Premiere für Realschule Röthenbach

Röthenbach feiert seine ersten Realschul-Absolventen – mit viel lokaler Prominenz in der Aula. Foto: Sichelstiel2008/07/20080728_realschuleroethpublikum_big.jpg

RÖTHENBACH (ass) — Ein Abschied, der zugleich Premiere ist: An der Realschule in Röthenbach hat die erste Schülergeneration ihre Zeugnisse erhalten. Die drei Abschlussklassen haben die Schulgründung vor sechs Jahren am eigenen Leib erlebt, wurden noch im Behelfsquartier in der Seespitzschule unterrichtet. Dass ihnen „ihre“ Schule dabei ans Herz gewachsen ist, war bei der Entlassfeier in der Aula zu spüren.

Am Anfang zog Peter A. Müller seinen Hut. Der Rektor der jüngsten Schule im Landkreis zollte mit dieser Geste – er hatte die Bühne mit Kopfbedeckung betreten – seinen Schülern Respekt. Den hätten sie sich durch ihre guten Leistungen reichlich verdient, so Müller. Und weiter: „Anfangs haben wir Lehrkräfte mit Sorge auf diese Prüfung geschaut, aber es war euer Einsatz, der zum Erfolg führte.“ Von 87 angetretenen Jugendlichen haben 86 ihre mittlere Reife bestanden, viele mit hervorragenden Ergebnissen.

Dennoch war Müllers Rede zum Abschied eher geprägt von Wehmut. Er erinnerte die Ehrengäste und Eltern in der Schulaula an den Start der Realschule. Von zwei Klassenzimmern in der Seespitzschule bis hin zum eigenen Gebäude sei es ein langer Weg gewesen, begleitet auch von einigen Unkenrufen. Aber schon die schiere Zahl der Schüler in Röthenbach spreche eine klare Sprache: 650 sind es inzwischen. „Und wir gehen jeden Tag gerne in diese Schule“, so Müller.

Kein Wunder, dass sich auch Armin Kroder ein wenig im Licht des Erfolgsprojekts sonnte, das da am Steinberg entstanden ist: Der Landrat nannte seinen Besuch bei der Entlassfeier ein klares „Abstaubertor“. Denn „der Helmut hat es vorbereitet und ich hab’s reingemacht“ – mit Blick auf seinen Amtsvorgänger Helmut Reich, ebenfalls im Publikum.

Die Schülerrede hielten dann Tanja Studtrucker, Elisabeth Knaack und Pascal Jung: „An uns hat man das Realschulprogramm Röthenbach erprobt.“ Offensichtlich nicht zum Nachteil – lange Dankesworte gab es nämlich für Lehrer, Direktor und die Schulsekretärin. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen die Absolventen das hochmoderne Schulhaus. „Aber das ist nicht das Ende. Eher ein neuer Anfang“, so die drei Schülersprecher.

Musikalisch untermalt wurde die Feier, die nach dem „offiziellen“ Teil im Pausenhof ihre Fortsetzung fand, von der Band und dem Chor der Schule. Laura Kunze und Katharina Kytzia absolvierten einen gesanglichen Soloauftritt, während „NoFear“ mit Streetdance glänzten.

Müller konnte dann gleich vier Schüler für eine ausgezeichnete Gesamtleistung bei den Schlussprüfungen ehren: Elisabeth Knaack hat mit der Durchschnittsnote 1,66 abgeschlossen. Nur knapp hinter ihr liegen die Zwillinge Mirjam und Johanna Futschik sowie Michael Konopik, die jeweils 1,75 im Zeugnis stehen haben. Der Ehrenpreis der Stadt Röthenbach ging an Elisabeth Knaack, der Preis der Gemeinde Rückersdorf an Benjamin Maier. Leinburg ehrte mit Benjamin Reitinger „seinen“ besten Schüler auf der Realschule. Und Verena Vogt und Melissa Förster wurden vom Partnerschaftskomitee aus Röthenbach für ihre Leistungen in Französisch ausgezeichnet.

„Wir entlassen euch nun in eine Arbeitswelt, die großen Schwankungen unterworfen ist“, gab der Rektor seinen Schülern zum Schluss mit auf den Weg. Aber ihre Vorbereitung aufs Berufsleben sei schließlich gut. Und dann hatte er noch eine Überraschung parat: Bilder, die die Schüler als Fünftklässler zeigen. Sie zierten bunte Wimpel, die lange in der Schulaula hingen. Man könne an den Portraitfotos, so Müller, die enorme Verwandlung sehen, die jeder Absolvent im Laufe seiner Schulzeit mitgemacht habe.

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