Ein Kürbis für jeden Geschmack

2010/09/Kuerbis_992.jpg

Kürbisse sind eine Wunderfrucht. Sie stärken Körper, Geist und Seele, fördern Kreativität und Geschicklichkeit. Helmut Scharrer aus dem Dehnberger Ortsteil Ziegelhütte kennt das aus eigener Erfahrung. Er ist wohl der größte Kürbis-Bauer der Region. Auch wenn er die Herbstfrüchte, deren Formenvielfalt unendlich scheint, nur hobbymäßig anbaut.

Etwas über 800 Kürbissorten gebe es weltweit. Er selbst habe ungefähr 450, darunter 100 Speisekürbisse, sagt Scharrer. Auf eineinhalb Hektar baut er sie an, auf Feldern und im Garten. Die Vielfalt dieser Früchte reizt ihn. Das merkt man bei einem Besuch, wenn er unterschiedlichste Kürbisse – im Entwicklungsstadium oder ausgereift – zeigt und über alle Geschichten zu erzählen weiß. Vieles hat er sich angelesen. In seinem Bücherregal stehen die Standardwerke über Kürbisanbau und -verarbeitung, aber auch Hefte mit Anregungen, was man aus den Früchten basteln kann. Für Erntedank, Halloween oder einfach so. Sein Wissen gibt er gern weiter, auch beim Tag der Regionen.

Er steht in Kontakt mit Kürbisfreunden auf der ganzen Welt. Da werden Erfahrungen und Samen ausgetauscht. Manchmal ist er verblüfft, wie gut Raritäten bei ihm wachsen. Natürlich erlebt er auch Rückschläge, wie heuer durch das launische Wetter. „Erst war es zu kalt, dann zu nass, dann zu trocken. Teilweise sind nur zehn Prozent aufgegangen“, bedauert Scharrer.

Zum sechsten Mal wird heuer „Kürbiskirwa auf der Ziegelhütte“ gefeiert. Scharrer liefert die Früchte. Kinderhände verwandeln etliche von ihnen in kleine Kunstwerke. Die Simonshofener Kirwaboum machen aus dem Ganzen ein Fest. Am Samstag (heuer 11. September) gibt’s Musik hauptsächlich für die Jugend, am Sonntag für die etwas ältere Generation, dazu an beiden Tagen Attraktionen für Kinder und Jugendliche.

Als Helmut Scharrer vor vielen Jahren mit dem Anbau begonnen hat, dachte er nicht daran, dass Ziegelhütte zu einer bekannten Adresse für Kürbisfreunde aus der ganzen Region wird. „Wir hatten Kürbisse im Garten und überlegten uns, was wir damit machen könnten. Wir haben sie an der Straße verkauft, in wenigen Stunden waren sie weg. Das brachte unserem Sohn ein Taschengeld.“ Dem 63-Jährigen ist es nach wie vor ein Anliegen, mit seinen Kürbissen Kinder und Jugendliche zu unterstützen.

63 Jahre? Die sieht man Helmut Scharrer nicht an. Möglicherweise halten ihn die Kürbisse jung – als gesundes Nahrungsmittel, aber auch durch die sinnvolle, kreative und mitunter herausfordernde Freizeitbeschäftigung. „Eines muss jedem klar sein, der Kürbisse anbauen will: Das macht auch Arbeit“, sagt er. Für ihn überwiegt aber die Freude.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren
N-Land Thomas Kohl
Thomas Kohl