Vielerorts loderten am Sonntag die Flammen

Ostermorgen im Feuerschein

In Heuchling wurde das Feuer um 5 Uhr angezündet, die sogenannte Feuerrede hielt Altlandrat Helmut Reich.
In Heuchling wurde das Feuer um 5 Uhr angezündet, die sogenannte Feuerrede hielt Altlandrat Helmut Reich. | Foto: Brinek2016/03/osterfeuer-weigenhofen-brinek.jpg

NÜRNBERGER LAND – Weithin sichtbar loderten am Sonntag die Osterfeuer. Unter anderem brannten diese in Heuchling, Weigenhofen, Osternohe und Bondorf.

Traditionsgemäß entzündeten die Heuchlinger ihren Holzstoß am Südhang des Heuchlinger Bergs gegenüber der Kleingartenanlage „Bergfried“ bereits um 5 Uhr, während die Weigenhofener ihren Feuerstapel eine Stunde später in Brand setzten. Es handelt sich um einen Brauch aus „urfürdenklichen Zeiten“, wie es
der Altlandrat Helmut Reich als einer der Initiatoren in Heuchling ausdrückte.

Rund um das Feuer, das die FFW Heuchling betreute, versammelten sich zur frühen Stunde viele Einwohner. Der örtliche Gesangsverein eröffnete die Feierstunde, ehe Helmut Reich, der letzte Bürgermeister der ehemals selbständigen Gemeinde, besinnliche Worte sprach, während der Stapel niederbrannte.

Auf dem weithin sichtbaren Hügel über Weigenhofen hatten freiwillige Helfer am Karsamstag einen großen Holzstoß aufgestapelt. Rund um das Feuer versammelten sich Weigenhofener und Ottensooser, um bei einer gemeinsamen Andacht den Ostermorgen zu begrüßen. Pfarrer Albrecht Kessel gedachte der  Auferstehung Jesu Christi, die er mit dem aufsteigenden Feuer verglich. Ortssprecher Hans Schmidt erinnerte an die große Tradition des Weigenhofener Osterfeuers, während der Posaunenchor Ottensoos-Rüblanden unter der Leitung von Werner Wolf die Feierstunde musikalisch umrahmte.

 

Recht früh waren die Osternoher "Kirwaboum" dran – ihr Holzstapel brannte schon gegen 3 Uhr.
Recht früh waren die Osternoher „Kirwaboum“ dran – ihr Holzstapel brannte schon gegen 3 Uhr. | Foto: Schuster2016/03/osterfeuer-osternohe-us.jpg

 

Weniger dem christlichen Feiertag als vielmehr ihrer Tradition entsprechend, feierten die Osternoher „Kirwaboum“ und ihre Mädchen am Wirtsberg. Gleich in der ersten Rechtskurve dort war der Holzstapel für das Feuer aufgeschlichtet, der bereits um 3 Uhr entzündet wurde. Vielleicht auch weil die Temperaturen um den Gefrierpunkt lagen, rückten die jungen Leute aus dem Osternoher Tal nahe an die Feuerstelle. In der gelebten Dorfgemeinschaft passten die Älteren auf die Jüngeren auf, auch ein paar wenige Gäste „von außerhalb“ fanden sich unter den Osternohern. Als das Feuer dann richtig brannte, machten sich die Ersten schon wieder auf den Nachhauseweg. Hier hatte es wohl Andreas Reinert am weitesten. Er lief auf dem Radweg nach Schnait­tach.

Völlig anders gestaltete sich die Nacht mit dem Brauch des Osterfeuers im Ortsteil Bondorf. Erstmals war die Feuerstelle in die sogenannte Leithe verlegt worden. Hier im Wassertal zwischen Löschweiher und Bauwagen seien die örtlichen Gegebenheiten günstiger, beispielsweise könne man bei Regen auch in die angrenzende Fischerhütte ausweichen, so Marktgemeinderat Georg Wittmann. Seine Feuerrede war ein geschichtlicher Rückblick.  Dabei stellte er heraus, dass das „beim Amte Osternohe gelegene Bonendorf“ bereits 1141 erstmals in Urkunden erwähnt wurde. Wittmann: „Mit diesem Wissen könnten wir nun eine richtige 875-Jahr-Feier organisieren – mal schauen, was daraus wird.“ Besonders freuten sich die Grundstückseigentümer Renate und Werner Wittmann über die vielen Dorfbewohner, die auch ihre Kinder mitbrachten. Der Posaunenchor mit seinen 14 Bläsern umrahmte die Feier. Beim Anzünden des Holzstoßes hatte Werner Wittmann ebenso wie sein Sohn Florian, der bei den Jungen am Wirtsberg das Feuerholz anzündete, wegen des Regens am Karfreitag alle Hände voll zu tun, ehe die Flammen in den Nachthimmel loderten.

bri/us

N-Land Pegnitz-Zeitung
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