Neues Geschäft in der Ortsmitte

Schönberger freuen sich über ihren Dorfladen

Blick in den neuen Schönberger Dorfladen. Hier gibt es alles, was man für den täglichen Bedarf braucht. „Es müssen ja nicht immer zehn verschiedene Zahnpastasorten zur Auswahl sein“, meinte ein Kunde2012/09/51173_dorfladenschoenbergueberblick3_New_1348672568.jpg

SCHÖNBERG — Die Schönberger sind ab sofort wieder „Selbstversorger“. Denn gestern hat in der Ortsmitte der neue Dorfmarkt eröffnet – nach nur knapp einem Jahr intensiver Vorbereitungszeit.

„Wir waren am Anfang skeptisch, ob das was wird, aber jetzt finden wir es super“, „ich hätte gar nicht gedacht, dass das Angebot so groß ist“ und „ich freue mich einfach, dass ich nicht jedes Mal nach Lauf zum Einkaufen fahren muss“: So oder ähnlich begeistert äußerten sich gestern Vormittag die ersten Kunden, die neugierig den Laden in der Neuhäuser Straße inspizierten und natürlich gleich die ersten Einkäufe tätigten.

Man fühlt sich ein wenig in die anheimelnden „alimentari“, die kleinen italienischen Lebensmittelmärkte versetzt. Auf knapp 200 Quadratmetern bekommen die Schönberger fast alles für den täglichen Bedarf: frisches Brot und Backwaren, Wurst und Käse, Obst und Gemüse, Tütensuppen und Nudeln, Tiefkühlpizza, Süßigkeiten, Zahnpasta und Waschpulver, Getränke, aber auch „Schmankerl“ wie etwa Pralinen aus der Produktion der benachbarten „Lebenshilfe“. Fleisch wird auf Wunsch vorbestellt. An kleinen Tischen kann man außerdem einen Kaffee trinken und ein Pläuschchen halten. Die Lieferanten – Metzger, Bäcker, Brauereien und Gemüsebauern – kommen allesamt aus der Region.

40 Freiwillige halfen mit

Bis zur Eröffnung gestern ist rund ein Jahr der Planung vergangen. „Wir wussten, dass der letzte noch verbliebene Bäcker im Ort zumachen wollte und wir haben hier in Schönberg immer mehr ältere Menschen. Außerdem ist die Busverbindung nach Lauf noch nicht ideal“, beschreibt Aufsichtsratsmitglied Gernot Wolf, zugleich zweiter Vorsitzender des Dorfvereins, die Motivation für das „Projekt Dorfladen“. Mit dem leerstehenden Schlecker-Markt in der Neuhäuser Straße war schnell ein geeigneter Standort gefunden, der mit vergleichsweise geringem Aufwand umgestaltet werden konnte. Gut 40 Freiwillige engagierten sich in einem Arbeitskreis, der von einem professionellen Unternehmensberater unterstützt wurde.

Um den genossenschaftlich organisierten Dorfladen aber letztlich in die Tat umsetzen zu können, musste nicht nur guter Wille, sondern vor allem ein finanzieller Grundstock her. Rund 240 Personen haben bislang Anteile zu mindestens 250 Euro gekauft und sind auf diese Weise „Mitbesitzer“. Weitere „Anteilseigner“ dürfen und sollen folgen. Dadurch konnten neben den ersten Waren auch eine Kühltheke und weiteres Mobilar angeschafft werden. Drei Verkäuferinnen, zwei davon aus Schönberg, sind fest angestellt, „und wir planen vielleicht noch ein paar 400-Euro-Kräfte zu beschäftigen“, so Gernot Wolf. Zusätzlich engagieren sich viele ehrenamtliche Helfer, die zum Beispiel Regale auffüllen oder den Putzlappen schwingen.

Etwa 250 000 Euro Jahresumsatz muss der Dorfladen machen, um sich selbst zu tragen, haben Gernot Wolf und seine Mitstreiter (Vorsitzende der Genossenschaft sind Peter Lang und Saskia Seeger-Dotzler) ausgerechnet. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass das Geschäft von der Bevölkerung auch dauerhaft angenommen wird, nicht nur am Eröffnungstag, an dem sich Kunden aller Altersklassen drängten. „Schönberg und Weigenhofen haben zusammen rund 1900 Einwohner, das ist eine gute Basis“, meint Wolf. Außerdem setzt man auf „Vesperholer“ aus der Lebenshilfe oder die Bus- und Kindergartenkinder als Kunden.

Das Sortiment ist keineswegs auf alle Zeiten festgelegt. Man wolle in den nächsten Wochen genau beobachten, was die Leute wünschen und die Waren dahingehend anpassen. Und noch eine Vision haben die Initiatioren: Dass im Dorfladen nämlich nicht nur eingekauft wird, „sondern dass die Leute hier auch einfach ein bisschen plaudern“, so Gernot Wolf.

Einweihnungsfeier am Samstag

Geöffnet ist der Schönberger Dorfladen montags bis freitags von 6.30 bis 18 Uhr und samstags von 6.30 bis 12 Uhr. Die offizielle Einweihungsfeier findet am kommenden Samstag, 29. September, ab 12 Uhr statt. Die Eröffnungsrede hält Christian Nürnberger, Publizist und Ehemann von Nachrichtensprecherin Petra Gerster. Es spielt der Schönberger Posaunenchor.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger