Bikepark in Osternohe

Knifflige Routen und anspruchsvolle Hindernisse warten auf der Freeride-Strecke. Hier zeigt Streckenplaner Tino Beutel einem Fernsehteam, wie man fahren muss. Foto: Baer2008/07/20080716_bikepark1pb_big.jpg

OSTERNOHE (pb) — Den Wintersportlern aus der Region ist Osternohe mit seinem Skilift und der wettkampftauglichen Piste schon lange ein Begriff; nun sollen auch Mountainbikefahrer den Schlossberg als ihr Eldorado entdecken. Neben dem Lift wurden in den vergangenen Monaten zwei aufwändige Strecken für wagemutige Zweiradfahrer gebaut; offiziell eröffnet wird der Bikepark Osternohe am letzten Juliwochenende.

Mit diesen Radstrecken hat Osternohe ein weit und breit einzigartiges Angebot. Auf ihre Kosten kommen dabei sowohl Downhillfahrer, bei denen es ähnlich wie bei Abfahrtsrennen um Geschwindigkeit und schnelle Zeiten geht, als auch Freeride-Piloten, denen es darum geht, möglichst schwierige Hindernisse und Sprünge zu meistern – und das am besten noch mit Stil.

Bislang mussten Mountainbiker, denen einfaches Querfeldeinfahren nicht genügte und die den Nervenkitzel anspruchsvoller Fahrten auf eigens gebauten Radpisten und Rennstrecken genießen wollten, weite Fahrten mit dem Auto in Kauf nehmen. Wer Spaß auf zwei Rädern wollte, musste zunächst einmal auf vier Rädern in den bayerischen Wald, nach Thüringen oder in die Rhön fahren, wo sich die nächsten Parks befinden.

Genau das war der Grund, warum sich die Betreiber des Osternoher Skilifts für die Idee mit den Rad-Abfahrten begeistern konnten. „Uns geht es vor allem darum, die Laufzeiten unseres Skilifts zu erhöhen“, sagt Werner Raum, der Geschäftsführer der Skilift Osternohe GbR. In diesem Jahr war der Skilift an vier Tagen in Betrieb, im Jahr davor an sechs Tagen – klar, dass da nichts verdient ist. Und Jahre wie 2006, als man auf 60 Betriebstage kam, sind die Ausnahme.

Mit dem Fahrradbetrieb hofft die Liftgesellschaft, in der elf Teilhaber zusammengeschlossen sind, auf mindestens 70 weitere Tage Geschäft. Dafür haben sie auch kräftig investiert: Obwohl sehr viel in Eigenleistung realisiert wurde, hat das Projekt 50000 Euro gekostet. Der notwendige Grund wurde von sechs verschiedenen Eigentümern auf zunächst fünf Jahre gepachtet; nachdem eine im Vorfeld in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie positiv ausfiel.

Bei Planung und Bau wurde dann – nicht zuletzt aus Kostengründen – auf das Know-How von Mountainbike-Fahrern aus der Region gesetzt. Geplant haben die Strecke Axel Loos aus Hersbruck und Tino Beutel aus Höchstadt; beide Geländefahrer der ersten Stunde, die Bikeparks und Fahrstrecken in ganz Europa kennen.

Mit einem Kreis von 20 bis 30 Helfern wurden dann seit dem Frühjahr Erdhügel aufgeschüttet, Hindernisse und Sprungschanzen gebaut und die Route befestigt und abgesichert.

„Alles, was wir hier aufgebaut haben, ist vielfach getestet“, weiß Tino Beutel. Um manches Hindernis, Kurvenradius oder die Höhe und Länge eines Sprunghügels wurde erbittert diskutiert, vieles wurde gebaut, dann geändert oder verworfen und neu gebaut. Dieser Aufwand hat sich nach Meinung der Testfahrer, zu denen neben Tino Beutel auch der Motorradrennfahrer Jörg Teuchert aus Simmelsdorf zählt, bezahlt gemacht.

„Hier kommt jeder auf seine Kosten“, sind die beiden überzeugt. Die recht anspruchsvolle Freeride-Strecke fordert auch echte Könner, lässt sich aber auch von noch nicht so routinierten Fahrern bewältigen, da viele Varianten möglich sind und jedes Hindernis auch umfahren werden kann, ohne die Abfahrt abzubrechen.

Seine Pforten öffnen wird der Osternoher Bikepark – gute Bodenverhältnisse vorausgesetzt – immer freitags von 14 bis 18 Uhr sowie an Wochenenden jeweils von 10 bis 18 Uhr. In den Ferien soll auch am Donnerstag ganztägig der Lift laufen. Dabei sind die Mountainbiker nicht nur auf den Sommer beschränkt: „Wenn es im Winter keinen Schnee gibt und der Boden fest ist, wollen wir auch dann für die Biker öffnen“, erklärt Werner Raum.

Für den Lift gibt es analog zum Skibetrieb 10er-Karten (12 Euro), Tages- und Halbtageskarten (17/13 Euro) oder Saisonkarten (170 Euro). Auf die Strecke dürfen nur Fahrer ab zwölf Jahren. Ein Helm ist Pflicht; empfohlen werden ein Integralhelm und Körperprotektoren. Schließlich endet die Strecke kurz vor dem Lifthäuschen auf einem 4,5 Meter hohen Turm mit dem entsprechend spektakulären Schluss-Sprung.

Eröffnung am 26. und 27. Juli

Wer sich selbst ein Bild vom neuen Bikepark in Osternohe machen will, muss nicht mehr lange warten: Die Piste ist am Samstag und Sonntag, 26. und 27. Juli, ab 10 Uhr erstmals geöffnet. An beiden Tagen können die Besucher bei Demo-Touren die Könner bestaunen oder sich selbst in den Sattel schwingen. Die Tickets werden am ganzen Wochenende zu ermäßigten Preisen angeboten. Ein Promotion-Truck sorgt für Stimmung.

Die offizielle Einweihung findet am Sonntag, um 14 Uhr mit vielen Ehrengästen statt. Bei einer Verlosung gibt es als Hauptpreis eine hochwertige Federgabel zu gewinnen. Weitere Informationen und Videoclips im Internet unter www.bikepark-osternohe.de.

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