Finanzierungslücke in Röthenbach

Kita-Bau droht zu platzen

Übergangsweise – bis Sommer nächsten Jahres – ist die Kita der Stadtmission Nürnberg in den Containern am Schulzentrum untergebracht. | Foto: Buchner-Freiberger2019/10/stadtmission-kindergarten-roth-schild.jpg

RÖTHENBACH. Eines der Prestigeprojekte der Stadt Röthenbach, die geplante sechsgruppige Kindertagesstätte der Stadtmission Nürnberg im Neubaugebiet Steinberg II, steht auf der Kippe. Weil zugesagte Fördermittel nicht fließen, droht eine Finanzierungslücke von gut 900 000 Euro.

Es sei ein „unschönes Thema“, musste Bürgermeister Hacker in der Stadtratssitzung am Donnerstag zähneknirschend einräumen. Fristgerecht, bis Ende August, habe die Stadt den Antrag auf Förderung bei der Regierung von Mittelfranken gestellt. Man sei „in ständigem Kontakt“ gewesen und habe aus Ansbach Zuschüsse in Höhe von 90 Prozent zugesagt bekommen. Doch vor zwei Wochen dann die überraschende Mitteilung, dass die Geldtöpfe leer seien. Die maximale Förderung liegt derzeit bei 60 Prozent. Nicht nur Röthenbach sei betroffen, auch rund 50 weitere bayerische Kommunen, darunter Happurg und Ottensoos.

Konkret heißt das: Für den dringend benötigten Kindergarten-Neubau, der mit 3,6 Millionen Euro veranschlagt ist, fehlen gut 900 000 Euro. „Wenn es tatsächlich so kommt, wäre das für uns existenzbedrohlich, dann könnten wir nicht bauen“, stellt Tabea Bozada, Pressesprecherin der Stadtmission Nürnberg, gestern im Gespräch mit der PZ fest. Man sei aber „noch nicht panisch“, weil es aus dem Sozialministerium Signale gebe, dass die Lücke „abgefedert“ werden soll. Der Spatenstich werde sich vor diesem Hintergrund jedoch verzögern, so Bozada.

Auch der Bayerische Städtetag hat inzwischen in Schreiben an das Finanz- und das Sozialministerium eine Aufstockung der Mittel gefordert. Die Diskussion im Röthenbacher Stadtrat konnte das nicht beruhigen. Die CSU-Fraktion warf Bürgermeister Hacker beziehungsweise der Verwaltung vor, mit den Zuschussanträgen zu lange gewartet zu haben. Dieser wiederum argumentierte, die Stadtmission sei „nicht früher in die Gänge gekommen“. Warum man keine Gespräche mit anderen potenziellen Betreibern geführt habe, wollte Stadträtin Cornelia Trinkl (CSU) wissen.

Einig war man sich, dass man in Sachen Kindergartenplätze einen „Notfallplan“ braucht. Zurzeit sind vier Kindergarten- beziehungsweise Krippengruppen der Stadtmission übergangsweise in den Containern am Schulzentrum untergebracht. Doch wenn ab Sommer das Gymnasium – endlich – saniert wird, müssen sie ausziehen. Eine Zwischenlösung könnten dann Container auf dem erst neu angelegten Parkplatz neben dem Karl-Heller-Stift sein. Auf Nachfrage legte sich Klaus Hacker fest: „Wir bringen dieses und nächstes Jahr alle Kinder unter.“

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger