Bundesdrogenbeauftrage Marlene Mortler sprach in Lauf

Raucher sterben früher

Die heimische Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler (links) ist auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Im Heuchlinger Wollnersaal sprach sie über ihr neues Fachgebiet. Foto: Kirchmayer2015/06/Mortler_Wollnersaal_Drogen.jpg

HEUCHLING — Die heimische Bundestagsabgeordnete und Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) hat bei einem Vortrag im Wollnersaal in Heuchling vor Mitgliedern ihrer Partei und des VdK-Ortsverbands Lauf/Hersbruck vor allem vor den legalen Drogen Alkohol und Nikotin gewarnt. Einmal mehr sprach sie sich gegen eine Legalisierung von Cannabis aus.

Sie wolle, „dass mehr Menschen Cannabis als Medizin bekommen, denen es auch nachgewiesenermaßen hilft“, eine grundsätzliche Legalisierung sei aber kein Thema. „Wenn wir schon mit Alkohol und Tabak genügend zu tun haben, sollten wir nicht leichtfertig Cannabis in diese Richtung schieben“, sagte Mortler vor rund 70 Gästen. Jeder müsse seinen eigenen Alkoholkonsum „immer wieder kritisch hinterfragen“, so die Dehnbergerin, die vor allem Frauen davor warnte, in der Schwangerschaft zu trinken. Jedes Jahr kämen deshalb in Deutschland rund 200 000 Kinder mit Behinderung zur Welt. „Leisten Sie alle Ihren Beitrag: 0,0 Promille in der Schwangerschaft“, gab Mortler den überwiegend älteren Zuhörern mit.

Auch das Thema Rauchen treibt die Bundesdrogenbeauftragte um. Bis 2006, gab Mortler zu, habe sie selbst geraucht, dann aber den Absprung geschafft. „Raucher leben im Schnitt zehn Jahre kürzer als Nichtraucher“, sagte die Bundestagsabgeordnete, die sich bisher erfolglos dafür eingesetzt hat, dass Tabakwerbung in Deutschland komplett verboten wird. Innerhalb der EU sträubten sich nur Bulgarien und Deutschland dagegen, so Mortler, die den Schwarzen Peter dem Bundeswirtschaftsministerium zuschob. Es gehe schließlich ums Geld.

Mortler warnte auch vor sogenannten E-Zigaretten und E-Shishas, die bislang nicht verboten sind. Die Mutter dreier Kinder sieht die Gefahr, dass Jugendliche dadurch letztlich zum Rauchen von Zigaretten verleitet werden.

Beim Thema Crystal Meth drückte Mortler ihre Freude darüber aus, dass mittlerweile Polizisten aus Tschechien Verdächtige auch über die grenze nach Deutschland und umgekehrt verfolgen dürfen. „Diese Zusammenarbeit ist extrem wichtig“, so die CSU-Politikerin, schließlich käme die synthetische Droge hauptsächlich auf diesem Weg in die Bundesrepublik. Der Einrichtung von Drogenkonsumräumen in Bayern, wie es sie in vielen anderen Bundesstaaten schon gibt, erteilte Mortler eine klare Absage.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer