Einigung im FAV-Streit

Wanderheim aus der Schusslinie

Hat weiterhin eine Bewährungschance bis 2019: das FAV-Heim am Hohenstein. | Foto: Udo Schuster2016/11/fav-heim-online.jpg

HOHENSTEIN – Das Wanderheim des Fränkischen Albvereins auf dem Hohenstein ist vorerst aus der Schusslinie. Das ist für die Hersbrucker Schweiz das wichtigste Ergebnis der Gesamtvorstandssitzung des FAV am Montagabend. Für den Verein im Ganzen war aber entscheidend: Die Abspaltung der Nürnberger ist abgewendet. Möglich wurde dies durch einen Kompromiss.

Die Erleichterung war Hans Treuheit von der Hersbrucker FAV-Ortsgruppe am Dienstag deutlich anzuhören: „Über das Wanderheim wurde gar nicht mehr gesprochen.“ Das bedeutet, es gilt weiter der Beschluss, dem Haus mit 20 Betten, Küche und rustikaler Stube eine Chance bis 2019 zu geben. Laut Treuheit und FAV-Vizepräsidentin Waltraud Bauer gibt es dafür auch gute Gründe: Das Heim werde von den Mitgliedern immer besser angenommen und mache im laufenden Betrieb kein Minus. 2014 war es wiedereröffnet worden, nachdem es nach einem Brand grundlegend renoviert und der Feuerschutz modernisiert werden musste.

Vor Monaten war der Hauptverein mehrheitlich Treuheits Antrag gefolgt, vor einer Entscheidung für oder gegen das Gebäude erst einmal abzuwarten, wie sich die Nachfrage entwickelt. Dies wurde auch so beschlossen und dies gilt nun auch weiterhin. „Damit haben wir die Chance zu beweisen, dass sich das Heim trägt“, sagte der Hersbrucker nach der Bestätigung vom Montagabend. Wäre die Zukunft weiterhin täglich in Frage gestellt, „dann weiß man doch“, so Treuheit, „dass daraus auch nichts mehr geworden wäre“.

Der Nürnberger Ortsgruppen-Vorsitzende Klaus Reith hatte in den vergangenen Monaten zunächst intern, dann auch öffentlich ins Feld geführt, dass das 1962 eröffnete Heim aus der Zeit gefallen sei und jedes Jahr für ein hohes Defizit sorge, das letztlich über höhere Mitgliedsbeiträge wieder ausgeglichen werden müsse. Aber auch er wusste, dass es sich am Hohenstein nicht um ein Minus im laufenden Betrieb handelt, sondern um langfristige steuerliche Abschreibungen, die nur auf dem Papier bestehen.

Entscheidend war in der Vorstandssitzung freilich nicht dieses Thema, sondern die abgewendete Spaltung des Vereins. Die Nürnberger Ortsgruppe hatte ihren Austritt zum Jahresende erklärt, was sie Montagabend zurückzog. Bewirkt hat die schiedlich friedliche Wende FAV-Ehrenpräsident Wolfram Unger, der zwischen Reith und den übrigen Ortsgruppen sowie dem Präsidium vermittelte.

Unger bat vor der turnusgemäßen Gesamtvorstandsitzung um ein Gespräch an „neutralem Ort“ mit ihm, mit Präsident Stefan Schuster und Klaus Reith. Mit dabei waren auch als erfahrene Schlichter die FAV-Senioren Karl Ruhl und Manfred Scholz. Als Ergebnis nahm die Ortsgruppe Nürnberg ihre Kündigung zurück.

Sie bekam aber auch etwas dafür. Weil sie ihr Gewicht bei Abstimmungen nicht ausreichend repräsentiert sah, installiert der Hauptverein nun einen neuen Hauptausschuss, „der sich aus Delegierten pro angefangene 100 der Mitglieder je Gruppe zusammensetzt und zwischen Jahreshauptversammlungen Beschlüsse fasst“. Außerdem soll ein Vorsitzendenkreis mit beratender Funktion neu entstehen, „der die Informationen des Präsidiums entgegennimmt“.

Die von den Nürnbergern ebenfalls kritisierte Erhöhung der Mitgliedsbeiträge wird für ein halbes Jahr ausgesetzt und dann anhand aktueller Finanzdaten neu beschlossen.

„Wir sind alle froh“, sagt Treuheit, die Stimmungslage im Verein zusammenfassend. „Ein Wanderverein darf sich nicht so zerstreiten.“

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz