Wandergesellin vermisst Stock

„Lori“ – verzweifelt gesucht

So sieht der vermisste Wanderstock aus. | Foto: Privat2019/03/IMG_20190219_0857541.jpg

LAUF (bu) — Ein ungewöhnlicher Hilferuf hat die PZ erreicht: Eine Wandergesellin aus Berlin ist verzweifelt auf der Suche nach ihrem Wanderstock, den sie bei einem hilfsbereiten Autofahrer in Lauf vergessen hat.

Seit fünf Monaten ist Josephina auf der Walz und dabei schon kreuz und quer durch Deutschland gereist. Immer mit dabei: „Lori“, ihr Wanderstock. Am Donnerstag vergangener Woche machte die gelernte Damenschneiderin Station in Lauf. Gegen 22 Uhr wurde sie von einem Mann namens Kevin im Auto zum Bahnhof Lauf/links gebracht. „Zwei Minuten, nachdem ich ausgestiegen war, bemerkte ich, dass Lori fehlt“, erzählt Josephina am Telefon. „Total unglücklich“ sei sie noch einmal zurück zur Straße gegangen, „doch der sympathische Fahrer war schon weg“.

Sie würde sich riesig freuen, wenn ihr Wanderstock, auch „Stenz“ genannt, wieder auftauchen würde. „Er bedeutet für mich unheimlich viel. Ich hole ihn ab, egal wo“, sagt sie. Sollte sich „Kevin“ jetzt angesprochen fühlen oder jemand anderer den Stab gefunden habe, kann man Josephina per Email kontaktieren unter [email protected]

Ihren Nachnamen hat die Berlinerin übrigens für die Zeit der Walz abgelegt. Diese Tradition kommt aus der Zeit, als Familien der Wandergesellen in Zuchthäuser kamen, um die Gesellen unter Druck zu setzen, weil sie als Freidenker galten und somit einer Diktatur ein Dorn im Auge waren.

Josephina unterschreibt stattdessen mit dem Zusatz „frd. Damenschneiderin FBS“. „frd.“ heißt fremd, also dass sie sich auf der Walz befindet. FBS steht für die Gesellenvereinigung, mit der sie reist, der „Freie Begegnungsschacht“.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger