Besuch wird um 50 Prozent teurer

Laufer Hallenbad bleibt offen

Auch in diesem Jahr müssen Schwimmer für das Laufer Hallenbad Zeitslots reservieren. | Foto: PZ-Archiv/Braun2017/03/hallenbad-cjt-lauf2.jpg

LAUF — Das Laufer Hallenbad wird wie erwartet nicht für die Öffentlichkeit geschlossen. Auch die tägliche Öffnung bleibt wie bisher erhalten und auch in den Sommermonaten kann man in die Halle am Gymnasium zum Schwimmen kommen. Allerdings müssen die Hallenbadfreunde für ihr Hobby etwas tiefer in die Tasche greifen,  was diese aber wohl, wie sie angekündigt haben, gerne akzeptieren wollen: Die Gebühren werden um 50 Prozent angehoben, sodass ein Erwachsener beispielsweise drei statt bisher zwei Euro zahlen muss.

Einstimmig hatten sich die Stadträte diese Woche in der Verwaltungsausschusssitzung für die Beibehaltung der geltenden Öffnungszeiten ausgesprochen. Weder sollte das Bad tageweise, noch im Sommer für die Bevölkerung geschlossen werden.  Gegen die Stimmen der SPD-Räte wurde schließlich die Erhöhung der Eintrittspreise beschlossen. Weil diese Erhöhung für den Stadthaushalt einfach zu wenig Entlastung bringe, wie Stadtrat Alexander Horlamus meinte, den einzelnen Schwimmer aber schon kräftig mehr belaste. 

Für die Laufer Stadtverwaltung hatte Hauptamtsleiter Benjamin Wallner noch einmal erläutert, wie es zu den Einsparplänen für das Hallenbad gekommen sei, eine totale Schließung für die Bevölkerung sei dabei aber nie ein Thema gewesen. Im Dezember habe der Stadtrat allerdings der Verwaltung den Auftrag erteilt, mit dem Landratsamt zu besprechen, wie der Kostenanteil der Stadt an diesem Kreis-Schul-Hallenbad gesenkt werden könnte. Aktuell übernimmt die Stadt 30 Prozent oder rund 111 000 Euro der Betriebs- und Personalkosten, der Landkreis, für den Schwimmbetrieb seiner Schulen,  die anderen 70 Prozent oder rund 260 000 Euro. An Eintrittgeldern werden bisher rund 16000 Euro im Jahr eingenommen, sodass der Anteil der Stadt auf 95 000 sinkt.

Die Verwaltung hat nun ausgerechnet, dass durch eine Reduzierung der  Öffnungszeiten auf nur noch drei Tage die Woche für die Bevölkerung, vor allem aber durch eine Schließung in den Sommermonaten, insbesondere kräftig Personal und damit Kosten gespart werden könnten. Zusammen mit höheren Eintrittspreisen hätte der städtische Anteil an den Betriebskosten tatsächlich auf 20 Prozent gesenkt werden können. In Euro ausgedrückt wäre sogar eine Halbierung der Kosten für die Stadt auf dann nur noch 42 000 Euro möglich. Auf dieser Grundlage wurde dann eine mögliche neue Vereinbarung mit dem Landkreis aufgesetzt.

Diese Überlegungen waren auch der Hintergrund für massive Proteste von Laufern, nachdem die Freien Wähler hier eine mögliche Totalschließung des Bades sozusagen durch die Hintertür witterten. Eine Bürgerinitiative gründete sich, 854 Unterschriften für das Bad wurden gesammelt.

Als „Phantomdiskussion“ kritisierte Bürgermeister Benedikt Bisping diese Debatte, als die PZ im Januar über die Geschichte berichtete. Niemals sei eine Totalschließung Thema gewesen, so der Bürgermeister und legt an die Adresse der Freien Wähler noch einmal nach: Vollkommen unnötig und offensichtlich nur um ein durchschaubares politisches Spiel zu spielen, sei hier Unruhe in die Bevölkerung getragen worden.

Mit dem aktuellen Beschluss, der so wohl auch vom Stadtrat in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag, 30. März gefasst werden wird, tragen nun nur noch die höheren Eintrittsgebühren dazu bei, den Anteil der Stadt zu senken. Rund 8000 Euro weniger als bisher wird Lauf deshalb künftig an den Kreis zahlen müssen.

Zahlreiche Zuhörer, vor allem natürlich die Freizeitschwimmer, aber auch Vertreter der Schwimmgemeinschaft und der Wasserwacht, waren zur Sitzung gekommen. Und zeigten sich am Ende zufrieden, wie die engagierte Hallenbadschwimmerin Gabriele von Münster es formulierte. Gegenüber der PZ meinte sie, dass „wir mit den höheren Eintrittsgebühren gut leben können, wenn nur das Hallenbad nicht geschlossen wird“.

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