Tourismus im Landkreis

Qualität ist das beste Marketing

Das Nürnberger Land lockt nicht nur durch schöne Landschaften viele Touristen an, wie hier die Fröschau im südlichen Landkreis. Foto: Herbert Bauer2015/06/Froeschau_P1070433.jpg

NÜRNBERGER LAND – Es gibt ihn noch, den „Gebietsausschuss Nürnberger Land im Tourismusverband Franken e.V.“, auch wenn dort keine Entscheidungen mehr getroffen werden. Aber ganz verzichten kann und will man auf das Konstrukt aus den Anfangszeiten des Tourismus im Nürnberger Land doch nicht. Dies bekräftigte Vorsitzender und Landrat Armin Kroder bei der tournusgemäßen Mitgliederversammlung im Vorfeld der Kreisentwicklungsausschusssitzung.

Das Prozedere war kurz: Überblick über den Kassenstand, der ein kleines Guthaben ausweist, Bericht der Kassenprüfer und Neuwahlen, wobei man mit dem Vorschlag des Landrats einverstanden war, das Gremium zu verschlanken. So einigte man sich darauf, den bisherigen Beirat nicht mehr zu besetzen sowie die anfallenden Arbeiten für die Kasse und die Schriftführung in das Referat Kreisentwicklung zu delegieren. Ein großes Gremium ist deswegen nicht mehr notwendig, weil die Entscheidungen im Hinblick auf den Tourismus im Landkreis Nürnberger Land in den Fachgremien fallen, die auch die finanzielle Entscheidungsgewalt haben.

Also bleibt der Vorstand mit Landrat Armin Kroder an der Spitze. Seine Stellvertreter sind der Reichenschwander Bürgermeister Bruno Schmidt und stellvertretender Landrat Norbert Reh. Als Schriftführerin fungiert Petra Hofmann, das Amt des Kassiers übernimmt Christiane Großl, die beide für Nürnberger Land Tourismus tätig sind. Als Kassenprüfer sind künftig Bernhard Kulacz und Dieter Donhauser tätig.

Olaf Seifert, der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Franken, bezeichnete den Tourismus als eine große Aufgabe, die nach dem Willen der Bayerischen Staatsregierung Leitökonomie und ein erheblicher Wirtschaftsfaktor sei.

Zwar fördere Bayern den Tourismus mit entsprechenden Mitteln, aber Seifert ließ keinen Zweifel daran, dass diese Mittel oft nicht in der gewünschten Höhe fließen. Eine Leitökonomie aber müsse man entsprechend fördern. Wenn jetzt auch noch die bisher bewilligten EU-Mittel wegfallen, werde es noch schwieriger, den Tourismus entsprechend voranzubringen.

Um so erfreulicher sei, dass es trotzdem gelinge, gute Ergebnisse zu erzielen, So verzeichnete man in Franken 2014 mit 22 Millionen Übernachtungen einen neuen Rekord und ein Plus von 1,4 Prozent. Somit habe man die Rückgänge aus 2013 nicht nur ausgeglichen sondern zugelegt und liege mit diesem Ergebnis weit vor Destinationen wie Brandenburg, Thüringen, Rheinland Pfalz oder Sachsen Anhalt.

Dass der Tourismus in Franken ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sei, unterstrich er mit Zahlen: 2014 erzielte man einen Umsatz von 9,1 Milliarden und bietet 182.000 Arbeitsplätze. Seifert dankte sowohl dem Landkreis als auch den Kommunen für die Unterstützung, „denn das ist nicht nur eine Investition in die B(äcker)-M(etzger)-W(irte)-Fraktion sondern allgemein in die Wirtschaft“.

Seifert nützte gleichzeitig die Gelegenheit dazu, dafür zu werben, in den Bemühungen um Qualität nicht nachzulassen. Vor allem die Betriebe sollten sich angesprochen fühlen, sich an den angestoßenen Marketingmaßnahmen zu beteiligen. Mit der aktuellen Kommunikationsstrategie setze man auf Franken insgesamt und stelle die Kernkompetenzen Radfahren und Wandern in den Mittelpunkt. Dazu zählen auch der Städtetourismus, Kultur, Kulinarik und Familie.

Kultur und Kulinarik würden vor allem in nächsten Jahr mit dem Jubiläum 500 Jahre Reinheitsgebot Bier und der Landesausstellung in Nürnberg, in die auch Lauf eingebunden sei, eine wichtige Rolle spielen. Eine steigende Bedeutung komme dem Auslandsmarketing zu und die Resonanz zeige, dass hier noch großes Potential vorhanden sei. „Aber das beste Marketing ist nach wie vor die Qualität im Angebot“, betonte Seifert abschließend.

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl