Neues Spielfeld beim TV 1877 Lauf eingeweiht

Ein großer Wurf: Baseballstadion in Lauf

Prominenz beim „First Pitch“ am Wurfhügel: Eingeweiht wurde das neue Baseballfeld des TV 1877 Lauf durch Würfe von (hinten v. li. ) TV-Vorsitzendem Friedrich Vollmer, Horst Winkler von der Raiffeisenbank Lauf, TV-Finanzvorstand Christian Mayer, stellvertretendem Landrat Norbert Reh und Bürgermeister Benedikt Bisping. Foto: P. Baer2015/07/104273_BaseballEinweihungStadion090FirstPitchbea_New_1437324064.jpg

LAUF — Die Baseballabteilung des TV 1877 Lauf hat mit der Einweihung ihres neuen Stadions am Samstag das i-Tüpfelchen auf ein Großprojekt gesetzt, auf das seit Jahren hingearbeitet worden war. Dafür, dass die gute Laune auch nach dem offiziellen Teil erhalten blieb, sorgten die Laufer Bayernliga-Herren mit zwei klaren Siegen gegen die Buchbinder Legionäre 3 aus Regensburg.

Am treffendsten brachte es wohl Laufs Bürgermeister Benedikt Bisping auf den Punkt, der in seinem Grußwort das Projekt „Baseballfeld“ mit einer schwierigen und strapaziösen Schwangerschaft verglich, bei der die Geburt dann aber ganz problemlos verlief. Immerhin zehn Jahre lagen schließlich zwischen der ersten Idee und der Vollendung, wie auch TV-Finanzvorstand Christian Mayer in seiner Eröffnungsrede in Erinnerung rief. Viele Hürden habe die Idee bis zur Vollendung nehmen müssen; sprichwörtlich Berge seien zu versetzen gewesen, meinte er in Anspielung auf die notwendige Einebnung des ursprünglich hügeligen Grundstücks neben dem TV-Gelände am Haberloh.

Dass die seit 2002 bestehende Baseballabteilung in dieser Zeit zahlreiche politische Unterstützer gewonnen hat, bewies nicht zuletzt die selbst für Großveranstaltungen ungewöhnlich hohe „Bürgermeisterdichte“, denn neben Benedikt Bisping waren sowohl seine beiden Stellvertreter Norbert Maschler und Thomas Lang als auch Altbürgermeister Rüdiger Pompl unter den Ehrengästen.

Projekt als Politikum

Dass das kostspielige Vorhaben stets ein Politikum war, das nicht überall auf Zustimmung stieß, verdeutlichte Bürgermeister Bisping in seiner Ansprache. Immerhin 336 000 Euro hat die Stadt für die Vorarbeiten auf dem Gelände bezahlt; die knapp 250 000 Euro für den eigentliche Bau des Feldes hat der TV Lauf selbst finanziert. Das Grundstück hat die Kommune dem Verein für 99 Jahre in Erbpacht überlassen und kassiert dafür jährlich 5000 Euro von der 77ern.

Doch auf die nackten Zahlen wollte das Stadtoberhaupt das Projekt nicht reduzieren. Zwar hätten externe Gutachter darauf hingewiesen, dass man durch eine andere Vermarktung des Grundstücks Millionen in die Stadtkasse hätte bringen können. Doch die Lebensqualität einer Gemeinde bemesse sich eben nicht nur an der Grundversorgung, so Bisping, sondern auch an weiteren Faktoren wie etwa dem Kultur- und Sportangebot.

Deshalb habe sich der Stadtrat nach intensiven Beratungen mehrheitlich dafür entschieden, den TV Lauf – mit rund 2700 Mitgliedern einer der größten Vereine im Nürnberger Land – zu unterstützen. Teil dessen Erfolgskonzeptes sei es ja gerade, so Bisping, sich immer wieder für neue Sportarten zu öffnen. So stehe er voll hinter dem Baseball-Projekt, das ohnehin eingebettet in das millionenschwere kommunale Förderprogramm zu sehen sei und dazu beitragen soll, Lauf als offene und sportliche Stadt zu präsentieren.

Kräftig unterstützt werden die Baseballer auch von der Raiffeisen Spar+Kreditbank Lauf, deren Namen das Team jetzt trägt; ebenso wie das Stadion. Das hat seinen Grund, denn schließlich kam die amerikanische Sportart als Folge einer Fortbildungsveranstaltung für Führungskräfte des Laufer Geldinstituts überhaupt nach Lauf, wie Horst Winkler als Vertreter der Bank in seiner Rede verriet. Die Schulung bei den Fürther Pirates begeisterte die Banker im Juni 2002 derart, dass unmittelbar darauf eine neue Abteilung beim TV Lauf ins Leben gerufen wurde – 15 der 16 Gründungsmitglieder von der Raiffeisenbank. Weil sich die Hälfte davon auch noch als Trainer oder Schiedsrichter ausbilden ließ und ihr Wissen weitergab, sei das der Grundstock für das erfolgreiche Weiterbestehen der Laufer Wölfe gewesen und die Namensgebung für Mannschaft und Stadion nur folgerichtig.

Dabei ist die Unterstützung langfristig angelegt, verriet TV-Finanzvorstand Mayer, der für seinen Einsatz für das Projekt allseits gelobt wurde, am Rande der Veranstaltung. Für zehn Jahre habe sich der Sponsor engagiert, was der zurzeit rund 125 Köpfe zählenden Abteilung eine verlässliche Planung ermögliche und auch das Ziel realistisch erscheinen lässt, aufzusteigen und sich eine herausragende Position in der Region zu erobern.

Dass das in der aktuellen Spielzeit wohl nicht klappen wird, liegt am souveränen Tabellenführer ­Deggendorf Dragons, der dank zahlreicher zugekaufter Spitzenspieler in dieser Saison nicht zu schlagen ist. Doch auf Rang zwei folgen bereits die Raiffeisen-Wölfe, die ihre sportliche Leistungsfähigkeit in den beiden Spielen zeigten, die im Anschluss an die Eröffnungsfeier und die offiziellen Auftaktwürfe („First Pitch“) von Benedikt Bisping, stellvertretendem Landrat Norbert Reh, dem neuen TV-Vorsitzenden Friedrich Vollmer sowie Horst Winkler und Christian Mayer folgten.

Dabei gewannen die Laufer mit 10:0 und 13:1 gegen die Buchbinder Legionäre 3 aus Regensburg. Immerhin, so Abteilungsleiter Johannes Baßfeld, bestehe möglicherweise die Chance, im Winter als Nachrücker doch noch in die Regionalliga vorzustoßen und damit nach dem neuen Spielfeld gleich den nächsten Traum wahr werden zu lassen.

Eine Bildergalerie mit Impressionen von der Eröffnungsfeier am Montagmittag unter www.n-land.de/bilder.

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