Ein neues Gemeindehaus für die Christuskirche

Thomas Hofmann – Pfarrer der Christuskirche – zeigt, warum das alte Gemeindehaus dringend saniert werden muss. Foto: Sichelstiel2008/12/20081210_christuskirchehaushofmann_big.jpg

LAUF (ass) – Die evangelische Gemeinde in Lauf geht das nächste Großprojekt an: Nach der Kunigundenkirche ist nun das Gemeindehaus der Christuskirche an der Reihe. Es ist längst zu klein für die vielen Kindergruppen, Bands und Selbsthilfe-Kreise. Der Kirchenvorstand hat einem Neubau für rund 800000 Euro bereits zugestimmt; eine Erweiterung des über 30 Jahre alten Gebäudes käme fast genauso teuer. Damit allerdings Bagger rollen, müssen die Laufer kräftig spenden. Auch fehlt noch das Okay der Landeskirche.

Immer sonntags platzt der einstöckige Klinkerbau des Gemeindehauses direkt neben der Bertleinschule aus allen Nähten. Dann nämlich finden am Vormittag zwei, bald drei Gottesdienste für Kinder gleichzeitig statt. Außerdem trifft sich die Krabbelgruppe – in einem Container auf dem Hof. Die «Notunterkunft» hat der Lions Club vor zwei Jahren gespendet, sie soll die Raumnot vorübergehend mildern. Keine Lösung auf Dauer. Fakt ist: Die evangelische Gemeinde braucht mehr Platz rund um die Christuskirche.

«Die Familien- und Gruppenarbeit hat sich vervielfacht», berichtet Pfarrer Thomas Hofmann, der den Kirchensprengel seit fünfeinhalb Jahren betreut. Das Gemeindehaus ist auch rund um die Woche gut ausgebucht. Hier spielen hunderte Kinder, treffen sich zwei Selbsthilfegruppen und proben Bands. «Eines der bestgenutzten kirchlichen Häuser in Lauf», so Hofmann.

Ein Neubau in fast doppelter Größe soll es nun richten. Fünf statt bisher zwei Säle, energiesparende Volldämmung, ein barrierefreier Haupteingang. Die Aussicht ist verlockend, doch der Preis ist hoch: Vermutlich wird das Gemeindehaus die Kirche über 800000 Euro kosten. «Das sind auch für uns keine Peanuts», meint der Pfarrer, der sich selbst als «sparsamen Menschen» bezeichnet. Etwa die Hälfte der Summe müsste die Laufer Gemeinde schultern.

Geld, das durch Spenden erst noch in die Kasse kommen soll. Bei der Sanierung der Kunigundenkirche hat dieses Modell funktioniert.

Hofmann und der Kirchenvorstand haben sich die Sache freilich gut überlegt. Ein Gutachten im Frühjahr hatte die Kosten für die Alternativ-Variante einer Sanierung inklusive Erweiterung auf immerhin 650000 Euro geschätzt.

Der Altbau nämlich ist marode. Das fängt schon bei den Decken an, die überhaupt nicht isoliert sind. Genauso wie die Fenster. Über das Flachdach dringt regelmäßig Regen ein; der Steinboden in den Toiletten ist vom Urin zerfressen und deshalb längst nicht mehr geruchsfrei zu bekommen.

«Dann lieber gleich neu bauen», erklärt Hofmann. Für ihn steht vor allem der Aspekt des Energiesparens im Vordergrund: Eine «Heizölschleuder» sei das alte Haus. Mit dem geplanten Gebäude sollen auch die Heizkosten sinken. Ein Raum für eine Pellet-Heizung ist vorgesehen, denkbar wäre auch ein Blockheizkraftwerk, das evangelische Kirche und Bertleinschule gemeinsam betreiben.

Im Herbst nächsten Jahres könnten die Bauarbeiten beginnen. Könnten, denn noch ist das Gemeindehaus-Projekt ein ungelegtes Ei. Entscheidend ist, ob die Landeskirche ihre Zustimmung gibt. Sie müsste ganze 400000 Euro zuschießen. Es gebe positive Signale aus München, verrät der Pfarrer der Christuskirche.

Trotzdem bleibt die Gemeinde vorsichtig: Einen Plan und ein Fassadenkonzept, das der Architekt Christoph Heufelder aus Lauf entwickelt hat, wollten die Verantwortlichen lieber nicht in der Pegnitz-Zeitung sehen. Friedhelm Beck, der Stadtpfarrer, verweist in diesem Zusammenhang auf laufende Verhandlungen mit den Kirchenoberen.

Schon jetzt allerdings sammelt die Gemeinde eifrig Spenden ein: Etwa 60000 Euro sind als Grundstock bereits vorhanden, in den letzten vier Jahren haben vor allem die Gottesdienstbesucher den Klingelbeutel gefüttert. Ein eigener Förderverein, die «Freunde der Christuskirche», wirbt für das Neubau-Projekt.

Passend zum «jungen» Profil der Christuskirche, deren Gottesdienste vor allem Familien mit Kindern besuchen, geschieht dies mit kreativen Aktionen: So spielt etwa am Freitag, 13. Februar, der fränkische Liedermacher Wolfgang Buck in der Bertleinaula, am 22. Februar gibt es einen Kabarett-Gottesdienst zugunsten des Vorhabens und am Donnerstag, 30. April, findet ein Benefizball in der Bertleinschule statt.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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