Ausbildungs-Weekend bei Betrieben

Einblicke für Azubis

Die Firma Speck-Pumpen in Neunkirchen beteiligte sich auch letztes Jahr schon am Ausbildungs-Weekend. | Foto: Schuster2017/07/ausbildungs-weekende-speck-pumpen.jpg

LAUF (fi/us) — Der Service war perfekt und wurde von vielen Jugendlichen und Eltern gerne angenommen: Im Rahmen des von der IHK veranstalteten „Ausbildungs Weekends“ in Lauf und im Nürnberger Land transportieren Shuttlebusse potentielle künftige Azubis von Betrieb zu Betrieb. Hier konnten sie dann Einblicke gewinnen, die beispielsweise bei den klassischen Ausbildungsplatzbörsen der Unternehmen nicht möglich sind.

„Look and feel“ nennt der stellvertretende Vorsitzendes des IHK-Gremium Lauf und Emuge-Geschäftsführer Gerhard Knienieder die Möglichkeit, auch die Atmosphäre eines Unternehmens „rüber zu bringen“. Dies sei tatsächlich ein Vorteil, zog der Manager eine erste sehr positive Bilanz.

Zum zweiten Mal hatte das IHK-Gremium Lauf die Bustouren zu den Unternehmen organisiert und sich dabei nur mehr auf einen Tag, den Freitagnachmittag und -abend, konzentriert. Diese Verkürzung hat sich gelohnt, sagt Knienieder. An dem einen Tag, der natürlich auch für Betriebe einen viel geringeren Organisationsaufwand erfordert, kamen immerhin 80 Prozent der Besucher an zwei Tagen im letzten Jahr.

IHK-Präsident Dirk von Vopelius (rechts) eröffnete in Lauf vor Unternehmern und Politikern, vor interessierten Jugendlichen und Eltern, das zweite Ausbildungsweekend. | Foto: Fischer2017/07/ausbildungsweekend-start-raiffeisenparkplatz.jpg

Tatsächlich war es in vielen der insgesamt 14 teilnehmenden Unternehmen mehr ein Tag der offen Tür als nur eine Azubi-Rekrutierung. Und so ließen sich die Gelegenheit, erste Eindrücke in einen Betrieb zu gewinnen, nicht nur aktuelle Schulabgänger, sondern auch viele Eltern vor allem auch mit jüngeren Kinder nicht nehmen. Ein Aspekt, der in den nächsten Jahren noch ausgebaut werden soll.

Eröffnet worden war das Ausbildungsweekend vom Nürnberger IHK-Präsidenten Dirk von Vopelius. Er fand dabei nicht nur lobende Worte für das Duale Ausbildungssystem in Deutschland, sondern bezeichnete die IHK als einen der wichtigsten Garanten für das in der ganzen Welt hoch gelobte Modell der parallelen Ausbildung in Betrieb und Schule. Gar ein Segen, so Landrat Kroder, sei bei aller Kritik, die IHK für die verfasste Wirtschaft. Ohne die IHK kämen alle Regeln nur vom Staat, und das wäre wohl nicht besser. Den Ausbildungstag nannte der Landrat einen wichtigen Baustein im Kampf der Unternehmen um Azubis.

Insgesamt haben am Ausbildungsweekend in diesem Jahr 14 größere Unternehmen teilgenommen. Von Lauf bis Schwaig, von Neunkirchen bis Altdorf. Hinzu kamen noch einmal die gleich Zahl von Unternehmen oder Organisationen, die sich an Infoständen, beispielsweise auf dem Parkplatz der Raiffeisenbank in Lauf, den jungen Leuten präsentierten. Darunter die Bundeswehr oder die Polizei, die Awo oder das Krankenhaus Rummelsberg.
Auch in der Neunkirchener Firma „Speck Pumpen“ auf dem ehemaligen Gruco Gelände konnten sich junge Leute über verschiedene Ausbildungsberufe informieren. Bei einem Firmenrundgang informierten Betriebsleiter Christoph Ott und Andreas Polifaj die jugendlichen Interessenten. Marco Schreimel aus Reichenschwand besucht derzeit noch die Realschule in Hersbruck. Der aufgeweckte 15-Jährige hat bereits klare Vorstellungen für weitere Ziele. Die kaufmännische Ebene ist sein Ding. „Hier konnte man offen mit den Beschäftigten, aber auch mit den Auszubildenden reden“, dies gefiel dem jungen Mann, der auch den Besuch der Fachoberschule noch in seine Plänen einbezieht. Mutter Schreimel freut es, dass sich viele Firmen entschließen, Einblicke zu gewähren. „Dies ist insbesondere gut, wenn jemand überhaupt nicht weiß, welchen Beruf er später ergreift“. Familie Binder wohnt in Simmelsdorf. Durch die Nähe im Schnaittachtal wäre es für die Zwillinge Tim und Sven Binder ideal hier einen Ausbildungsplatz zu finden.

Speck Pumpen hat seinen Firmensitz 2004 nach Neunkirchen verlegt. „Wichtig war uns, alle Mitarbeiter weiter zu beschäftigen, deren Erfahrung und Wissen kann nicht hoch genug geschätzt werden“„ sagt Firmenchef Hermann Speck.
Rund 125 Besucher hat Knienieder in seinem Betrieb Emuge gezählt. Darunter viele Eltern und heuer auch viele Mädchen, wie er sagt. Besonders wichtig war und ist dabei für den Geschäftsführer das Interesse an gewerblichen Berufen. Facharbeiter nämlich seien es, die die hohe und weltweit geschätzte Qualität liefern, die heimische Betriebe und deutsche Betriebe allgemein auszeichne.

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