Hüttenbacher Kirchweih

„Kirwala“ wurde gefunden

Nach dem Ausgraben des „Kirwala“ zog die ganze Kirchweihschar in Hüttenbach am Freitagabend zurück zum Zelt. | Foto: Schuster2019/07/kirchweihzug-huttenbach-us.jpg

Hüttenbach. Alljährlich am dritten Wochenende nach Pfingsten feiern die Hüttenbacher ihre Kirchweih. Es ist die 70. Kirchweih die nun noch bis heute Abend gefeiert wird.

Diese Tradition, mit wenigen Unterbrechungen, entstand als Abkömmling der Bühler Kirwa im Jahr 1950 durch den Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein des Ortes. Damals fuhren sogar Festwagen durch den Ort. Höhen und Tiefen des Kirchweihfestes lagen seit dieser Zeit eng beieinander. Als konstante fest etablierte Größe, mit Steigerunge der Gäste, mehr Buden und mehr Programm konnte man die Hüttenbächer Kirwa erst mit der Gründung des Vereins „Kirwafreunde Hüttenbach 1992 bezeichnen.

Seither stellt der Simmelsdorfer Ortsteil im Vergleich zur Einwohnerzahl während ein Programm auf die Beine das seines Gleichen sucht. Nur eines ist fast unverändert geblieben – das Kirwala ausgraben. Mit dem Kirwala ausgraben, welches der Kirwapfarrer Gerhard Egloffstein nach eigenem Bekunden seit 30 Jahren begleitet, wurde auch heuer wieder unter zahlreichen Augen der Dorfbewohner dieser Akt durchgeführt. Dazu zogen vom Festzelt die Kirwamadler und Boum, mit musikalischer Begleitung von den Hüttenbacher Kriwamusikern, zum Ausgraben des geheimnisvollen Kirwalas in die Dorfmitte.

Nachdem Kirwapfarrer Egloffstein in Gedichtform seinen Prolog vortrug versuchte der „Klapperer“ mit dem Spaten in dem Kirwagrab das letztjährige Kiwala zu finden – und tatsächlich es war noch drin. Eine Plastikflasche in der einige Schriftstücke die Geschichten um die Ereignisse des letzten Kirchweihfestes dokumentierten. Bernd Taufer hatte die Aufgabe allerlei kurioses und lustiges sowie peinliche Ereignisse vorzutragen.

Gestärkt mit einem Stamperl Schnaps sangen die Akteure das Lied „s`Kirwerl is kumma ist s´Kirwerl is dou“ und somit war die Kirchweih eröffnet. Das Halstuch umgebunden und den Hut aufgesetzt, damit vervollständigten die Kirwaboum diese kurzweilige Zeremonie. Anschließend begann der erwartungsvolle und freudige Rückzug zum Zelt mit dem Vorsitzenden der Kirwafreunde, Markus Langhans, sowie der beiden Präsidenten, Larrisa Renner und Jonas Schwemmer.

Innerhalb kurzer Zeit füllte sich der Platz vor dem Festzelt sehr schnell und die Gäste standen ordentlich gereiht in der Schlange zur Essensausgabe. Die Kinder nutzten Angebote der Schausteller mit Karussell und Schießbude.
Das alljährliche Megaereignis in Hüttenbach begleitete am Freitagabend die Band „Die Gseea Wepsn“ welche zum ersten Mal auf der Hüttenbacher Kirwa die musikalische Unterhaltung zum Einstieg übernommen hatte. Hits aus den 70er Jahren wie „Sweet home Alabama“ waren ebenso dabei wie „Satisfaction“.

Gekommen waren auch etliche Kirwaburschen aus der Umgebung. Besonders feierlustig hierbei die Hedersdorfer Kirwaboum. Ab und zu wurde sogar das Tanzbein vor dem Podium geschwungen und neben dem Zelt waren wegen der Hitze Tische und Bänke an allen Tagen gut besetzt.
Für den Samstagabend übernahm die Partyband „Ziach`O“ die musikalische Verantwortung. Ihr Repertoire reichte von Fränkisch bis zur Rockmusik.

Zuvor banden die Kirwamadla in einer dreistündigen Aktion die großen Kränze für den Kirwabaum. Diesen rund 27 Meter hohen Baum aus dem Gemeindewald stellten die Kirwaburschen unter brütender Hitze am Nachmittag auf.

Wenn das Kirwala heute Abend gegen 19 Uhr wieder eingegraben wird, gibt es danach im Zelt noch Stadtwurst und Presssack.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster