Freiwillige des THW und der Feuerwehren befüllten 3000 Sandsäcke

Kooperation von Blau und Rot

Hier werden die Sandsäcke von Hand gefüllt. Auch viele Jugendliche der beiden Organisationen erklärten sich bereit, ihren Samstagvormittag für die gute Sache zu opfern2013/10/sandsack1.jpg

SCHWARZENBRUCK – Der Sommer hat es wieder einmal gezeigt: Auch Bayern liegt in einer Gefahrenzone, was Überschwemmungen angeht. Der Landkreis ist nicht extrem gefährdet, aber plötzlich auftretende „Starkregenereignisse“, wie die heftigen, lang andauernden Platzregenfälle auch bezeichnet werden, können überall zu Hochwasser führen. In einer beispielgebenden Aktion haben Feuerwehrleute und THW mit Unterstützung des Landkreises und der Firma Schüssel aus Wendelstein am Samstag 3000 Sandsäcke gefüllt und an strategisch wichtigen Standorten deponiert.

Kreisbrandrat Norbert Thiel erklärt die zu Grunde liegende Idee: „Auch in unseren Breiten kommt es schon mal vor, dass in einer Stunde 150 Liter Wasser zu Boden schießen. Da sind die örtlichen Feuerwehren gefordert“, weiß der erfahrene Rothelm. Dann geht es darum, sich schnell gegenseitig auf dem kurzen Weg mit den erforderlichen Sandsäcken aushelfen zu können, um Schäden durch Überflutungen zu verhindern. Dass hier Vorsorge getroffen werden muss, war klar, die Frage, wie das zu organisieren und zu bezahlen sei, stand im Raum. Wichtig sei, dass es über den Landkreis verteilte Standorte mit Lager- und Transportkapazitäten für die Abdichtungssäcke gibt, so Thiel.

Vier Gefahrenzonen

Man hat das Nürnberger Land zunächst in vier besonders gefährdete Gebiete aufgeteilt, und zwar in das Schwarzachtal, das Obere und das Untere Pegnitztal und das Schnaittachtal. Auf diesen Überlegungen beruht das „Sandsackkonzept Nürnberger Land“, das man anschließend dem Kreistag vorgestellt hat. Der beschloss, das zirka 6500 Euro teure Konzept zu tragen – ein günstiges Projekt, wie Thiel und sein Kollege vor Ort, der Schwarzenbrucker Kommandant Christian Eckstein, der mit etwa 15 Helfern mit von der Partie war, finden. 

Günstig deshalb, weil die Organisatoren einen Partner aus der Wirtschaft fanden, der den Sand kostenlos zur Verfügung stellte: Der Baudienstleister Stefan Schüssel aus Wendelstein, der in der Sandgrube in Ochenbruck abbaut, öffnete am Samstag seine Grube für die Retter. 

Säcke und Behälter wurden ausgeschrieben, eine Sandsackfüllmaschine ausgeliehen, Freiwillige vom Technischen Hilfswerk Lauf mit ihrem Zugtruppführer Florian Seitz und den Wehren aus Schwarzenbruck, Lauf, Schnaittach und Hersbruck rekrutiert. Und losgehen konnte die große Aktion, bei der zirka 50 Frauen und Männer, darunter viele Jugendliche, die Säcke befüllten, mit etwa 35 Tonnen Sand, wie Eckstein schätzt. Teils von Hand, teils mit der Sandsackfüllmaschine wurden die Beutel voll Sand gemacht, gleich vor Ort mit einer speziellen Nähmaschine verschlossen, in die Gitterboxen geschlichtet, auf die Laster gehievt und anschließend zu ihren Standorten gebracht. Das Ganze sah zwar aus wie Akkordarbeit, machte den Helfern aber ganz offensichtlich auch Spaß. 

Dass das Technische Hilfswerk und die Freiwilligen Feuerwehren so gut miteinander können, freut Kreisbrandrat Thiel ganz besonders: „Dass Rot und Blau so gut kooperieren, kann im Gefahrenfall von großer Bedeutung sein.“

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler