Laufer Krankenhaus will Zusammenarbeit mit Dr. Röhrer

Gespräch ist anvisiert

Die Geburtenstation des Laufer Krankenhauses. | Foto: PZ-Archiv/Krieger2016/12/krankenhaus-lauf-ik-8.jpg

LAUF — Die Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH setzt nach eigenen Worten auf eine weitere Zusammenarbeit mit dem langjährigen Belegarzt der Laufer Geburtshilfe und Gynäkologie, Dr. Gerhard Röhrer. „Wir würden uns sehr freuen, wenn er noch bei uns bleibt“, betont Geschäftsführer Dr. Michael Hitzschke.

Mitte Januar soll es einen Gesprächstermin mit Klinikumschef Estelmann geben, bei dem die jeweiligen Vorstellungen auf den Tisch kommen. Für Hitzschke beweist das, dass der in einer Online-Petition erhobene Vorwurf, der langjährige Belegarzt des Laufer Geburtshilfe solle gegen seinen Willen „abserviert“ werden, absurd ist. „Die Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH verwahrt sich entschieden gegen diese Darstellung. Sie entspricht nicht den Tatsachen“, heißt es auch in einer offiziellen Presseerklärung, die auf der Homepage der KNL GmbH nachzulesen ist.

Gegenüber der PZ sagte Hitzschke auf Nachfrage, „das Wort abservieren ist mir vollkommen fremd“. Röhrer allerdings fühlt sich von der Geschäftsleitung hingehalten. „Ich habe immer wieder das Gespräch gesucht. Aber es wurde nicht geredet“.

Fakt ist, dass der Mietvertrag von Röhrers Praxis am Laufer Krankenhaus Ende Mai 2017 ausläuft. Der Hersbrucker Frauenarzt, der in den 1990er Jahren Belegarzt am Laufer Krankenhaus wurde und seit 2008 mit seinen Räumen auch am Krankenhaus angesiedelt ist, bestätigt, dass er vorhatte, die Praxis im kommenden Jahr aus Altersgründen an einen Nachfolger zu übergeben. Dann allerdings sprang laut Röhrer die potentielle Kandidatin aus privaten Gründen ab. Die Kündigung der Praxisräume durch das Krankenhaus sei ihm dennoch zugegangen. Zwar wird Röhrer darin eine Übergangsfrist eingeräumt, aber die sei zu knapp bemessen, befindet der Mediziner. „Wenn der Hebel umgelegt wird, muss ich doch noch fähig sein, zu handeln.“ Hitzschke wiederum betont, man sei „flexibel“, bis eine Lösung gefunden sei.

Denn nicht nur wegen der Kündigung der Räume steht Röhrer unter Druck: Parallel dazu hat die langjährige Haftpflichtversicherung ihren Vertrag mit dem Mediziner gekündigt. Ab Juni 2017 kann der beliebte Geburtshelfer deshalb nicht mehr als Belegarzt am Laufer Krankenhaus weiterarbeiten, denn die Police für eine neue Haftpflichtversicherung wäre finanziell nicht zu stemmen. Aus Krankenhaussicht eine bundesweit zu beobachtende Entwicklung. „Das Belegarztsystem ist politisch nicht mehr gewollt“, sagt Hitzschke. Ein Thema, das auch die Hebammen betrifft (die PZ berichtete). 

Eine Lösung wäre eine Festanstellung Röhrers im Rahmen der geplanten hauptamtlichen Abteilung. Diese befürworten beide Seiten. Beim Weg dorthin aber scheiden sich offenbar die Geister: Während Röhrer eine Übernahme seiner Praxis als angegliedertes MVZ vorschwebt, will sich das Krankenhaus nicht festlegen: „Ich werde Gesprächen nicht vorgreifen“, sagt Hitzschke. Sicher sei nur, dass man den Umbau und Erhalt der Abteilung in Lauf fest im Blick habe. „Dabei zählt aber auch, dass wir den niedergelassenen Ärzten keine Konkurrenz machen wollen“.

Tatsache ist, dass sich die 2016 begonnene Neustrukturierung der Laufer Geburtshilfe und Gynäkologie hin zu einer hauptamtlichen Abteilung schwierig gestaltet. Im Sommer verließ der erst im Januar eingestellte Oberarzt Wiegand nach nur einem halben Jahr das Krankenhaus wieder, ein Nachfolger ist bislang nicht gefunden. Aktuell wird der Betrieb von dem in Teilzeit arbeitenden Chefarzt Hermes, einer Assistenzärztin sowie den beiden Belegärzten aufrecht erhalten. Einen akuten Wegfall des erfahrenen Mediziners Röhrer, der einen Großteil der Operationen und Entbindungen stemmt, kann sich das Krankenhaus in Lauf somit momentan gar nicht leisten, räumt Dr. Michael Hitzschke ein. „Dann hätten wir ein Problem“.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger