Gewerkschaft protestiert in Lauf

Kreative Demo: „Klatschen reicht nicht“

Geldbeutelwaschen: ein schwäbisch-alemannischer Brauch und traditioneller Teil der GEW-Protestaktionen. | Foto: Haase2020/09/GEW-1Demo-Lauf-Mehr-Lohn-Offentlicher-Dienst.jpg

LAUF – Eine Menschenkette mit Poolnudeln, rot-weiße Fähnchen und Menschen, die ihre Geldbeutel im Brunnenwasser waschen und anschließend zum Trocknen auf einen Wäscheständer hängen: Unter dem Motto „Klatschen reicht nicht“ haben Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Laufer Marktplatz unter anderem für mehr Lohn demonstriert.

Konkret wollten die Teilnehmer, die alle im öffentlichen Dienst in Kitas, Schulen und anderen pädagogischen und wissenschaftlichen Einrichtungen in Lauf und Umgebung arbeiten, auf ihre aktuelle Situation aufmerksam machen: „Von März bis Juni wurden wir als Helden der Pandemie gefeiert, aber wenn es dann um mehr Geld geht, haben wir nichts“, fasste Gerd Schnellinger vom GEW-Landesvorstand in einer Rede zusammen.

Kein Angebot von Arbeitgeberseite

Denn am 1. September begannen in Potsdam die Tarifverhandlungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen. Die Gewerkschaften hatten zum Auftakt ihre Forderungen gestellt: 4,8 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro und die Angleichung der Arbeitszeit Ost an West. Die Arbeitgeber bezeichneten diese Forderungen allerdings als überzogen und legten ihrerseits kein anderes Angebot
vor.

„Vielen Angestellten im öffentlichen Dienst wurden die Tarifverträge gekündigt und die Arbeitgeber haben uns keine Angebote gemacht, daher wenden wir uns nun an die Öffentlichkeit“, so Schnellinger gegenüber der Pegnitz-Zeitung. „Wir wollen das allerdings mit Rücksicht auf die Pandemiesituation nicht mit großen Streiks machen oder gar pädagogische Einrichtungen schließen“, sagte er weiter.

Deshalb trafen sich zehn Gewerkschafter am Laufer Marktplatz, um Flyer zu verteilen und unter den Blicken neugieriger Passanten ihre Geldbeutel zu waschen – ein schwäbisch-alemannischer Brauch und traditioneller Teil der Protestaktionen der GEW. „Damit unsere Geldbeutel sauber sind und mit Geld gefüllt werden können“, so die Demonstranten. Für die zweite Verhandlungsrunde ab 19. September hoffen sie nun auf die Unterstützung der Bevölkerung, denn „so gut, wie manche denken, ist die Entlohnung im öffentlichen Dienst schon lange nicht mehr“, so Schnellinger.

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