Stadtrat will Geld sparen, ohne Betrieb einzustellen

Laufer Hallenbad bleibt für Bürger offen

Den öffentlichen Badebetrieb im Laufer Hallenbad lässt sich die Stadt jährlich rund 100 000 Euro kosten. Die Stadt Lauf möchte hier nun sparen, ohne jedoch die Bürger ganz auszusperren, wie man im Stadtrat betonte. | Foto: Braun2017/01/hallenbad-cjt-lauf-4.jpg

LAUF — Die Stadt Lauf plant nicht, die Öffentlichkeit, also Bürger oder Vereine, vom Hallenbadbesuch am Gymnasium auszuschließen. Dies sagt Bürgermeister Benedikt Bisping vor dem Hintergrund einer entsprechenden Diskussion in der Laufer Bevölkerung und in sozialen Medien. Auch in einem PZ-Leserbrief wurde die Sorge geäußert, dass das Bad aus Kostengründen für den öffentlichen Betrieb geschlossen werden soll und hier nur noch Schulsport möglich wäre. Inzwischen ist  eine Unterschriftenaktion  von aktiven Schwimmern pro Hallenbad angelaufen.

Von einer „Phantom-Diskussion“ spricht der Bürgermeister in diesem Zusammenhang. Tatsächlich gebe es keinen Beschluss im Stadtrat, der eine solche Schließung vorsehe. Im Gegenteil. Im Auftrag an die Verwaltung, auch das Hallenbad unter dem Gesichtspunkt der Kosten für die Stadt zu beleuchten, findet sich ausdrücklich die Zusatzformulierung „… ohne das Bad für die Öffentlichkeit schließen zu müssen“, wie Kämmerin Karin Wamser bekräftigt. Und selbst wenn heuer noch nichts eingespart werden könnte, steht der für das ganze Jahr notwendige Öffentlichkeits-Anteil der Stadt Lauf von rund 95 000 Euro an den Landkreis fest im Haushalt 2017.

Tatsächlich gehört  das Hallenbad mit seiner 25-Meter-Bahn als Schulschwimmbad des CJT dem Landkreis. Die Stadt Lauf bezahlt dafür, dass auch Vereine und Bürger (aber eben nicht nur aus Lauf, wie im Rat angemerkt wurde) etwa 24 Stunden die Woche das Hallenbad gegen Gebühr benutzen können. Etwa 20 000 Bürger oder Vereinsmitglieder sowie 10 000 Schüler nutzen das Bad im Jahr. Bis zu 50 Besucher werden hier  täglich beim öffentlichen Schwimmen gezählt.

Hintergrund der Sparbetrachtungen ist das Konsolidierungskonzept, das sich der Laufer Stadtrat angesichts steigender Kosten und fehlender Einnahmen für alle Bereiche gegeben hat. Und hier sollten eben auch das Gymnasium-Hallenbad sowie die beiden Schulbäder berücksichtigt werden. Mit dem Landkreis war 1978 vertraglich vereinbart worden, dass sich die Stadt an den Kosten für das Öffentlichkeitsschwimmen mit 30 Prozent der gesamten Betriebskosten beteiligt. Dabei stieg dieser Anteil durch ebenfalls steigende Betriebskosten von zunächst 30 000 Mark auf zuletzt 95 000 Euro.

Vom Laufer Verwaltungsausschuss wurde dann im November tatsächlich dem Stadtrat empfohlen, den Vertrag mit dem Landkreis ganz aufzukündigen. Unter anderem auch mit dem Verweis auf die Bäder an der Bertleinschule und an der Kunigundenschule sowie darauf, dass ja in Röthenbach das derzeit geschlossene Hallenbad am Schulzenrum neu gebaut werde. Nach dem Hinweis aus dem Landratsamt, dass die Aufkündigung des Vertrages wohl auch das öffentliche Schwimmen beenden würde, folgte der Stadtrat diesem absoluten Beschlussvorschlag aber nicht mehr, sondern betonte ausdrücklich die Bademöglichkeit für die Öffentlichkeit auch in Zukunft.

In der Dezember-Sitzung wurde der Verwaltung vom Stadtrat zwar der Auftrag zu Verhandlungen mit dem Landkreis erteilt, „um herauszufinden ob und wie die anteiligen Kosten für die Stadt Lauf gesenkt werden können“. Allerdings „ohne das Bad für die Öffentlichkeit schließen zu müssen“. Die Verwaltung nannte dann einige Beispiele, wie und wo Einsparungen oder Mehr­einnahmen möglich sein könnten. Berechnungen laufen, Bürgermeister Bisping kündigte im Internet Ergebnisse für Ende Februar an. So könnte man über eine Reduzierung der Öffnungszeiten diskutieren (das Bad ist beispielsweise am Sonntag nur wenige Stunden am Vormittag geöffnet), was zu weniger Personalkosten führen würde. Auch eine Absenkung der Wasser- oder Lufttemperatur soll überprüft werden. Auch über eine Erhöhung der Eintrittspreise, die letztmals vor über zehn Jahre erfolgte, sollte gesprochen werden, um Mehreinnahmen zu generieren. Und schließlich sollte seitens des Nürnberger Landes auch mehr berücksichtigt werden, dass eben nicht nur Laufer Bürger, sondern auch Einwohner aus anderen Orten, wie zum Beispiel aus dem Schnaittachtal, nach Lauf zum Schwimmen gehen.

Angestoßen hatte die aufgeregte öffentliche Diskussion ein Beitrag der FW-Fraktion im Laufer Mitteilungsblatt vom Januar. Hier kritisierte die FW speziell Bürgermeister Bisping für die ursprüngliche Verwaltungsvorlage, die zu Verwirrungen geführt habe, und für schlecht geführte Verhandlungen mit dem Landratsamt, wo der angedachte städtische Rückzug aus dem Öffentlichkeitsschwimmen Scherben hinterlassen habe. Die FW schlägt vor, mit dem Landkreis auch unter Betrachtung der Beiträge zu sprechen, die anderer Kommunen mit Kreis-Bädern bezahlen.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer