Musikrichtung bestimmt Marschroute

Bekannt und bewährt: „Human Touch“ im Cafe Einstein2011/11/32723_humantoucheinstein_New_1320609065.jpg

LAUF — Wie sieht der ideale Laufer Kneipennachtgänger aus? Nach kurzem Überlegen bringt Martin Meinzer es auf den Punkt: Gut gelaunt, friedlich und lauffreudig soll er sein, um den ganzen Abend nicht nur in einer Kneipe zu verbringen. „Es heißt ja nicht umsonst ‚Lauf‘, lacht der Veranstalter. Und Menschen, die diese drei Kriterien vollauf erfüllen, gibt es anscheinend mehr als genug in Lauf und Umgebung: Auch die elfte Kneipennacht war sehr gut besucht.

Als kleinen, aber auch wirklich nur kleinen, Minuspunkt nennt Meinzer, dass sehr viele Duos oder Trios und wenige größere Bands auf der Kneipennacht spielten. Das liegt jedoch vor allem an den vorhandenen Räumlichkeiten – in viele kleine Kneipen passt schlicht keine Fünf-Mann-Band mit Schlagzeug.

Doch der Stimmung tat das keinen Abbruch, wie man etwa am Beispiel von „Gentle Noise“ im kunterbunten Wirtshaus beobachten konnte. Die beiden Musiker Nancy und Michael brachten mit originellen Interpretationen von Rock-Klassikern die Kneipenbesucher im Handumdrehen zum Mitsingen und bewiesen auch Humor im Umgang mit den Hits von Weltstars: So verwandelte sich der Rocksong „What’s up“ (4 Non Blondes) innerhalb von wenigen Takten in ein bühnenreifes Reggae-Lied.

Hier finden Sie die besten Bilder des Abends.

Auch die beiden Mitglieder von „Human Touch“ ersetzten mit eigenwilligen Interpretationen von bekannten Pop/Rock-Songs im Cafe Einstein spielend eine ganze Band. Und im Bierfilzla schaffte es der aus Minnesota stammende Erlanger Tim Brown gar allein mit seiner Gitarre und seinem Humor, das Kneipenpublikum für sich zu gewinnen.

Nebenan im Kaan’s sorgte ein DJ für Partystimmung, nachdem die geplante Karaoke abgesagt werden musste. Und nur wenige Meter davon entfernt konnten die Besucher zur Gute-Laune-Musik von „Four 2 the Bar“ im Antigo (ehemals Brazil) weiterfeiern und tanzen.

Zum Tanzen animierten auch die Musiker von „Zhenil“ im Black Horse. Diese waren so begehrt, dass es schon um halb neun am Abend hieß: Nur noch, wenn jemand das Black Horse verlässt, dürfen wieder neue Besucher herein.

Etwas ruhiger ging es im Kirchplatzstüberl zu, wo das Duo „Jam Unplugged“ mit akustischen Cover-Versionen von alten und neuen Klassikern die Besucher unterhielt. Und auch im Erklärbär bestritten zwei Musiker den ganzen Abend: „2 plus Groove“ überzeugten mit gecoverten Country- und Rocksongs.

In der Linde brachte das „David Wandell Duo“ Südstaaten-Feeling nach Lauf. Eine ganz andere Musikrichtung herrschte dagegen im Enigma vor, in dem „Tassos & Alexos“ stilecht mit griechischer Live-Musik auftrumpften.

Gleich zwei Bands sorgten im Schluckspecht für Stimmung, der dank Shuttle-Bussen einfach zu erreichen war: Den Anfang machte die Newcomer-Band „New Jersey“ aus Lauf, die einen gelungenen Auftritt hinlegten. Es folgten „Roots Level“, eine neue Formation um Lutz Lange, deren erfahrene Musiker den Gästen einheizten.

Und auch im Kuckucksnest wurde zu vorgerückter Stunde fleißig getanzt: Wulli Wullschläger und Sonja Tonn verbreiteten mit ihren Interpretationen von bekannten Hits gute Laune. Neben der obligatorischen Gitarre sorgte eine Geige hier für das gewisse Etwas in den Songs. Ganz allein kam dagegen der Organisator Martin Meinzer aus, der die Gäste im Lumpensammler mit seinem altbewährten Programm aus Rock-Klassikern ohne Mühe unterhielt.

Was den Veranstalter wohl gefreut hat: Einen lauffreudigen Eindruck machten die meisten Besucher der Kneipennacht. So erzählt etwa Peter, 27 Jahre alt, im Kaan‘s: „Wir haben heute Abend sieben Kneipen geplant und uns grob eine Marschroute zurechtgelegt. Das Kaan’s ist schon unsere fünfte Kneipe, also werden wir es wohl schaffen“.

Lydia und Ewald sind aus Offenhausen auf die Kneipennacht gekommen und haben sich vorgenommen, drei Kneipen zu besuchen. „Wir wollen überall da hin, wo uns die Musik zusagt“, erzählen sie.

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