Praxis Dr. Langlouis hat MRT-Gerät angeschafft

Kernspinuntersuchung jetzt in Lauf

Dr. Wolfgang Langlouis und sein Kollege Dr. Manuel Kramer (von links) vor dem neuen MRT-Gerät, das Patienten jetzt in Lauf zur Verfügung steht.
Dr. Wolfgang Langlouis und sein Kollege Dr. Manuel Kramer (von links) vor dem neuen MRT-Gerät, das Patienten jetzt in Lauf zur Verfügung steht. | Foto: Buchner-Freiberger2016/10/neues-mrt-kernspin-langlouis-kramer1.jpg

LAUF — Wer vom Arzt zur Kernspintomographie überwiesen wird, muss nicht selten wochenlang auf einen Termin warten und dann auch noch nach Nürnberg, Fürth oder Erlangen fahren. Die Situation könnte sich künftig ein bisschen entspannen, denn ab sofort ist in der radiologisch-nuklearmedizinischen Praxis von Dr. Wolfgang Langlouis in Lauf erstmals ein MRT-Gerät in Betrieb.

Möchte man einen kleinen Eindruck davon bekommen, wie stark das Magnetfeld ist, das unmittelbar am neuen Siemens-Magnetresonanztomographen (MRT) herrscht, muss man nur einen Schlüsselbund vor die Röhre und diesen dabei gut festhalten: Eine unsichtbare Kraft zieht das Metall deutlich spürbar ins Innere der Apparatur. „Das Magnetfeld hat eine Stärke von 1,5 Tesla, das ist in etwa das 30 000-Fache der Stärke des Erdmagnetfeldes“, sagt ­Radiologe Dr. Manuel Kramer, der zusammen mit seiner Kollegin Dr. Eva Fischler die MRT-Patienten in Lauf betreuen wird. Zuvor war er neun Jahre an der Universität Erlangen tätig.

Das MRT, auch Kernspintomograph genannt, ist nun quasi der „Mercedes“ in der radiologisch-nuklearmedizinischen Praxis von Dr. Wolfgang Langlouis. Die Anschaffungskosten lagen bei über einer Million Euro. Für die notwendige Auslastung sollen künftig sowohl Patienten aus dem unmittelbar nebenan liegenden Krankenhaus sorgen, die bislang aufwändig nach Nürnberg transportiert werden mussten, als auch Patienten von niedergelassenen Ärzten.

Krankenhaus bat um das Großgerät

„Das Krankenhaus ist aktiv auf uns zugekommen und hat angefragt, ob wir ein MRT anschaffen können“, berichtet Radiologe Wolfgang Langlouis, der seit 1996 in Lauf praktiziert. Während damals der Computertomograph noch als riesiger technischer Fortschritt galt, werde heute die Untersuchung per Kernspin immer mehr zum Standard, weil das Verfahren beste Bilder liefere und zugleich unschädlich für die Patienten sei. Denn es wird, erklären Langlouis und Kramer, eben nicht mit Röntgen-, sondern mit Magnetstrahlung gearbeitet.

Mehrere Monate dauerte der Einbau, für den unter anderem eine Wand herausgerissen werden musste. Der Patient bekommt nur einen kleinen Teil der hoch komplexen Anlage zu sehen, zu der unter anderem ein Metallkäfig gehört, der das Gerät gegen jede Art von Wellen abschirmt, sowie Behälter mit bei minus 270 Grad verflüssigtem Helium, das notwendig ist, um das Magnetfeld aufrechtzuerhalten. Mit 70 Zentimetern Innendurchmesser ist die Röhre  zehn Zentimeter größer als bei älteren Modellen und damit für den Patienten etwas weniger beengt.

In den letzten Wochen wurde das neue Gerät ausgiebig getestet, unter anderem mit Mitarbeiterinnen der Praxis. Unzählige Protokolle wurden geschrieben, für jedes Körperteil oder Organ und unterschiedliche diagnostische Ausgangsfragen. Jetzt startet der eingeschränkte Routinebetrieb. „Wir sind für die nächsten Wochen schon gut ausgebucht“, meint Langlouis. Vor allem Kollegen aus der Orthopädie, der Onkologie, der Neurochirurgie und der Neurologie hätten Interesse angemeldet.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger