Landratsamt erklärt sich

Hallenbad-Sanierung ging nicht früher

2018 waren im Wasser des Laufer Hallenbads Legionellen gefunden worden. | Foto: PZ-Archiv2020/07/hallenbad-cjt-lauf2.jpg

Nürnberger Land – Aktuell ist das Laufer Hallenbad wegen der Pandemie geschlossen, im Herbst sollen die Wasserleitungen erneuert werden, weil sich dort erneut Legionellen bilden könnten (wir berichteten). Doch wa­rum konnten die im Bauausschuss des Landkreises beschlossenen Arbeiten nicht schon während des aktuellen Lockdowns erledigt werden? Das sei aus Personalgründen nicht möglich gewesen, sagt Werner Rapp, Abteilungsleiter Finanzen und Liegenschaften am Landratsamt.


Auf dem Schirm habe der Landkreis das Thema seit Herbst 2019. Das Hallenbad gehört zum Laufer Gymnasium, für das er zuständig ist. Abends öffnet es jedoch für Vereine und Privatpersonen. Es habe seinerzeit Gespräche mit dem Gesundheits­amt und der Stadt gegeben, so Rapp, man habe einen Planer gesucht – „dann kam Corona“.


Dass die Arbeiten, die für September und Oktober geplant sind, nicht früher möglich waren, sei auch für die Behörde unbefriedigend. „Wir versuchen, Umbauten zu machen, wenn Einrichtungen geschlossen sind“, erklärt der Abteilungsleiter. Doch anstatt das Thema schnell angreifen zu können, hatten die Mitarbeiter des Bauamts nun mit anderen Dingen zu tun, so Rapp. So wurde die alte Fachakademie für Sozialpädagogik in Altdorf in ein Testzentrum umgebaut, was Arbeitskraft band.


Von den fünf Ingenieurs- und Architektenstellen der Behörde im Bereich Hochbau sind seit Jahren nur drei besetzt, an Arbeit mangelt es nicht. „Die Personalkapazitäten sind mehr als ausgereizt“, klagt Rapp. Dass die Behörde sich so schwertut, Mitarbeiter zu finden, liege daran, dass man in der freien Wirtschaft besser verdient, glaubt er.

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