Dieter Donhauser organisiert für die Stadt das Laufer Kunigundenfest

1000 Kleinigkeiten fürs große Fest

Dieter Donhauser und Auszubildende Romina Stauch freuen sich aufs Kunigundenfest, das am Freitag beginnt. Foto: Buchner-Freiberger2013/07/65796_kunifestorganisationdonhauserdieter1_New_1372777265.jpg

LAUF — Nur noch drei Tage, dann beginnt mit der Hauptprobe am Marktplatz und dem Bieranstich auf der Heldenwiese das Kunigundenfest 2013. Tausende Menschen werden am Sonntag beim Festzug Kaiserin Kunigunde und ihren Hofstaat bewundern. Dass alles reibungslos über die Bühne geht, dafür sorgt seit rund 18 Jahren auch ein Mann im Rathaus: Dieter Donhauser.

In Dieter Donhausers Büro laufen in diesen Tagen alle Stränge zusammen: Auf dem Schreibtisch stapeln sich die Kuverts mit den Karten für die Ehrengäste, das Telefon klingelt scheinbar pausenlos. Vor 18 Jahren hat Donhauser den Job des „Kunigundenfest-Organisators“ übernommen, den es offiziell so gar nicht gibt. Denn bis in die 90er-Jahre hinein wurde die Laufer Traditionsveranstaltung hauptsächlich vom ehrenamtlichen Festleiter und seinem Stellvertreter gestemmt. Seitdem die Position des Stellvertreters nicht mehr besetzt ist und es mit Jutta Auernheimer nur noch eine Festleiterin gibt, sind viele Aufgaben an die Stadt Lauf übergegangen.

Mit der Verpflichtung der Kapellen beginnt im Januar für Dieter Donhauser „Phase 1“ auf dem Weg zum Kunigundenfest. Ende März dann fragt er bei den Vereinen nach, ob sie sich mit einem Wagen am Zug beteiligen wollen, schließlich muss er dafür die Pferdegespanne bestellen. „Leider werden die alten Festwagenbauer, die zum Teil seit Jahren eingeschworene Mannschaften bilden, immer weniger“, bedauert Donhauser, der deshalb froh ist, dass sich die Zahl der Festwagen nach einem „Knick“ vor einigen Jahren bei rund 20 eingependelt hat. Mitte April legt er die genaue Aufstellung des Festzugs fest – und wirft diese manchmal nur wenige Tage vor dem Kunigundenfest wieder über den Haufen, wenn dem ein oder anderen Verein spontan einfällt, dass er vergessen hat, sich anzumelden.

Ab heute Karten für Montag

Das bereitet dem Verwaltungs-Mann schon lange kein Bauchgrimmen mehr. Weitaus heikler ist da die Vergabe der „Ehrenkarten“ für die Sonntags-Aufführungen am Reigenplatz. Genau 375 Stück gibt es, und sie sind heiß begehrt. Der große Teil ist der politischen (Lokal-)Prominenz vorbehalten, dann folgen Schulleiter, Geistliche und Sponsoren. Für Eltern von beteiligten Kindern bleiben am Ende nicht mehr viele Karten übrig, und so sieht sich Dieter Donhauser jedes Jahr mit erbosten Anrufen konfrontiert. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt, „denn ich habe durchaus Verständnis für die Eltern“. Deutlich besser stehen die Chancen für die Vorführung am Montag. Diese Karten werden ab heute Morgen kostenlos an der Rathaus-Pforte ausgegeben.

Gemeinsam mit Festleiterin Jutta Auernheimer legt Donhauser auch die Abfolge des Programms am Reigenplatz fest und organisiert 1600 Bratwurst- und Brezen-Gutscheine für die Kinder am Reigenplatz. Außerdem kümmert er sich dort um die Tontechnik, „mein Hobby“, wie der gelernte Elektriker einräumt. Lautsprecher und Regiehaus hat er in den letzten Jahren auf den neuesten Stand gebracht, nachdem bis dato so mancher Marsch arg krächzend aus den alten Anlagen schepperte. „Und daraus soll ich jetzt noch die Musik mischen“, meint Donhauser, schnauft ein bisschen, und zieht ein Kuvert mit mehreren bunt zusammengewürfelten CDs aus seiner Schreibtisch-Schublade.

Längst abgehakt ist dagegen das Kirchweih-Rahmenprogramm mit dem Bieranstich am Freitag und – seit letztem Jahr neu eingeführt – dem Seniorennachmittag am Dienstag. 5500 Einladungen an alle Laufer Bürger ab 65 Jahren haben Dieter Donhauser und seine Mitarbeiter in den letzten Wochen verschickt. In diesem Zusammenhang lobt er besonders die Kooperation mit Festwirt Christian Schlögl.

Am Sonntagmittag wird Donhauser in der Altdorfer Straße parat stehen, mit der Amtskette für den Bürgermeister in Hand, und kontrollieren, ob sich jede Marschgruppe an der richtigen Stelle einreiht. Anschließend springt er auf seinen Roller, düst über die Autobahn nach Heuchling und trifft gleichzeitig mit dem Festzug am Kunigundenberg ein. Und was könnte ihn nach 18 Jahren noch erschüttern? „Ein Gewitter am Berg, das wäre Horror“, sagt er. In den letzten zwei Jahren mussten jeweils am Sonntag der Festzug und die Aufführungen wegen Regens abgesagt werden. Doch laut Wettervorhersage meint es Petrus diesmal gut mit den Laufern …

Die PZ veröffentlicht am kommenden Freitag und Samstag in ihrer Print-Ausgabe Sonderseiten mit allen Informationen zum Kunigundenfest.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger