Kultusminister stellt Programm des Karl-Jahres vor

Glanz auch für Laufer Burg

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LAUF (ik) — Der Kaisergeburtstag rückt näher. 2016 wird die Bayerische Landesausstellung in Prag und Nürnberg das Leben Karls IV. nachzeichnen. Heute stellte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) gemeinsam mit Vertretern des Heimatministeriums, der Metropolregion Nürnberg, Tschechiens, der Stadt Lauf und des Hauses der Bayerischen Geschichte die Eckdaten des Programms im Wenzelschloss vor. Der Ort war bewusst gewählt: Die Laufer Kaiserburg soll, das ist nun offiziell, als bleibendes Element des Festjahres ein Spracheninstitut bekommen.

Wer von politischen Akteuren verbindliche Aussagen erwartet, wird in der Regel enttäuscht. Doch auch Absichtsbekundungen haben einen großen Wert und so hat die Ankündigung, die der Honorarkonsul der Tschechischen Republik, Hans-Peter Schmidt in der Pressekonferenz im Wappensaal macht, durchaus Gewicht. Der eigentliche „Kern“ des Jubiläumsjahres liege in Lauf, sagte Schmidt. „Wir wollen mit einem Sprachenzentrum in der Kaiserburg auf Dauer etwas hinterlassen.“ Deutsch, Tschechisch, Französisch und Englisch sollen nach Willen des Honorarkonsuls, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Akteure zu verbinden, in dem Institut einmal gelehrt werden.

Ziel sei es, sowohl die Karls-Universität in Prag als auch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in das Vorhaben einzubeziehen. Auch die Volkshochschulen und das Goetheinstitut könnten eine Rolle spielen. Dass ein Spracheninstitut im Hinblick auf die Verständigung beider Länder die richtige Idee für die Nutzung der Kaiserburg ist, ist sich Schmidt sicher. Und noch mehr: „Es passt in diese Zeit.“

Die Rahmenbedingungen für das klingende Vorhaben sind allerdings längst noch nicht geschnürt, auch das wird deutlich. Und so beschränkt sich Bürgermeister Benedikt Bisping vor allem darauf, den Freistaat wieder einmal für die Sanierung der Burg zu loben. „Wir danken, dass er hier einen Millionenbetrag in die Hand nimmt,“ so Bisping in Richtung Harald Hübner, Leiter des Nürnberger Dienstsitzes des Heimatministeriums.

Landrat Armin Kroder, als Vorsitzender der Metropolregion vor Ort, wird auf Nachfrage konkreter: Es gehe beim Institut ums Geld. „Wir ringen mit der Frage: Wer übernimmt die Trägerschaft?“. Von allein werde sich ein Spracheninstitut nicht finanzieren können, betont Kroder, „das wäre von Anfang an defizitär“. Er bringt stattdessen eine mögliche Beteiligung der Wirtschaft ins Gespräch – Sprachen und Wirtschaftskunde in Kombination – das könne vielleicht gehen.

Wesentlich konkreter als die Frage, wann in der Laufer Burg wieder Studenten ein- und ausgehen, sind die Pläne, die Wolfgang Jahn vom Haus der Bayerischen Geschichte und Annkatrin Fries vom Kulturamt der Stadt Nürnberg für das Jubiläumsjahr vorstellen. Das geht 2016 mit zwei Landesausstellungen in Prag und Nürnberg über die Bühne. Mehr als 200 Akteure sind bayernweit von Passau bis Würzburg mit dabei, sagt Jahn. Im Nürnberger Land sind mehr als 100 Angebote im Begleitprogramm. Ziel sei es, die Landesausstellung „in die Regionen zu bringen“. Zudem sollen tschechische Aktionen in Bayern stattfinden und umgekehrt. Petr Zahradnícek, stellvertretender Bürgermeister von Loket und Bezirkshauptmann von Karlsbad, bekräftigt: Auch seine Region werde sich engagieren. Diese Zusammenarbeit ist für Kultusminister Ludwig Spaenle das Besondere an der Bayerisch-Tschechischen Landesausstellung: „Sie ist das Bekenntnis zur gemeinsamen Geschichte.“

Das Laufer Schloss wird in das Jubiläumsjahr eingebunden. Neben einer Ausstellung mit Exponaten aus Böhmen in der sogenannten Herrenstube neben dem Wappensaal, in der es um Burgen gehen wird und der Präsentation eines original Baukrans aus der Zeit Karls IV. ist das Wenzelschloss Mitaustragungsort eines internationalen Symposiums von Historikern, das vom 17. bis 19. Juni 2016 in Nürnberg stattfindet. Genaueres will Annkatrin Fries vom Kulturamt der Stadt Nürnberg dazu noch nicht sagen. „Aber wir werden an einem der drei Tage in Lauf sein“. Die Archive der beiden Städte arbeiteten in der Vorbereitung bereits eng zusammen.

Näheres zum Begleitprogramm der Landesausstellung 2016 im Regional- und Bayernteil.

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