Casino-Lichtspiele zeigen „Grießnockerlaffäre“

Krimiautorin Rita Falk war Stargast bei Kino-Event in Eschenau

Geduldig und gut gelaunt gab Rita Falk vor den Casino-Lichtspielen in Eschenau Autogramme und signierte Eberhofer-Romane. Das neunte Buch der Reihe erscheint im Februar 2018. | Foto: Kirchmayer2017/08/Rita-Falk-Griessnockerlaffare-Eckental-Kino-2.jpg

ESCHENAU — Der bayerische Provinzsheriff Franz Eberhofer ist für viele Kinofans längst Kult – auch in Eschenau. Im Rahmen zweier Vorstellungen der „Grießnockerlaffäre“ waren Rita Falk, Autorin der Romanvorlagen der Krimireihe, und Schauspieler Castro Dokyi Affum zu Gast in den Casino-Lichtspielen in der Marktgemeinde und wurden von Autogrammjägern fast überrannt.

Es gibt angenehmere Arten, nach einer durchzechten Nacht geweckt zu werden als von einer Handvoll SEK-Beamten mit Sturmgewehren im Anschlag. So geht es dem Provinzpolizisten Franz Eberhofer, der nach einer Hochzeit im Kollegenkreis als Hauptverdächtiger für den Mord an einem anderen Beamten verhaftet wird, in der Krimikomödie „Grießnockerlaffäre“, die aktuell in den Kinos läuft.

Eberhofer ist ein Phänomen. Der trinkfeste, nie um einen flotten Spruch verlegene Polizist löst bereits seinen vierten Fall auf der Kinoleinwand und seine Popularität kennt zumindest in Süddeutschland keine Grenzen. Die Figur entstammt der Feder und der Phantasie von Rita Falk. Die 53-Jährige war als Stargast zu Besuch in den Casino-Lichtspielen in Eschenau, um das vierte Filmabenteuer von Franz Eberhofer zu bewerben.

Die Fans standen Schlange

Der Andrang war so groß, dass Kinobetreiberin Antje Bezold neben der 20-Uhr-Vorstellung den Film auch um 17 Uhr zeigte. Danach wurde zur Autogrammstunde mit Falk und Schauspieler Castro Dokyi Affum geladen. Der Andrang war riesig. Über eine halbe Stunde lang signierte die Autorin Exem­plare ihrer bereits acht Provinzkrimis, die in und um den fiktiven Ort Niederkaltenkirchen bei Landshut spielen. „Ihr tragt den Eberhofer seit Jahren auf Händen und dafür möchte ich mich bedanken“, wandte sie sich an ihre Fans. Sie sei überwältigt von der Popularität ihres Protagonisten, ergänzte Falk im Anschluss im Interview mit der Pegnitz-Zeitung. „Es ist krass, was da abgeht.“

Die scheinbar unerschöpflichen Ideen für Handlungsstränge und skurrilen Dialoge ihrer teils überzeichneten Figuren verdankt die Autorin einem ausgeprägten Voyeurismus, gibt sie freimütig zu: „Ich bin ein Spanner, schaue, wie Menschen auf bestimmte Situationen reagieren und belausche Gespräche am Nachbartisch.“ Eine Hilfe bei der Entwicklung der Krimis ist auch ihr Mann Robert, der 36 Jahre lang als Polizist arbeitete. Er darf die Manuskripte als Erster lesen und seinen Senf dazu geben, ob die Darstellung der Beamten schlüssig ist. Doch manchmal lässt sich Falk nicht reinreden. „Wenn mein Mann sagt, kein Polizist schießt auf einen Plattenspieler, sage ich: der Eberhofer schon!“, erzählt sie lachend in Anspielung auf eine Szene in „Schweinskopf al dente“.

Die „Grießnockerlaffäre“ läuft seit Anfang August in den Kinos, größtenteils in Süddeutschland. In weiten Teilen der Republik bräuchten die Zuschauer vermutlich Untertitel, um die Dialoge mitverfolgen zu können, und einiges an Wortwitz würde dadurch verloren gehen. Doch auch ein Schauspieler gibt unumwunden zu, sich noch schwer zu tun mit dem Verständnis. Der Ghanaer Castro Dokyi Affum kam vor neun Jahren nach Deutschland. Die Verfilmung von „Dampfnudel­blues“, dem ersten Teil der Krimireihe und Affums erste Kinorolle, hat er sich sieben Mal anschauen müssen, um alles zu verstehen, gibt er grinsend zu. In der „Grießnockerl­affäre“ singt Affum in bayerischer Mundart auf einer Hochzeit zu Beginn des Films.

Mit ihm und den anderen Schauspielern ist Rita Falk hoch zufrieden, betont sie. „Man kann die Filme nicht besser besetzen“, so die Autorin, die auch die Zusammenarbeit mit Drehbuchautor Stefan Betz und Regisseur Ed Herzog lobt. „Das läuft sehr kooperativ, wir haben den gleichen Drive.“

Bald wieder Dreharbeiten

Für ihre vielen eingefleischten Fans hatte Falk gute Nachrichten im Gepäck: Im September starten die Dreharbeiten für den fünften Eberhofer-Film „Sauerkrautkoma“. Und im Februar kommenden Jahres erscheint das neunte Buch um den kultigen Provinzpolizisten. Die Entscheidung über den Titel ist noch nicht gefallen. Einen Wunsch gab Kinobetreiberin Antje Bezold der Autorin gleich noch mit auf den Weg: Eberhofer könne doch einmal auf ein Schäufele und Gniedla nach Franken kommen und dort ermitteln.

Die „Grießnockerlaffäre“ läuft im Kino Casino Lichtspiele in Eschenau heute und in den kommenden Tagen jeweils um 17.45 Uhr und um 20 Uhr. Informationen unter www.kino-eckental.de im Internet.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer