vom Metzger oder Lebensmittel aus Supermärkten und bringen sie an Orte, wo man sie kostenlos abholen kann – so wie nun auch im Laufer „Juz-teiler“.

„Wenn zum Beispiel eine von zehn Orangen in einem Netz schlecht ist, kann das ganze Netz nicht mehr verkauft werden. Wir sammeln die schlechte Orange heraus und verschenken die neun anderen“, sagt Vogel weiter. Im gesamten Landkreis kooperieren bisher 15 Betriebe mit der 2012 gegründeten und deutschlandweit aktiven „Foodsharing“-Gruppe, in Lauf sind es bislang fünf, so die Lauferin.

Kochen mit Jugendlichen

Lange haben die drei Initiatorinnen gemeinsam mit der Stadt Lauf nach einer Möglichkeit gesucht, das Regal für alle zugänglich anzubieten. „Im Laufer Juz steht der Lebensmittelverteiler in einem geschützten Raum, damit es keinen Vandalismus gibt und man kann es gut mit Projekten für und mit den Jugendlichen kombinieren“, sagt Christine Platt.

Auf einen gemeinsamen Kochkurs mit den Jugendlichen und Workshops zum Thema Lebensmittelverschwendung und Nachhaltigkeit freut sich auch Doris Müller, Sozialpädagogin des Laufer Juz. „Die Jugendlichen sind schon ganz heiß darauf mit den Lebensmitteln zu kochen“. 

Informationen

Der „Juz-teiler“ ist während der Öffnungszeiten des Jugendzentrums ebenfalls geöffnet. Eine Tüte für die Lebensmittel muss mitgebracht werden. Ob und wann es frische Backwaren gibt, informiert das Juz auf seiner Facebookseite und auf der Internetseite.

Wer sich selbst (auch Firmen) innerhalb der Foodsharing-Gruppe engagieren möchte, kann sich per E-Mail an [email protected] an Martina Vogel wenden.

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