Lauf baut Systeme ein

Kitas bekommen Abluftanlagen

Stellvertretende Kita-Leiterin Lisa Baumheier, Projektleiter Bernd Liedhardt und Fachbereichsleiter Stefan Müller begutachten die neue Abluftanlage an der Decke des Awo-Kindergartens "Sonnenschein". | Foto: Buchner-Freiberger2021/10/Abluftanlage_awo_kita_sonnenschein_lauf2-crop-scaled.jpg

Lauf – Nach den Schulen installiert die Stadt Lauf jetzt in den Kindertagesstätten Abluftanlagen im Kampf gegen Corona. Der AWO-Kindergarten „Sonnenschein“ ist die erste Einrichtung, in der das System eingebaut wurde.

Technisch gesehen funktionieren die Anlagen genauso wie in den Schulen: Über einen Ventilator wird die warme, verbrauchte Luft angesaugt und über Rohre nach draußen gepumpt. Wichtig ist, dass gleichzeitig regelmäßig gelüftet wird oder zumindest die Tür zum Gang offen steht, um den Luftaustausch zu gewährleisten. Anders als in den Schulen werden in den Kitas aber keine großen „Hauben“ installiert, sondern mehrere, kleinere Tellerventile. „In Schulen sitzen die Kinder meistens an festen Plätzen, in den Kindergärten herrscht mehr Bewegung“, erklärt Richard Knauer, Fachgebietsleiter „Hochbau“ bei der Stadt Lauf.

Kosten: 150 000 Euro

In insgesamt neun Einrichtungen werden die Abluftanlagen eingebaut, darunter sieben städtische Kitas (oder solche, in der das Gebäude der Stadt gehört), ein Hort und die Schönberger Schule. Pro Raum kostet das System 3500 Euro, macht eine Gesamtsumme von rund 150 000 Euro. Zuschüsse gibt es – anders als bei Filteranlagen –  bisher nicht, „aber es war uns wichtig, uns nicht mit dem Gerangel um Förderungen aufzuhalten, sondern vor dem Winter fertig zu sein“, sagt Stefan Müller, Fachbereichsleiter „Familie und Bildung“ bei der Stadt.

Der Einbau geht relativ schnell, gerade mal ein Tag pro Raum, so Bernd Lienhardt, der das Projekt vonseiten der Stadt leitet. Unter anderem wurde die Anlage „recycelt“, die bisher in den Containern an der Bertleinschule verbaut war. Und auch in der wärmeren Jahreszeit, wenn Corona hoffentlich keine große Rolle mehr spielt, ist das System nicht nutzlos. Dann nämlich kann es die „Nachtauskühlung“ der Räume unterstützen.

„Wir schalten die Anlage an, wenn wir mit vielen Kindern im Raum sind und wir nicht rausgehen können“, sagt die stellvertretende Leiterin des AWO-Kindergartens „Sonnenschein“, Lisa Baumheier. Am Anfang sei die Optik gewöhnungsbedürftig gewesen, aber inzwischen verschönert selbst gebastelte Deko die Rohre an der Decke. Coronafälle sind in der Einrichtung bislang nicht aufgetreten, allerdings auch schon vor der Installation der Abluftanlage nicht.

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