Neuer Servicebereich im Laufer Rathaus ist fertig

Modernes Bürgerbüro statt triste Amtsstube

Christa Klement (sitzend, 4. v.l.) vom Einwohnermelde- und Passamt durfte ihren neuen Arbeitsplatz den Bürgermeistern, Stadträten und den Kollegen aus der Verwaltung präsentieren. | Foto: Braun2016/08/pz-122831_rathauslaufumbaubuergerbueroeroeffnungehrengaeste.jpg

LAUF — Hell, freundlich und modern ist es geworden, das neue Bürgerbüro im Laufer Rathaus. Nach dem rund achtwöchigen Umbau wurde es nun offiziell eröffnet.

Wer den neuen Servicebereich im ersten Stock des Rathauses betritt, findet ein modernes, lichtdurchflutetes Großraumbüro vor. Kein Vergleich mehr zum früheren Ordnungsamt, das, aufgeteilt auf fünf Räume und mit dem angestaubten Charme der 70er-/80er-Jahre, wenig Gemütlichkeit aufkommen ließ. Größtes Manko war der fehlende Wartebereich. Auf den wenigen Stühlen in dem dunklen Durchgangsflur nahmen die Kunden nur ungern Platz und reihten sich meist lieber stehend in die Schlange ein, erzählt Ordnungsamtsleiter Benjamin Wallner.

Diese Zeiten sind nun vorbei. Die Trennwände zwischen den ehemaligen Einzelbüros wurden entfernt, nicht mehr benötigte Türen durch Glasscheiben ersetzt, vier durchnummerierte „Arbeitsinseln“ und im hinteren Bereich eine kleine Teeküche nebst Garderobe für die Mitarbeiter eingerichtet. Auch das Mobiliar und die EDV-Anlagen wurden erneuert, LED-Lampen beleuchten den Raum. An der hinteren Wand des Büros soll bald noch die Silhouette der Stadt Lauf angebracht werden – ähnlich wie sie die Bürger bereits aus der Bahnhofsunterführung kennen.

Der Kunde betritt den Raum über einen großzügigen Durchgang und zieht zunächst eine Nummer an einem Automaten. Um die Wartezeit zu überbrücken, kann er in dem hellen Wartebereich auf bequemen Stühlen Platz nehmen und in Zeitschriften blättern, bis seine Nummer über einen Bildschirm aufgerufen wird.

An jedem der Arbeitsplätze bekommen die Kunden ab sofort verschiedene Leistungen aus einer Hand. Wer ein Führungszeugnis braucht, sich als Neubürger anmelden oder einen Ausweis beantragen will, ist hier richtig. Neben Einwohnermelde- und Passamt sind hier auch Gewerbe- und Ordnungsamt untergebracht. Weil die Mitarbeiter kassieren dürfen, ist der Gang zur Kasse, die ins Erdgeschoss verlegt wurde, nicht mehr nötig.

Angenehmere Atmosphäre

Mussten sich die Kunden früher neben dem Nebenmann stehend über einen hohen Tresen hinweg mit den Verwaltungsangestellten unterhalten, können sie nun direkt gegenüber am Schreibtisch Platz nehmen. Das sorgt nicht nur für einen persönlicheren Kontakt, sondern auch für mehr Privatsphäre und Datenschutz. Die Atmosphäre erinnert eher an ein Reisebüro als an eine Amtsstube.

Das ist auch so gewünscht, wie Bürgermeister Benedikt Bisping erklärt, schließlich sei das ehemalige Zimmer 111 das meistbesuchte im ganzen Rathaus – noch vor der Kämmerei und dem Bürgermeisterbüro. „Hier ist die erste Adresse für den Bürger, hier tritt er in direkten Kontakt mit dem Staat“, sagt der Rathauschef. Da sei es nur die logische Konsequenz, das Laufer Selbstverständnis, „freundlich, sympathisch und offen“ zu sein, auch baulich zu unterstreichen.

Damit dies gelingen konnte, war einiges an Planung, Arbeit und Nerven nötig. So zogen das Sozialamt und das Friedhofswesen in den Westflügel um. Die Ordnungsamtsmitarbeiter fanden bei den Kollegen des Bauamts und in den Fraktionszimmern vorübergehend Unterschlupf, wofür sich Abteilungsleiter Benjamin Wallner noch einmal bedankte.

Die größte Herausforderung beim Umbau des Ostflügels sei der Wanddurchbruch zum Gang hin gewesen, der nun als Zugang dient, erklärt Carsten Pillich vom Laufer Bauamt, der die Arbeiten leitete. Weil es sich dabei um eine tragende Wand handelte, musste der Bereich aufwändig mit Stahlträgern gestützt werden. Die lärmintensiven Arbeiten wurden vor allem an Freitagnachmittagen und Samstagen durchgeführt, um die Geduld der Mitarbeiter nicht zusätzlich zu strapazieren.

Bisping bedankte sich bei den Verwaltungsangestellten und Bürgern, die während er Umbauphase viel Geduld und Verständnis gezeigt hätten, und bei den Bauamtsleuten und Arbeitern für die „hervorragende Umsetzung“. Denn so ein Umbau im laufenden Betrieb sei nicht ohne, doch er spare auch bares Geld. Wie hoch die Kosten für das Bürgerbüro am Ende genau sein werden, wird in den kommenden Wochen errechnet. Bisher liege man gut im geplanten Kostenrahmen von 100 000 Euro. Als nächstes werden der dritte und vierte Stock des Rathauses saniert.

Christa Klement und Natalie Pilhofer vom Einwohnermelde- und Passamt sind jedenfalls zufrieden, mit ihrem neuen Arbeitsplatz. Der Kontakt zum Kunden und die Atmosphäre seien wesentlich angenehmer, findet Klement, auch wenn sie sich erst noch an das Großraumbüro gewöhnen müsse. Vor allem die Lautstärke ist noch ein Problem, diverse Schallschutzmaßnahmen sind bereits in Planung.

Für Gesprächsstoff sorgten bei der Eröffnung, zu der neben Bürgermeistern und Verwaltungsangestellten auch Stadträte gekommen waren, die Farbklekse in dem ansonsten in schlichtem Weiß und Grau gehaltenen Raum. Strahlen die Sitzkissen und Tischverblendungen nun in Gelb oder Grün? Am Ende waren sich die meisten einig: Es ist Limette.

Neu sind auch die Öffnungszeiten des Rathauses: Montag und Dienstag: 8 bis 12.30 Uhr sowie 14 bis 16 Uhr; Mittwoch: 8 bis 12.30 Uhr; Donnerstag: 8 bis 12.30 Uhr sowie 14 bis 18 Uhr; Freitag: 8 bis 12.30 Uhr.

Genügend Platz und Licht bietet der neue Wartebereich des Bürgerbüros. Die Sitzkissen sorgen für moderne Farbklekse.
Genügend Platz und Licht bietet der neue Wartebereich des Bürgerbüros. Die Sitzkissen sorgen für moderne Farbklekse.2016/08/pz-122842_rathauslaufumbaubuergerbuerowartezimmerneu.jpg
N-Land Tina Braun
Tina Braun