Neumarkter blockierte zweieinhalb Stunden die Parkplatzausfahrt

Altstadtfestbesuch war wichtiger als andere Autofahrer

Dieser Passat einer Neumarkter Firma blockierte am Altstadtfestsonntag zweieinhalb Stunden die Ausfahrt aus zwei Parkplätzen. Da habe er wohl einen Blackout gehabt, meinte der Fahrer später gegenüber Polizei und Betroffenen.F.: Privat2013/07/65788_falschparkeraltstadtfestpegnitzwiesenneu_New_1372838464.jpg

LAUF — Den wohl dreistesten Parkverstoß am Laufer Altstadtfest hat sich am Sonntag ein Autofahrer aus Neumarkt geleistet: Stundenlang blockierte er am Sonntagabend auf dem Parkplatz Pegnitzwiesen zwei andere Fahrzeuge, deren Besitzer gerne nach Hause gefahren wären. Auch der Einsatz der Polizei, die alle Hebel in Bewegung setzte, um den Halter aufzuspüren, half nicht weiter, ein Abschleppen war wegen der beengten Platzverhältnisse nicht möglich.

Als das Ottensooser Paar, das einenen schönen Sonntag auf dem Altstadtfest verbracht hat, kurz nach 17 Uhr zu seinem Auto zurückkehrt, glaubt es zunächst an einen schlechten Scherz. Direkt vor ihrem und noch einem zweiten korrekt eingeparkten Wagen steht ein anderes Auto und blockiert die Ausfahrt. „Der holt sich nur was zu Essen, der kommt bestimmt bald wieder“, dachten wir zunächst, erzählt die Ottensooserin. Als sich nach einer halben Stunde immer noch nichts rührt, wird die Polizei gerufen. Dort kümmert man sich zunächst von der Wache aus darum, den Halter ausfindig zu machen und Kontakt zu ihm herzustellen, später – man hat ja im Altstadtfesttrubel nicht schon genug zu tun – kümmert sich eine Streife vor Ort um das Problem.

Die Beamten überlegen, ob der Blockerier abgeschleppt werden könnte, müssen diesen Plan aber aufgeben, als sie mit dem Metermaß feststellen: Der Abschleppwagen kommt nicht durch.

Es ist eine Stunde vergangen. Inzwischen kommen auch die Besitzer des zweiten eingeparkten Fahrzeugs vom Altstadtfest zurück. Eine Röthenbacher Familie mit einem eineinhalbjährigen Kind, das sie gerne ins Bett gebracht hätte. Die Polizei verstärkt ihre Bemühungen, die „eingeklemmten“ Fahrzeuge zu befreien. Der Fahrer des Neumarkter Autos, ein Geschäftswagen einer Firma, wird über das Unternehmen ausfindig gemacht. Man hat nun eine Handynummer. Aber niemand geht ran, fünfmal sprechen die Beamten auf die Mailbox. Parallel dazu wird der Fahrer von den Bühnen am Altstadtfest ausgerufen. Damit aber nicht genug. Die Polizisten stellen die Halter der an der Rückseite korrekt abgestellten Wagen fest. Wenn diese wegfahren, wäre der Weg auch für die Eingesperrten frei. Die Röthenbacher Familie ist einfach nur stinksauer, muss sich um ihr müdes Kleinkind kümmern.

Alle Bemühungen der Polizisten sind aber am Ende umsonst. „Die haben sich wirklich um uns gekümmert“, so die beiden Familien gegenüber der PZ, man könne die Beamten ob ihres Einsatzes nur loben. Der Ottensooser ist inzwischen mit Freunden nach Hause gefahren, seine Frau lehnt ein Taxi ab, weil sie ihren Wagen braucht und „den Kerl kennenlernen will“, der sich so daneben benimmt. „Ich hätte auch bis zehn Uhr gewartet, um ihm meine Meinung zu sagen.“

Das konnte sie dann kurz vor Acht tun. Zweieinhalb Stunden nachdem sie eigentlich hatte wegfahren wollen. Der Neumarkter, ein Familienvater mit Frau und Kind, muss sich einiges anhören. Er wirkt betroffen, entschuldigt sich für das Chaos das er angerichtet hat, kann sich seinen Parkverstoß aber selbst nicht erklären. „Da habe ich wohl einen Blackout gehabt“, meint er, und auch seine Frau habe gedacht, „da können wir schon stehen bleiben“.

Mit einem Strafzettel über 30 Euro wegen Falschparkens kommt der Neumarkter am Ende davon. Mehr kann man da leider nicht machen, sagt auch der Sprecher der Laufer Polizei, Bernd Eichinger. Wenn ein Abschleppen möglich ist, kommen diese Kosten noch dazu. Nur zivilrechtlich könnte man gegen den Verkehrssünder vorgehen und eventuell Schadenersatz fordern. Darauf verzichten die Betroffenen. Sie wollen die Sache einfach abhaken und den Ärger vergessen.

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