Laufer rockten zum zehnten Mal die Kneipen

„Aeroplane“ heizten den Besuchern im vollgepackten Acid Club mächtig ein. Foto: Luis Fischer2010/11/10735_New_1289155863.jpg

LAUF — Zum zehnten Mal rockten und feierten die Laufer am vergangenen Samstag bei der Laufer Kneipennacht. Und wie schon in den Jahren zuvor, war auch diese Jubiläums-Kneipennacht ein voller Erfolg für Veranstalter und Gäste.

Die Bilder zur Veranstaltung gibt es hier.

Während das Fazit der Gastwirte unterschiedlich ausfällt, sind sich die Besucher der zehnten Laufer Kneipennacht einig: „Ganz klar die beste Kneipennacht die es jemals gab, trotz des verregneten Wetters“ so Karsten (37) aus Lauf der sich bisher noch keine der zehn Veranstaltungen hat entgehen lassen.

Die Reaktionen der Wirte fiel da schon etwas differenzierter aus. Zwar waren die meisten sehr zufrieden, Gregor vom Kunterbunten Wirtshaus beispielsweiße klagte aber über die mangelnde „Wanderbereitschaft der Gäste“.

Nur einen Katzensprung weiter im Kuckucksnest sah es wiederum ganz anders aus: „Von Anfang an war der ganze Laden voll“ freute sich Wirtin Beate. Ebenso rund lief der Auftakt für den Schluckspecht, der Kneipe in Rudolfshof, die wohl am weitesten entfernt vom Stadtzentrum liegt. Mit „Little Family“ und „Zhenil“ hatte der Familienbetrieb zwei heimische Bands zu bieten. Und die beiden Gruppen erfüllten auch gleich ihren Zweck und lockten einige treue Fans an, sodass von Anfang an ohne Aufwärmphase für gute Stimmung gesorgt war.

Thomas, der Betreiber des Café Einstein, bemerkte zwar, dass etwas weniger los sei als vergangenes Jahr, war aber trotzdem zufrieden mit der Anzahl der Gäste und besonders mit ihrer Feierlaune. Auch Marie, die Sängerin des Duos „Chris’n‘ Marie“ freute sich über durchgehend gut gelaunte Zuhörer.

Noch besser besucht waren die Kneipen direkt um und am Laufer Marktplatz. Allen voran das Brazil und der Acid Club waren randvoll. Was wohl auch an den namhaften Musikakts lag. Im Brazil gab sich Kneipennacht-Veranstalter Martin Meinzer selbst mit Didi Meinlschmidt die Ehre, da die eigentlich eingeplanten „Gaia Returns“ kurzfristig hatten absagen müssen. „Dass ich selber spiele, ist nur dank eines eingespielten Teams möglich“, betonte Meinzer.

Der Acid Club konnte bei seiner ersten Teilnahme an der Kneipennacht gleich die viel umworbenen „Aeroplane“ gewinnen. „Für uns stand es dieses Jahr eigentlich gar nicht zur Diskussion, welches Angebot wir annehmen“, so Sarah, die Sängerin der Band. Und Tobi fügte hinzu: „Der Acid Club bietet eine geniale Location und ist einfach zur Zeit die beste Möglichkeit, um in Lauf abends wegzugehen.“

Hoch im Kurs bei den Besuchern stand auch das Black Horse mit „Sunset Point“. Die Kneipe im Nürnberger Tor war auch der Favorit von Michael (21) und seinen Eckentaler Kumpels.

Über eine angewachsene Gästezahl freute sich auch Jochen, der Betreiber des Bierfilzla. „Es sind noch mehr Leute als letztes Jahr da, das liegt vor allem an der Klasse von Tim Brown. Die Gäste ziehen nicht mehr so viel herum wie letztes Jahr sondern genießen einfach die Musik vor Ort.“

Ganz anders lief es im Enigma. „Mal war richtig die Hölle los, mal blieb es recht übersichtlich“, sagt Christo. Trotzdem ist der Grieche hoch zufrieden mit dem Abend und freut sich über positive Reaktionen auf die griechische Musik, vor allem aber über die vielen neuen Gesichter, die er in seinem Café zu sehen bekam.

Besonders begeistert vom Weißen Lamm und vom Enigma waren Nathalie (31) aus Lauf und ihre „Mädels“. „Hier im weißen Lamm ist die Musik richtig gut. Zu ,Papa Legbas Blues Longue‘ kann man super tanzen!“, freute sich die Frauengruppe und schwang sich auch sofort wieder auf die Tanzfläche.

Ebenfalls bis in die Nacht wurde im Markt-Café im Kaan’s und im Lumpensammler gefeiert. Auch hier waren alle Nachtschwärmer von der Live-Musik begeistert und wollen auch nächstes Jahr wieder dabei sein.

Beschaulicher ging es da im Kirchplatzstüberl zu. Die kleine Kneipe war zwar nur wenig besucht, Alleinunterhalter „Zapa“ sorgte aber dafür, dass die, die gekommen waren, auch blieben.

Die nicht mehr direkt am Marktplatz liegende Linde und der Erklärbär hatten mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen. Denn auf dem Weg dorthin mussten die Kneipengänger erstmal an einigen anderen Lokalen vorbei. Und viele, die eigentlich nur einen Blick hineinwerfen wollten, konnten sich dann von der überall gebotenen, ausgezeichneten Live-Musik nicht mehr lösen. Der anhaltende Regen tat wohl das Übrige, um vielen Besuchern die Lust am „Weiterwandern“ zu nehmen.

Die Gäste, die dort ankamen, blieben dann aber auch gerne und lange in den beiden Kneipen. „Wir sind erst spät hier angekommen“, meinte Martin(39) mit seiner Freundin Jasmin (37) fast etwas traurig. „Hier im Erklärbär ist mit Abstand die beste Musik und wir werden auch sicher nirgendwo anders mehr hinschauen heute.“

Lange lief alles ohne Zwischenfälle, nach Mitternacht folgten dann aber doch noch einige unschöne Szenen am Marktplatz. Der Acid Club sorgte leider nicht nur für den musikalischen Höhepunkt, einige Gäste wussten sich einfach nicht zu benehmen und in dem vollen Laden kam es zu einer Massenschlägerei die erst durch die Polizei, die mit drei Streifenwagen anrückte, beendet werden konnte. Danach reichte es den meisten Besuchern und viele machten sich auf den Heimweg.

Insgesamt fanden 1200 Feierbegeisterte den Weg nach Lauf. Das ist etwas mehr als letztes Jahr. Während 400 Eintrittskarten im Vorverkauf weg gegegangen waren, entschlossen sich 800 mehr oder weniger spontan dazu, ein wenig durch Lauf zu ziehen und auch mal den ein oder anderen Blick in eine Kneipe zu werfen, die sonst eher nicht auf ihrer Favoriten-Liste steht.

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