Initiative im Sittenbachtal

Wenn der Nachbar Hilfe braucht

Regelmäßig treffen sich die Initiatoren der Nachbarschaftshilfe, um ein Konzept auszuarbeiten. | Foto: M. Wildner2018/09/Nachbarschaftshilfe.jpg

KIRCHENSITTENBACH – Wenn das Einkaufen alleine nicht mehr funktioniert oder die Kinder für ein paar Stunden betreut werden müssen, weil die Mutter krank geworden ist, stoßen viele schnell an ihre Grenzen. Vor allem, wenn im Familien- oder Freundeskreis kurzfristige Hilfe nicht schnell genug abrufbar ist. Hier kann die Nachbarschaftshilfe eine Lösung sein, die nun auch im Sittenbachtal installiert werden soll.

Ehrenamtliche Hilfestellungen aller Art für alle Altersgruppen — das will die Nachbarschaftshilfe im Sittenbachtal bieten, die den Namen „Von Haus zu Haus“ tragen soll. Das kann die Fahrt zum Arzt sein, die Hilfe im Garten oder ein gemeinsamer Spaziergang. Denn vor allem für die „kleineren“ Fälle hätte beispielsweise die Diakonie nicht immer die nötige Zeit, erklärt Bürgermeister Klaus Albrecht bei einem Organisatorentreffen. Deshalb fand auch die zuständige Diakonieschwester die Idee gut und gab dem Team gleich ein paar Tipps mit auf den Weg.

Sie war nicht die einzige, die sich die engagierten Sittenbachtaler für ihr Projekt an die Seite holten. Albrecht sprach unter anderem mit Verantwortlichen aus der Gemeinde Schwarzenbruck, in der die Nachbarschaftshilfe sehr gut angenommen würde. Auch von Kerstin Stocker vom WinWin-Freiwilligenzentrum in Hersbruck kamen wertvolle Hinweise, vor allem zu rechtlichen Fragen. Beispielsweise müsse jeder, der seine Hilfe im Haushalt einer anderen Person anbietet, ein Formular zur Schweigepflicht unterschreiben. Und wer Fahrdienste übernimmt, ist über die Gemeinde versichert.

Rechtzeitig planen

Wer was anbietet, soll in einer Tabelle erfasst werden. Ob die Hilfesuchenden dann direkt bei der Gemeinde anrufen oder es eine extra eingerichtete Rufnummer für die Nachbarschaftshilfe geben wird, ist noch offen. Wichtig ist allerdings, so Albrecht, dass Hilfesuchende nicht erst „kurz vor knapp“ anrufen, sondern ein paar Tage im Voraus, um den Einsatz planen zu können.
Aber bevor alles starten kann, benötigt die Initiative vor allem eines: Freiwillige, die bereit sind, anderen Gemeindemitgliedern zur Seite zu stehen und unter die Arme zu greifen.

Unter anderem mit selbst gestalteten Flyern wollen die Organisatoren auf sich aufmerksam machen. Interessenten können sich unter Telefon 09151/864010 bei der Gemeindeverwaltung melden.
Vorsicht sei aber auch geboten, heißt es aus der Gruppe: vor allem dann, wenn sich herausstellt, dass jemand die Hilfe ausnutzen möchte. Deshalb müsse immer im Einzelfall entschieden werden.

Bürger brachten Anregung

Entstanden ist der Arbeitskreis aus einem Treffen zum Gemeindeentwicklungskonzept vergangenes Jahr in der Grundschule in Kirchensittenbach. Dort gab es besonders viele Anregungen aus Bürgerreihen, die alle mit dem Thema Nachbarschaftshilfe zu tun hatten. Bei einem Seminar im Anschluss konnten die Organisatoren erste Erfahrungen sammeln.

Bis sich das Angebot in der Gemeinde allerdings etabliert hat, könnte schon noch etwas Zeit ins Land gehen, meinen die Beteiligten. Denn es müssten sowohl die Bereitschaft zum Helfen vorhanden sein, als auch die Hemmschwellen auf Seiten der Hilfesuchenden abgebaut werden.

N-Land Marina Gundel
Marina Gundel